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Ich weiß, es hat was Schofles, aber: Da ist diese Kollegin, die sehr oft wegen Krankheit nicht in die Arbeit kommt – Erkältung, Mandelentzündung, Kopfweh, Grippe, Rückenschmerzen. Und nachdem ich mehrfach sehr plötzlich und zur Unzeit Hilfe suchen musste (eine Erkältung sorgte für sechs Wochen Abwesenheit in der zentralen Planungsphase eines Projektes) oder ihre Aufgaben selbst miterledigen, setze ich sie schlicht nicht mehr an wichtigen Stellen in Projekten ein. Vermutlich ist das diskriminierend, und ich fühle mich auch schlecht dabei, doch was wäre denn die Alternative? Herr Dr. Dr. Erlinger?
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Im Arbeitsleben kommt mir meine Kunstfertigkeit im Fernhalten von emotionalen Reaktionen sehr zugute. Katastrophale Enthüllungen stürzen mich nicht in Angst und Panik, sondern lassen mich direkt auf Lösungs- und Rettungsmodus schalten. Auf Kritik kann ich sachlich reagieren. Doch irgendwo bleiben sie natürlich, die Angst und die Panik, die Niedergeschlagenheit und der Schmerz. Und dann reicht diese Geschichte im SZ-Magazin über eine Bäckeroma und ihre Liebe zu Virgina Woolf für einen Tränenausbruch am U-Bahnsteig.
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Mittagsverabredung mit schon wieder seit Monaten nicht gesehener Freundin (wie ich mich ärgere, den Kontakt zu ihr nicht intensiver zu halten). Die Hinfahrt wurde durch eine Betriebsstörung (danke, das sehe ich, ja was denn sonst?) behindert. Nachdem ich in 25 Minuten nur zwei Stationen gefahren war und die U-Bahn, sich immer weiter füllend, in einem U-Bahnhof stand, gab ich auf und nahm ein Taxi. Wenn er funktioniert, der Münchner öffentliche Nahverkehr, und das tut er wirklich zuverlässig meistens, gibt es für mich kein schnelleres und bequemers Fortkommen. Doch wenn er das nicht tut, fühle ich mich doppelt unfrei.
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Da sportterminfrei den Abend für Besorgungen genutzt, u.a. das nunmehr dritte Set Knethaken für mein über 20 Jahre altes Krups-Handrührgerät. Immer noch niedergeschlagen (siehe Vortage) durch die milde Luft gegangen, an ihren Verheißungen vorbeigesehen und -gerochen.
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Vergangene Woche war der alte Ex-Hausmeister gestorben, gerade mal zwei Jahre, nachdem er seine Aufgaben an eine externe Firma abgegeben hatte. Der Mitbewohner war der Witwe begegnet und brachte ein Sterbebildchen mit. Ich bin froh, dass ich den Herrn kennengelernt habe, mir von ihm Geschichten aus der Vergangenheit des Hauses erzählen lassen konnte und aus der Zeit davor, als er in München als Maurer arbeitete. Wie würde meine Mutter sagen: Friede seiner Asche.

Dass Schönheit leiden muss, macht uns ja bereits das Sprichwort klar. Das gilt auch für Geschirr. Weil nämlich: Die Tassen, die meine arbeitgebende Firma ihren Mitarbeitern stellt, sind mir zu klein. Also habe ich mir zwei Stück des abgebildeten Rosenthal-Modells gekauft, denn, wie eine der großen Denkerinnen des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts so schön sagte: Wie soll ich schöne Gedanken haben, wenn ich von hässlichen Dingen umgeben bin?
Auch meine Kollegen und Kolleginnen bevorzugen größere Tassen als die vom Arbeitgeber gestellten. Die meisten bringen also welche mit, gerne mit humorvoll gemeinter Aufschrift, jahreszeitlichen Emblemen oder mit Werbebeklebung. Meine beiden Exemplare sind die mit Abstand schönsten. Was wiederum zur Folge hat, dass sie von denjenigen der ca. 50 Nutzer der einzigen Teeküche auf dem Stockwerk bevorzugt werden, die keine eigenen Tassen haben. Stelle ich sie abends benutzt in die Geschirrspülmaschine, hat sie sich am nächsten Morgen meist schon jemand geholt. Die Folge: Will ich meine eigenen Tassen auch selbst benutzen, muss ich sie abends von Hand spülen und an meinem Arbeitsplatz lagern.
Sie begreifen jetzt hoffentlich die monumentale und problematische Komplexität meines berufstätigen Daseins.
