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Washington war lange als Stadt der Morde, selbst als Mordhauptstadt Amerikas, verschrieen. Das stimmt schon seit Jahren nicht mehr.
Selbst in Shaw, an dessen Rand die Unruhen und Brände der 60-er Jahre begannen und wo Morde nicht an der Tages-, doch fast an der Wochenordnung waren, ist der Wandel deutlich. Früher musste man Besuchern von der Gegend abraten. Heute zieht sie Besucher aus dem ganzen Land zu Theater, Konzerten, besten Restaurants und erlauchten Möbelläden an. Black Cat an der 14th Street, 9:30 Club an der 9th und Ben's Chili Bowl an der U Street sind etabliert. Am Südrand kommt nun der O Street Market hinzu, während neue Glaspaläste neben klassischen Townhouses aus dem 19. Jahrhundert aus dem Boden schießen und wöchentlich eine neue Kneipe öffnet.
Bei Neighborhood Association Meetings berichtet die Polizei von Erfolgen, aber auch notwendigen Vorkehrungen. Gewaltverbrechen sind drastisch zurückgegangen oder verschwunden, doch aggressive Diebstähle von Mobilgeräten nehmen proportional zur Verbreitung der Ohrstöpfel zu. Dabei kommt es gelegentlich auch zu verletzten Opfern. Hans Guck-in-die Luft ist Washington noch nicht zu empfehlen.
In der Hauptstadt der USA gibt es schon lange keine Todesstrafe mehr. In der Nachbarschaft sieht es anders aus. In Maryland gilt sie noch, wird allerdings selten vollzogen. In Virginia auf der anderen Seite des Potomac wird noch kräftig vollstreckt und kraftvoll ihr Wert gepriesen.
Etwas ändert sich jedoch. Das Parlament in Maryland, das im ersten Jahresdrittel tagt, beschloss heute,die Todesstrafe abzuschaffen.

Gerührt lautet allenthalben die Antwort: Kein Zeichen von Sturm in der Hauptstadt. Die Strommasten stehen noch. Nicht einmal die Schicht Salz, die die Stadtverwaltung vor einem Wintersturm auf die Straßen wirft, ist zu finden. Alles bestens, vielen Dank! Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Die Hauptstadt hat den Sturm gut überstanden. Der Stromausfall ist überschaubar und behinderte weniger als 200000 Haushalte. Zwar wurde Abwasser in die Flüsse umgeleitet, aber das Trinkwasser blieb sauber. In der Kernstadt sind die Schäden minimal, während in der Region Bäume umfielen und Brücken überflutet wurden. Der UBahn- und Bus-Verkehr bleibt bis 14 Uhr am 30. Oktober 2012 eingestellt. Bahnhöfe und Flughäfen bereiten die Wiederaufnahme des Verkehrs vor. In Maryland gilt vorübergehend eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 45 Miles per Hour. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Am Sonntagmorgen werden alle Akkus in der Hauptstadt geladen. Man steht heutzutage nicht nur in langen Schlangen, um Milch und Kartoffeln für mehrere Tage ohne Strom, Kühlschrank und Wasserpumpe zu überleben, wenn der Sturm zuschlägt.
Man muss auch die Akkus in Rechnern, Telefonen und Kameras für den Notfall laden. Selbst in der Stadt füllen die Bürger Eimer und Töpfe mit Wasser: Am Wasserwerk kann der Strom ausfallen oder bakterienverseuchtes Abwasser kann es überfluten.
Der Notstand ist schon seit zwei Tagen ausgerufen. Die Stürme bringen bereits Wind und Wolken nach Washington. In vier Tagen soll der Spuk vorüber sein. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Die Hauptstadt bereitet sich auf den großen Sturm vor. Aus der Karibik wendet sich der warme Wind nach Norden, um dann Richtung Westen abzubiegen. Aus dem Norden kommt ein kaltes Lüftchen, das dann nach Osten bläst. Beide sollen sich über Washington treffen, um hier zu verweilen. Das Volk wird gewarnt, dass es so schlimm wie 1962 werden könnte, weil nämlich der Mond zweimal die Gezeiten beeinflusst. Neben Sturmschäden soll es also auch Überflutungen geben. Anschließend kann zehn Tage lang der Strom fehlen, weil die Masten und Leitungen vom Wetter gekappt werden.