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Solange bestimmte Bevölkerungsgruppen in Machtpositionen rare Einzelfälle sind, wird nicht nur jegliches Fehlverhalten schnell in Zusammenhang mit ihrer Gruppezugehörigkeit gebracht, sondern auch Kritik an ihnen allzu leicht mit Vorbehalten der Bevölkerungsgruppe gegenüber erklärt. Siehe: unfähige Abteilungsleiterin. Siehe: fragwürdiger schwuler Außenminister.
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Over the last few years, fat people have become scapegoats for all manner of cultural ills. Theres an atmosphere now where its O.K. to blame everything on weight, said Dr. Linda Bacon, a nutrition researcher and the author of Health at Every Size: The Surprising Truth About Your Weight (Benbella, 2008). If were worried about climate change, someone comes out with an article about how heavier people weigh more, so they require more fuel, and they blame the climate change crisis on fatter people. We have this strong belief system that its their fault, that its all about gluttony or lack of exercise.
(…)
Some of the most blatant fat discrimination comes from medical professionals. Rebecca Puhl, a clinical psychologist and director of research at the Rudd Center for Food Policy and Obesity at Yale, has been studying the stigma of obesity for more than a decade. More than half of the 620 primary care doctors questioned for one study described obese patients as awkward, unattractive, ugly, and unlikely to comply with treatment. (This last is significant, because doctors who think patients wont follow their instructions treat and prescribe for them differently.)
Dr. Puhl said she was especially disturbed at how openly the doctors expressed their biases. If I was trying to study gender or racial bias, I couldnt use the assessment tools Im using, because people wouldnt be truthful, she said. Theyd want to be more politically correct.
Despite the abundance of research showing that most people are unable to make significant long-term changes in their weight, its clear that doctors tend to view obesity as a matter of personal responsibility.
Die New York Time stellt fest, dass Diskriminierung adipöse Menschen krank macht.
Es verschlägt mir immer wieder die Sprache, mit welch bodenloser Verachtung dicke Menschen für alles Übel, das ihnen widerfährt, selbst verantwortlich gemacht werden. Und welche Übel ihnen zunächst mal unterstellt werden.
via La Gröner
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Kleine Katastrophe in einem meiner Projektergebnisse wirbelt die Abteilung durcheinander. Schaden ungewiss.
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Große Freude über Zusammenarbeit mit einem Kollegen im Tochterunternehmen, der nicht nur ausgesprochen kompetent, begeistert und unkompliziert ist, sondern auch überhaupt keine Pfründe verteidigt.
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Abendlicher Weg zur Muckibude gibt mir dann doch noch Gelegenheit, eindeutige Frühlingslüfte um die Nase wehen zu lassen.
Sonst mache ich mir den Tag über Notizen für diese Tagebucheinträge – was lerne ich daraus, dass es für diesen Tag keine gibt?
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Kollegin und Mutter zweier sehr kleiner Kinder erzählt, wie sehr es sie nervt, dass sich unter Müttern immer mehr einbürgt, ihren Kindern Anweisungen in der Formulierung Ich möchte, dass du dich anziehst… zu geben. Statt des gewohnten Bitte ziehe dich an. Ich hatte das für einen besonders merkwürdigen Anglizismus gehalten, als mir die Formulierung im Schwimmbad auffielt, wurde jedoch belehrt, dass dies das Bemühen um Ich-Botschaften ist. Bei praktischen Handlungsanweisungen. Mysterium Elternschaft.
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Arbeit (in order of appearance): Erleichterung, Mulmigkeit, roter Kopf, Bemühen um erwachsenen Umgang mit Kritik, Lösungssuche, Zähnezusammenbeißen, Niedergeschlagenheit, Selbstverachtung, Peinlichkeit, Fluchtgedanken. Diese beschissene Drittelbrillanz, durch die ich mich ständig unter Performancedruck setzen lasse, und die langfristig doch nur enttäuschen kann.
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Spontan Pizza Marguerita hergestellt; ich brauchte wohl dringend Beruhigungskohlenhyrate. Plus einen schönen Silberbichl Harm Grüner Veltliner Classic 2007.
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Habe fast beschlossen, diesen Schrank als Ersatz für eine der weißen Ikea-Kommoden (noch aus meinem Jungmädchenzimmer, also fast 30 Jahre alt) im Esszimmer zu bestellen. Bin sehr gespannt, wann ich endlich den Arsch für die tatsächliche Bestellung hochkriege. Andererseit wohnen meine richtigen Weingläser seit Jahren in Kartons unter dem Küchentisch, denen sie wöchentlich mindestens einmal entnommen werden – ob sie jetzt noch einen Umzug in einen richtigen Schrank verkraften?