Die Devise lautet: Klopapier und Milch kaufen! Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Das Ufer des Potomac verschandelt das Kulturzentrum namens Kennedy Center. Nur aus unmittelbarer Nähe wirkt es beeindruckend. Vom Operhaus bis zum Kino und Konzertsaal bietet es fast alles, was man für kulturelle Darbietungen benötigt. Alle Schichten der Washingtoner Bevölkerung nehmen es daher an.
Klagen über die verlorene Uferszene kommen kaum auf, zumal sich nur wenige daran erinnern können, dass sie vor dem Bau des Kennedy Center anders, doch nicht unbedingt besser war. Der Stadtteil Foggy Bottom war von einer Brauerei, einem Gaswerk und Billighäuschen im Flussnebel geprägt.
Ans Ufer passte der Shoreless River, den das National Symphonie Orchester nun in den USA uraufführte. Der deutsche Komponist Detlev Glanert aus Hamburg erlebte, wie das begeisterte, mit Mozart und Schumann eingestimmte Publikum sein an Stimmung, Drama und Lautmalerei reiches Hörspiel gespannt und befriedigt annahm. Klassisch, und anders, hörenswert: Fluss ohne Ufer. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Die Architektur in Washington ist von zahlreichen Stilrichtungen beeinflusst. Bei öffentlichen Gebäuden der Hauptstadt herrschte bis vor etwa 30 Jahren der Stil des aus Deutschland stammenden Adolf Cluss vor.
Andere Architekten waren für die Bundesministerien verantwortlich, deren Bau erst seit 1937 seinen Aufschwung nahm, nachdem der Oberste Bundesgerichtshof der USA dem Bund mehr Zuständigkeiten zusprach. Sie bauten griechisch, römisch, renaissancisch.
Bei privaten Immobilien findet man in Washington eine bunte Mischung. Sie verwirrt den Laien ebenso wie Makler, die nach Erkenntnissen der Washington Post öfter fehlerhafte Bezeichnungen verwenden.
Deshalb hat die Hauptstadtzeitung unter dem Titel A little architectural knowledge can go a long way for homeowners eine Fotostrecke zum Kennenlernen veröffentlicht. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Der Westnilvirus ist wieder da. Mücken ging es diesen Sommer gut. Heute ist es zwar schön kalt. Man kann hoffen, dass viele sterben. Doch da trifft die Nachricht ein, dass im Nachbarkreis Prince George's der Westnilvirus entdeckt wird. Die Skeeters sind allein wegen der Stiche unangenehm. Mit einem fiesen Virus werden sie gefährlich, und Schutz gibt es vor ihnen kaum. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Vielen Amerikanern ist die Flagge heilig. Zum 11. September wurde sie überall gezeigt. Am 12. September sieht man auch bei Bürogebäuden - auf dem Dach und bei der Rezeption - viele frische Flaggen.
Die Bevölkerkungsschichten, die die meisten Kinder in den Kriegen verlieren, glauben auch am meisten an den Wert der Flagge. Das verkörperte Symbol hilft ihnen über die Rahmenbedingungen des Alltags hinweg:
Hungernde Kinder, Schulverpflegung als Ersatz für unerschwingliche Mahlzeiten, mangelhafte Krankenversicherung und Gesundheitsversorgung, unterschwellige Rassenprobleme mit gelegentlich durchbrechendem Rassenhass oder auch die zerbröckelnde Infrastruktur.
Neben der Flagge ermutigen natürlich auch schöne Sprüche, wie der beliebte Hinweis auf die gerechteste Rechtsordnung der Welt, die sich der Normalbürger allerdings genauso wie die Gesundheitsversorgung oder Hochschulausbildung leisten kann: Kaum. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Rassen spricht Frau Kaya Henderson in Washington an. Sie ist die Kanzlerin des Schulsystems im District of Columbia, eine Art Kultusministerin. Dass sie schwarz ist und die Begegnung zwischen schwarzen und weißen Schülern befürwortet, gilt als revolutionär. Sie macht sich nicht bei allen Schwarzen beliebt, die davon ausgehen, dass die Weißen sich nehmen, was sie wollen, und die Schwarzen wenigstens in der Schule die Förderung erhalten, die sie benötigen, ohne mit Weißen konkurrieren zu müssen.