Ein früherer Kollege aus der PR bittet mich um Tipps, wie die Nahrungsmittelindustriekunden der PR-Beratung, für die er arbeitet, mit der Welt der Foodblogger kooperieren könnten. (Ich ahne, dass diese Bitte nicht nur bei mir für einen schallenden Lacher sorgt.) Habe ihm dennoch ernsthaft und ausfühlrich geantwortet (Zusammenfassung: Es ist wahrscheinlicher, dass die Confiserie Lauenstein Fans in Anorexie-Foren rekrutiert.)
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Mit dem geburtstagenden Papa (spanischer Einwanderer erster Gastarbeitergeneration) telefoniert: Er war kürzlich wegen einer Stimmbandgeschichte zu einem spezialisierten Arzt an einer Uniklinik überwiesen worden, der sich als spanischer Einwanderer der 80er herausstellte. Mein Vater amüsierte sich, dass auch akademische Gastarbeiter beim Spanischsprechen auf deutsche Wörter zurückgreifen.
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Ganztägige Sitzung außerhalb, neuen Überblick über mein Arbeitsgebiet bekommen und über Menschen, die sowas Ähnliches in anderen Firmen machen.
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Deshalb später als sonst zum Turnen gekommen. Es wollte sich nicht der rechte Spaß am Hopsen einstellen, also lediglich ein wenig leichtes Training.

Wenn’s mich nervt, kann ich auch Blogleser damit nerven: Den Vormittag über immer dichterer Schneefall, nachmittags schmolzen zumindest große Teile davon weg.
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In der Arbeit erst mal Entmutigung: In der allerletzten Phase eines Projekts grundsätzliche Änderungswünsche von Oben. Da diese sich bei Erfüllung destruktiv auf zahlreiche andere Projekte auswirken würden, habe ich meine Chefebene eingeschaltet und um Gegenwehr gebeten. Dennoch ist ein sehr knapp getakteter Zeitplan jetzt nicht mehr zu halten.
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Dann wiederum Aufmunterung: Eine Idee wird funktionieren, möglicherweise sogar besser als erhofft.
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Für ein drittes Großprojekt völlig überraschend grüne Lichter bekommen. Bin misstrauisch und halte es für möglich, dass die Lichtgeber sich nicht darüber im Klaren sind, was sie da grüngelichtet haben.
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Trotz und Bockigkeit sind genau das Meine – und solch ein Tag ruft danach. Glücklicherweise lese ich die richtigen Blogs, also ließ ich mich von Frau Engl auf die wunderbare Idee bringen, in der Muckibude einfach an jeder Maschine eine Lage draufzulegen. GROARRRR!
Es schniebelte in einen windigen, kalten Tag nicht sehr einladend für eine Laufrunde. Doch das Olympiabad war ja immer noch besetzt, also ab zum Isarlaufen. Möglicherweise habe ich dort einen Grünspecht auffliegen sehen.
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Mit dem Zug zur geburtstagenden Schwiegermutter (pünktlich und ungehindert). Bei Schwiegers in alten Familienfotoalben geblättert, ausführlich Bilder des Mitbewohners als Teenager betrachtet. Möglicherweise hätte ich ihn ja doch attraktiv gefunden, wenn wir in dieselbe Schule gegangen wären.
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Statt Tatort Charlie Chaplins Modern Times aus der Konserve. Der Film hat sich ganz ausgezeichnet gehalten, auch wenn seine Erzählweise und Technik schon damals, 1936, veraltet waren.
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Selten von einem Wein so überraschend enttäuscht worde. Er duftete betörend und nach Sommerwiese, der Schluck im Mund erzählt von Ananas, Blüten, ein wenig Marzipan – alles wundervoll. Doch dann, kurz vorm Schlucken, knallte er eine spitze Süße hinterher, die alles kaputt machte.
Wie jetzt? Von 13. bis 14. März wegen einer Sportveranstaltung belegt? Schon das Johlen vieler Menschen, das ich bei Annäherung an das Olympiabad von Ferne vernahm, machte mich misstrauisch. Und tatsächlich: Jubelnde Massen drin, ich musste draußen bleiben. Dabei bin ich mir sehr sicher, dass am Montag, als ich zuletzt dort schwamm, kein Aushang mit einer Veranstaltungsankündigung sichtbar war. Doch ich hatte kurz nach Mittag eine Verabredung, also fehlte mir die Zeit für ein Umschwenken auf das Nordbad, ich musste die Schwimmrunde ausfallen lassen. Sehr ärgerlich.
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Unter deutschen Schülern hält sich ja die Ansicht, Lehrer hätten Lieblinge und andere (sie selbst nämlich) auf dem Kieker, dächten sich zudem am liebsten Gemeinheiten aus, mit denen sie ihnen, den Schülern, das Leben so unangenehm wie möglich machen können. (Inzwischen weiß ich, dass es auch Lehrer gibt, die dieselben Verschwörungstheorien ihren Vorgesetzten gegenüber stricken.) Das stimmt nicht mit der Haltung der vielen Lehrer überein, die ich kenne. Richtig ist hingegen, dass Lehrer sich am liebsten rächen wie Frau Wiesenraute.
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Maharaja-Ausstellung mit indienbegeisterter und -erfahrener Freundin besichtigt. Tatsächlich wunderbar aufbereitet, die Gemälde, historisches Filmmaterial, Elefantensattel, Erklärungen – sehr sehenswert. Kleiner Tipp: Lieber die englischen Erläuterungen lesen, die deutschen Texte sind nur ziemlich holprige Übersetzungen davon.
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Die atemlose Kennenlernphase einer Freundschaft, in der man nicht genug Informationen und Geschichten bekommen kann vom begeistert entdeckten Menschen, sich überschlägt in Erzählungen und Fragen, ständig möglichen Geschenken begegnet, von jedem Treffen völlig überdreht und aufgekratzt heim kommt.
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Zum Abendbrot machte mich der Mitbewohner bekannt mit der Romanoff-Torte seiner Kindheit. Sehr 70er, aber durchaus wohlschmeckend.

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Das SZ-Magazin macht sich Gedanken über Paare, die kein gemeinsames Schlafzimmer haben. Hier auf der Vorspeisenplatte haben wir das Thema ja schon vor Jahren erschöpfend diskutiert: Schlaf in der Ehe. Doch Cathrin Kahlweit behauptet in ihrer Geschichte, das Geständnis eigener Schlafzimmer sei etwas höchst Peinliches. Nun halte ich mich ja für eine Meisterin des Peinlichkeitsgefühls – mir kann Lippenstift auf dem Eckzahn peinlich sein, die Unkenntnis des Namens eines Kollegen, den ich eigentlich kennen müsste, gerne auch mein dröhnendes Lachen in vornehmer Gesellschaft. Aber dass ich mein eigenes Schlafzimmer habe, kam nie auch nur in Sichtweite von Peinlichkeit.
Außerdem würde ich hiermit bitte gerne wortklauben: Wenn Geschwister eigene Schlafzimmer haben – wird da auch von getrennten Schlafzimmern gesprochen? Wohl nicht. Ebensowenig haben der Mitbewohner und ich getrennte Schlafzimmer: Da war nie etwas zu trennen. Jeder hatte schon immer sein eigenes Schlafzimmer. Hätten wir nur noch eines, handelte es sich um ein zusammengelegtes Schlafzimmer.
In den vergangenen Jahren habe ich allerdings Menschen kennengelernt, die unter der nächtlichen Zwangsgemeinsamkeit leiden – und sie gerade deshalb bevorzugen. Mag ein Indiz für die Grundhaltung sein, dass Liebe nur eine echte solche ist, wenn sie weh tut. Ich Memme.
Zudem stelle ich auch anhand dieses Artikels fest, wie wenig ich Frau bin: Ich gehe später ins Bett und stehe früher auf, ich schlafe auch bei Minusgraden mit offenem Fenster, Muster kommt mir keines auf meine Bettwäsche.
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Frohe Kunde: Herr Paulsen wird auch in München aus seinem Monsieur, der Hummer und ich lesen!
Dienstag, 13. April, 20 Uhr
Literatur Moths
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Mehr Christoph Waltz? Hier in der Tonight Show kurz nach der Oscarverleihung – sehr souverän, wohlerzogen und sympathisch (wer bitte sonst wird auf die Oscarparty von Madonna eingeladen und denkt dort in erster Linie daran, sich bei der Gastgeberin für die Einladung zu bedanken?). Leider ist der Schluss abgeschnitten.
Aktualisierung 14. März: YouTube geht nicht mehr, aber NBC hat das Interview jetzt ganz.