Rassenthemen sind immer ein kompliziertes Thema. Nicht darüber sprechen, ist leichter, bringt die Menschen jedoch nicht weiter. In dieser Woche kommen die Themen mehrfach zur Sprache.
Nicht nur wird in der Presse ganz natürlich von Stämmen im Jemen, Afghanistan oder Afrika berichtet - auch das neue Denkmal für Martin Luther King bringt Rasse und das Ziel der Gleichstellung auf die Tagesordnung. Dass afrikanisch-amerikanische Persönlichkeiten wie Maya Angelou King-Zitate öffentlich als falsch oder arrogant wirkend angreifen, ist sicherlich auch ein Zeichen, dass die Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema geführt werden darf.
Das sollte jedoch den weißen, gelben oder braunen Beobachter nicht animieren, sich in die Diskussion einzumischen oder Bezeichnungen zu verwenden, die Schwarze unter sich ungestraft und manchmal selbst mit Stolz nennen, weil sie aus dem Munde anderer als brutalste Beleidigung gelten. Chancellor Henderson darf sich das offene Wort erlauben und tut gut daran. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Die meisten Unfälle geschehen in Washington. Kein Wunder, hierher kommen ja auch Fahrer aus dem ganzen Land - und jeder ist mit anderen Verkehrsregeln aufgewachsen.
Wenn die Nachrichten heute tönen, Washingtoner Fahrer seien die schlechtesten Autofahrer der USA, haben sie nicht unbedingt recht. Was stimmt, ist dass die Fahrer in Washington leider die meisten Unfälle erleben. Das erlaubt jedoch nicht unbedingt Rückschlüsse auf hiesige Fahrer.
Eine Folgerung, die man ziehen könnte, lautet: Einheitliche Verkehrsregeln in den USA wären sinnvoll. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Heute bereiten wir uns auf den Hurrikan Irene vor. Noch haben nicht alle das Erdbeben verdaut, zu dem es heute früh einen Nachschlag mit der Stärke 4.5 gab. Weniger als beim Hauptbeben vor zwei Tagen, das die Innenstadt lahm legte, weil die Bürogebäude und Museen lahmgelegt wurde.
Vor dem Hurrikan gibt es nun eine Kaltfront aus dem Westen. Sie ist uns willkommen, weil sie Abkühlung und Regen bringt.
Doch würden die meisten Bewohner der amerikanischen Hauptstadt gern noch einen Tag warten, damit die Kaltfront den Hurrikan aufs Meer wegschieben könnte. So gibt es Flutwarnungen vor der Hurrikanwarnung.
Der Hurrikan muss ernst genommen werden. Er soll stärker sein als vorhergegangene, die auch viel Schaden anrichteten. Die größten Schäden zeigen sich erfahrungsgemäß, wenn heftigem Regen ein Hurrikan folgt. Dann ist der Boden aufgeweicht, und die Stürme werfen die Bäume um. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Washington war nie billig. Nach der Weltwirtschaftskrise von Bush fielen wegen des Hypothekenbetrugs Hauspreise fast im ganzen Land. Mit Ausnahmen blieben sie in Washington stabil und steigen seither laufend an.
Ein kleiner Verfall von durchschnittlich 1% zeigte sich im Weichbild der Hauptstadt in den vergangenen zwölf Monaten. Das kann ein gutes Zeichen sein, weil der Umsatz enorm stieg: Das Kaufinteresse trifft auf das Verkaufsinteresse auch für Anwesen, die länger unverkäuflich erschienen.
Bei gewerblichen Anwesen gibt es in der Innenstadt neue Rekorde. Der Raum wird knapp, da in Washington nicht hoch gebaut werden darf. Die Nachfrage ist durchweg stärker als die Prognosen glauben machen. Daher werden wir uns an Preise im Milliardenbereich gewöhnen müssen. Die erschienen vor zehn Jahren unvorstellbar. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Washington, DC, hat zahlreiche Häfen. Nicht jeder Tourist weiß das. Zugeschüttet sind seit 1871 die Piers vor dem Kongress am ehemaligen Tiberfluss. Die Häfen an den Potomac- und Anacostia-Flüssen bestehen noch.