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Auf dem Heimweg von der Arbeit kurzer Abstecher in meinem liebsten Wäscheladen. Da ich lediglich ein BH-Modell, das ich bereits besitze, in anderer Farbe haben wollte, verblüffte ich die wundervolle Besitzerin damit, dass ich auf die Schublade des Winzelladens deuten konnte, in der das Modell lagert. Aus dem Augen- und Ohrenwinkel wurde ich mal wieder Zeugin, wie die Dame eine Kundin bekehrte: Erst wehrte sie sich gegen die Empfehlungen dieser besten Wäscheexpertin, die mir je begegnet ist (Nein, das ist falsch, ich habe sonst immer Größe XY. Aber diese Form steht mir doch nicht.), bis sie sich nach Anprobe des ersten in die Kabine gereichten BHs in Wachs in den Händen der Wäschedame verwandelte (Oh, der ist ja süß.).
Weg in die Arbeit in dichtem Scheegestöber. Nur der Chronik halber: Wir sprechen nicht von ein paar verirrten Schneeflocken, die an Krokussen und Winterlingen schmelzen; sondern von mehreren Zentimetern Neuschnee, die sich über die festgefrorene Altschneeschicht legen.
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Über den Tag fast durchgehend weiterer Schneefall, mal stärker, mal schwächer. Wilde Phantasien mit der Arbeitskollegin, welcher Zauber wohl den Winter vertreiben könnte. Hochsommerliche Kleidung im Büro? Inklusive Strandlaken überm Schreibtischstuhl, bunte Schirmchencocktails und Absingen von Sonnenliedern? Oder doch ein Feuerchen aus den Möbeln des Chefs, über das wir zeremoniell und in Paaren springen?
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Am Vorabend hatte ich in die heftig beworbene neue Fernsehserie um menschliche Lügendetektoren geschaut (Tim Roth fungierte als Lockstoff) und gebe zu, der hanebüchene Blödsinn, auf dem die Serie aufbaut, bleibt hängen. Wenn solch ein Menschenleser zum Beispiel den Mitbewohner und mich beim abendlichen Begrüßungskuss beobachtete, sähe er Folgendes: Mitbewohner tritt aus seinem Zimmer auf mich zu, kneift die Augenbrauen zusammen, zieht Nase und Schultern hoch, presst die gespitzten Lippen aufeinander und nähert sich meinem Gesicht. Dann berühre ich vorsichtig mit meinen Lippen die seinen. In 70 Prozent der Fälle zuckt der Mitbewohner daraufhin zurück. Diese Tim-Roth-Figur aus dem Fernsehen hätte in jedem Schritt dieses Vorgangs einen 100-prozentigen Beweis von Abscheu sowie körperlichem Ekel gelesen und zumindest der physischen Seite unserer Beziehung keine Zukunft gegeben. Dabei ist es lediglich so, dass der Mitbewohner durch die Kombination Hausschuhe / Teppich in seinem Zimmer bei längerem Aufenthlat elektrisch aufgeladen wird. Diese Spannung entlädt sich beim abendlichen Begrüßungskuss an unseren Lippen. Und weil das manchmal durchaus schmerzhaft ist, fürchtet er sich inzwischen davor lässt sich aber keineswegs davon abhalten.
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Feierabends durch festgetretenen Pappschnee zur Muckibudi gerutschelt. Dort scheint gerade wieder eine Akquiserunde erfolgreich gewesen zu sein: Geich drei potenzielle Neuheber wurden gleichzeitig in Methode und erste Maschinen eingewiesen.
Den ganzen Tag in einem internationalen Workshop verbracht. Es ging um ein Thema, das ich drei lange Jahre fast allein bearbeitet habe und das jetzt endlich offiziell zum Unternehmensthema gemacht wurde, mit Personal, Budget, Vorstandsauftrag (nicht an mich, es gibt einen extrigen Zuständigen). Darüber und über den äußerst produktiven Workshop freute ich mich so, dass ich über das teilweise haarsträubende Englisch hinweghören konnte.
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Trotz vereisten Gehwegen in meinen knallroten Pumps unterwegs gewesen. Durchgehend in der Senkrechten geblieben, yay!
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Abendlicher Kinobesuch: The Men who Stare at Goats. Mir hat er wohl besser gefallen als allen, die ich bisher zu dem Film gehört habe. Klein und quirky, der Film, keine Schenkelklopfer, aber nette Idee. Jeff Bridges in Höchstform, George Clooney kann sowieso alles, ein bisschen M.A.S.H.-Atmosphäre, bloß halt Irak. Ich kann den Film empfehlen – aber ich weiß nicht recht, wem.
Soso, das deutsche Feuilleton vermisst laut dem Blick in die Feuilletons des Deutschlandradio Kultur in den Filmen der frischen Oscarpreisträgerin Kathryn Bigelow die weibliche Handschrift. Ich muss bislang sehr selektiv Filmbesprechungen gelesen haben, denn mir sind all die Rezensionen durchgerutscht, in denen die männliche Handschrift eines Regisseurs analysiert wurde. Wieder einmal ist die Messlatte, der Standard männlich, und Frauen haben sich gefälligst zu unterscheiden, the other zu sein. Die Erklärung, dass Frauen eventuell vielleicht dann doch gar nicht so anders sind, würde betonierte Weltbilder erschüttern, und das geht ja sowas von nicht.
Tatsächlich interessante Beobachtungen über die diesjährigen Oscarfrauen von Tobias Kniebe in der Süddeutschen. Wobei die einzig wichtige Besprechung ja die der Fugly-Damen ist.
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Beeindruckend: Da twittere ich nach einer Videokonferenz, dass in manchen Gegenden Lateinamerikas die Menschen auf Englisch team wie gym aussprechen – und ein Leser tippt umgehend und korrekt auf Rio de Janeiro / Bahia.
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Nicht ganz frisch, aber unglaublich hinreißend: La Toya Jackson nimmt in Dresden einen Preis für ihren verstorbenen Bruder entgegen. Der Simultanübersetzer ist wohl auf den eisigen Stufen zur Semperoper ausgerutscht und hat sich den Kopf aufgeschlagen, deshalb musste der Hausmeister (Du hast doch Englisch in der Schule gehabt, oder?) für ihn einspringen. Oder wie erklären Sie sich das? (Michael Jackson dachte… alles!)
via einem immer wieder verblüffenden Werkstudenten
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Lustiges Hopsen in Stepaerobic. Die Vorturnerin, die immer Tape up, Tape down ansagt, hat sich nun zum Kommando Piourett gesteigert.
Es war dann nicht der Putzmann, der mich kurz vor 9 weckte, sondern der Lärm, den die Hausmeisterfirma (der steinalte In-house-Hausmeister ist seit einem Jahr in Ruhestand) beim Zurückstellen der Mülltonnen machte: Eine mit Schmackes ins Schloss geworfene Schmiedeeisentür hebelte mich trotz geschlossener Fenster aus dem Bett.
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Wegen ausführlichen Herumtrödelns (so diszipliniert und zackig ich im Job sein kann, so trallala kann ich Urlaubsvormittage vertändeln) erst kurz vor 11 Aufbruch zum Schwimmen. Das Wetter war strahlend sonnig – die Temperatur lag bei 2. Januar und damit bei knackenkalt. Das Olympiabad hingegen war gut geheizt und traumhaft leer.
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Das ausführliche aushäusige Frühstück (glücklicherweise gibt es das in vielen Münchner Cafés auch noch um 2 Uhr nachmittags) wurde dann doch eher gehetzt: Die U-Bahn steckte wegen technischer Probleme der Vor-U-Bahn eine ganze Weile fest, und so blieb mir vor meinem Kosmetikerintermin nur eine gute halbe Stunde.
Es stehen bereit: rote Spitzpaprika mit Mojo, Pistazien in Schale, Rottenhöfer-Pralinen und -Rohkostkonfekt, Zitronenkuchen. Dazu eine Kanne Rooibuschtee. Letzteren habe ich soeben frisch aufgebrüht, mal sehen, worauf der Organismus Lust hat. Moin!
Das ist aber mal nett: Auf der Bühne stehen erst mal alle Nominierten bester Schauspieler / beste Schauspielerin. (Und KEIN tanzender Hugh Jackmann – wie entspannend!).
Das Bühnenbild und die Intronummer machen ganz auf frühes MGM-Musical in Schwarz-Weiß. Steve Martin und Alec Baldwin schweben sogar von oben ein.
Oh je, die beiden sind nicht gut miteinander. Die Gags wirken so hölzern wie bei Rudi Carell. Werden ALLE Nominierten einzeln begrüßt?!
Hinter Jeff Bridges sitzt Mary Maggie Gyllenhaal – wundervoll, dann ist sie hoffentlich viel im Bild.
Penélope Cruz war schon mal besser gekleidet. Ich will trotzdem ein Kind von ihr. Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz. Hätte er nur einen Film gemacht, denn ich anzuschauen durchhalte. Irgendwann vielleicht in warnender Begleitung.
Cameron Diaz’ Kleid – darüber muss ich nachdenken. (Sind da Münzen aufgenäht?) Wundervolle Präsentation der Nominierten für Animated Feature in Form von Interviews mit den Hauptdarstellern (“prerecorded”). Was? Wer hat gewonnen? Meine Twitter-Timeline hat bessere Ohren: Up.