Am Tiber Creek gab es Prostitution, die den Kongress vor langer, langer Zeit versorgte. Belustigung in Massen und Alkohol im Überfluss gibt es heute am Harbor Place in Georgetown, wo Bootskapitäne im Potomac gegenüber der Roosevelt-Insel vorübergehend vor Anker gehen.
Den alten Hafen namens Hamburg im Stadtteil Foggy Bottom, früher Funktown, kennt und findet kaum jemand. Ein wenig Piermauer ist noch unter Büschen am Potomac beim Watergate Hotel östlich der Rock Creek-Mündung zu entdecken.
Der bekannteste Hafen mit Haus- und Ausflugsbooten liegt an der Maine Avenue in Southwest. Frischer Fisch wird in Märkten und Gaststätten angeboten. Im selben Stadtteil liegen an die militärischen und gewerblichen Häfen am Anacostia-Fluss, der vom Potomac Richtung Osten und Norden reicht. Dort verbrannten heute vier Jachten im Washington Yacht Club. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Dass Washington besonders für Familien geeignet ist, wird auf den ersten Blick nicht deutlich. Im Stadtkern dominieren Büromenschen. Um den Kern herum liegen Mietshaus- und Wohnhausbezirke, die abends von jungen Menschen in Straßenrestaurants, Kneipen, Clubs, Lounges und anderen Unterhaltungsstätten gekennzeichnet sind.
Außerhalb dieses Ringes finden sich Familien, jedoch als Bevölkerungsanteil nicht so überwiegend wie in den Vorstädten, die westlich und nördlich von Washington die besten Schulen des Landes bieten.
Trotz dieser komischen Mischung berichtet die Washington Post: D. C. ranks number one in best city for families. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
In und um Washington mag man gut belesen sein. Beim Autofahren nützt das nichts. Washington hat die dümmsten Autofahrer der USA.
Verkehrsregeln sind überall anders. Hier prallen die Fahrkünste der Bürger aus dem ganzen Land aufeinander, denn die Stadt zieht Schlaumeier aus allen Staaten an. Das resultierende Tohuwabohu hat eine Versicherung dokumentiert. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Washington ist schon zu schwül geworden. Es ist doch erst Mai, klagen viele. Sonnig ist es jedoch auch, und alle sind einverstanden. Windig und stürmisch wird es ebenfalls, doch Tornados erwischen uns nicht. Bisher hat die Hauptstadt der USA Glück gehabt.
Mit Sonnenglück rechnet auch Ikea. Das Unternehmen betreibt Geschäfte im Großraum Washington und hofft auf einen prominenten Platz unter Solarbetreibern. Zwei Ikea-Läden sollen bald solarbetrieben werden, berichtet WTOP Radio. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Die Immobilienschwäche verunsichert Investoren und Eigentümer in den USA. Die Jugend soll hingegen davon profitieren, zumindest durch günstigere Mieten.
In der Haupstadt Washington sieht das jedoch anders aus. Hauspreise ziehen weiter an. Investoren überbieten sich. Mieten steigen, und die Erschwinglichkeit sinkt entsprechend.
In diesen Wochen treffen Uniabgsolventen aus dem ganzen Land in Washington ein. Sie sind von dem Mietmarkt schockiert. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA
Der Tod Osama Bin Ladens versetzt in Washington die Wenigsten in Freude, doch wurde gleich nach der ersten Ankündigung gestern abend beim Weißen Haus gefeiert.
Die meisten Teilnehmer waren jung. Sie erinnern sich gut an den 11. September 2001, der ihnen wie ein Schock die Jugendjahre versalzte. Von diesem Schock haben sie sich gestern nacht befreit.
Heute herrscht Nüchternheit vor. Muss ein Mensch getötet werden, fragen sich viele. Der Vergleich mit Hitler drängt sich auf. Für extrem Lebensverachtende eine Ausnahme?
Ein Gewinner der langen Nacht: Das Mietfahrrad. Viele Mietstände waren ausverkauft. Die Leute fuhren aus der ganzen Stadt zum Lafayette Square, weil sie nicht damit rechneten, später noch mit der U-Bahm heimkehren zu können. Quelle: Washington :: Hauptstadt USA