Amanda Seyfried und die andere Präsentatorin des Best original song: Das nächste Mal üben wir aber den aufrechten Gang: Schultern zurück! Crazy Heart gewinnt.
Robert Downey Jr. – so hätte ich ihn auf der Straße nie erkannt (blaue Brillengläser?). Er und Tina Fey machen sehr schön klar, wie unterschiedlich Drehbuchautoren und Schauspieler die Rolle des Drehbuch sehen – großartig.
Präsentation der Nominierungen mit Voice-Over, die das Drehbuch vorliest (außerdem liegt der Text über dem Bild) – ebenfalls großartig. Hurt Locker – muss ich denn dann doch sehen?
John Hughes-Rückschau – Wow, sie waren alle schon da, sie waren scheißjung, und sie waren großartig.
“Thank heaven for little girls” als Musik für den Auftritt zweier – gut gekleideter – Schauspielerinnen, die ich noch nie gesehen habe und die die Animinierter-Kurzfilm-Nominierungen präsentieren. Logorama – sieht sehr gut aus. Lustige Dankrede – mit dem ersten Oscar in der Hand, Respekt; ich liebe diese kleinen Respektlosigkeiten.
Best Documentary Short Music by Prudence – unlustige Dankesrede.
Und gleich noch Live Action Short The New Tenants – sehr aufgeregte, atemlose Dankesrede (damit kann ich mich am ehesten identifizieren).
Wo sieht man eigentlich Kurzfilme, also außerhalb spezialisierter Festivals?
Dieser Avatar-Schlumpf muss doch Ben Stiller sein, oder? Uahahaha! MIT Schwanz!
Best Make-up: Star Trek. War mir nun nicht speziell in dem Film aufgefallen, aber hey, was weiß denn ich. (Gab’s in diesem Fasching eigentlich schon die ersten blauen Kostüme?)
Das Knabbern beginnt: Ich fange mit dem Rohkostkonfekt an.
Best Adapted Screenplay – habe nur einen der nominierten Filme gesehen: Precious, auf den freue ich mich seit Monaten. Überaufgeregte Dankrede, oh, wirklich ergreifend ergriffen.
Ehrenoscarträgerin Lauren Bacall ist selbst da, yay!
Robin Williams präsentiert beste Nebendarstellerinnen: Monique in Precious. Verzeihung: Mo’nique. (Keine Witze mit Namen, keine Witze mit Namen.)
Dieses Rohkostkonfekt wird sehr bald sehr weg sein. Wie konnte ich vergessen, wie gut das Zeug ist?
Sigourney Weaver (über die mus ich noch mal ausführlich schwärmen) präsentiert Art Direction – von denen habe ich sogar einige gesehen: Avatar. Na gut, den kann ich gerade noch gelten lassen. Dann wiederum: Besser als Sherlock Holmes? Cameron sieht ungeheuer humorlos aus.
WAS hat Sarah Jessica Parker da an?! Das ist doch etwas, was man trägt, bevor man sich richtig anzieht. Und dann auch noch bei der Präsentation des bestem Kostümbilds. The Young Victoria gewinnt. Die Gewinnerin widmet ihren dritten Oscar den Kostümbildnern, deren Arbeit nicht so offensichtlich ist wie die für Kostümfilme – sehr nett.
Ach, “horror” movies! Und ich hatte verdutzt, aber ernsthaft einen Überblick über “whore” movies erwartet. So oder so nicht mein Genre.
Sound Editing and Mixing. Endlich mal wird nicht nur darüber gewitzelt, dass diese Kunst keiner versteht, sondern erklärt, was dazugehört, am Beispiel von The Dark Knight. Zweiter Oscar für The Hurt Locker.
Auch Best Sound an The Hurt Locker. Eine Erklärung des Unterschieds zum Vor-Oscar wäre nun wirklich nett gewesen.
SciTech Award – warum gibt es dazu keine Sondersendung? Ich kann unmöglich die einzige sein, die wirklich gerne wüsste, welche Fortschritte da preisgekrönt wurden.
Sandra Bullock hat endlich einen Friseur und ist anständig angezogen (und sie spricht Christian Berger richtig deutsch aus – was sie ja fließend spricht, wenn auch mit fränkischem Akzent). Kamera-Oscar für Avatar. Der ist nu gar nicht nachvollziebar.
Demi Moore ist die bisher schönste von allen. Rückblick auf die Branchenverstorbenen 2009 – da waren einige unersetzliche dabei.
Jennifer Lopez’ Kleid hat da was, was Großes, was da irgendwie rauswächst. Nominierte für Best Original Score mit Hip-Hop-Choreographie präsentiert. Oscar an Up. Ist der Soundtrack was?
Visual Effects geht an Avatar: Nachdem selbst die, die den Film gegen ihren Willen mochten, genau davon geschwärmt haben, ist dieser Oscar wohl passend. Jetzt ist aber genug, drei Oscars für den Film reichen.
Langsam will ich aber doch wissen, für welche neue Rolle George Clooney sich gerade die Haare so grässlich wachsen lässt.
Matt Damon präsentiert Best Documentary Feature: The Cove. Böse Delphintöter.
Best Film Editing: The Hurt Locker, Nummer 4.
Pedro Almodóvar und Quentin Tarantino zusammen auf der Bühne, hübsch. Best Foreign Language Film: El Secreto de sus ojos, wohl eine Überraschung. Exzellenter Gag in der Dankesrede: “First of all I want to thank the Academy for not considering Na’avi a foreign language.”
Diese Laudatios muss man als Belaudeter erst mal ertragen. Die Nominierten für Best Actor halten sich gut. Glücklicherweise macht Tim Robbins Scherze, sonst wäre die Sache zu klebrig geworden.
Kate Winslet schaut richtig gut aus. Sie nennt: Jeff Bridges. Er war sehr dran. Aber will ich Crazy Heart sehen? Saufende Sänger sind eigentlich nicht so das Meine. Kriegt Bridges unbegrenzt Redezeit? Der hört ja gar nicht mehr auf.
Wie immer im letzten Fünftel finde ich, sie könnten Tempo zulegen.
Dieselbe Runde Laudatios für die nominierten Schauspielerinnen. Habe den Eindruck, dass die nicht ganz so schwer erträglich für die Gelobten sind. Sean Penn muss ein bisschen rumsticheln, nennt dann als Best Actress – Sandra Bullock. The Blind Side will ich auf jeden Fall sehen. Und die Dankesrede! Witze, Tränen, glaubwürdiger Dank – she is such a sweaetie!
Ui: Barbra Streisand hat ihre Fenster geplündert und kommt ganz in Gardine. Best Director: Kathryn Bigelow. Der Film interessiert mich trotzdem nicht.
Tom Hanks hat es eilig: Hastet auf die Bühne, reißt den Umschlag auf: Best Film ist Hurt Locker. Soso. Hauptsache nicht Avatar, puh.
Schneeräumgeschwader rumpelt und brummt um die Häuser – auf schneefreien, trockenen Straßen. Wa? Rum? Wenigstens können die mich nicht wachlärmen.
War eine durchschnittliche Show (Steve Martin reißt es mit einem letzten, halbwegs gelungenen Gag nicht raus: “This show has run so long, that by now Avatar runs in the past.”).
Jetzt ungegessenen Proviant zurückverstauen und noch die eine oder andere Stunde schlafen, bis mich der Putzmann weckt. Vertipper werden danach korrigiert.
Moin, jetzt gilt der Text. (sweatie – sehr schön).
Ausnahmsweise am selben Tag veröffentlicht, damit es kein Durcheinander mit der Oscarnacht gibt.
Requiem auf eine Cafetera

Nun ist wirklich Schluss. Über 30 Jahre hat sie der Familie Kaltmamsell gedient, die alte Alu-Cafetera, die meine Eltern seinerzeit aus Spanien mitbrachten. In dem zentralbayrischen Provinznest, in dem ich großgeworden bin, gab es sowas nicht, doch meine Eltern mochten schon damals nach dem Sonntagsessen gerne einen Espresso. Meine stilbewusste Mutter ersetzte das Arbeitermodell schon bald durch eine elegant designte Variante, so durfte ich das Urmodell 1986 beim Auszug von Daheim mitnehmen. (An der Stelle, an der bei meiner Mutter das ästhetische Empfinden sitzt, sitzt bei mir die Nostalgie.) Seither hat sie getan, was sie sollte, Woche für Woche, wenn auch die Reinigung sowie das Auf- und Zudrehen immer schwerer wurden. Was unmöglich damit zu tun haben kann, dass ich sie vor ein paar Jahren mal versehentlich ohne Wasser mit Espressopulver befüllt und auf die heiße Herdplatte gestellt hatte, ziemlich lange sogar.
Gestern kam ich auf die Idee, mal wieder den Dichtungsgummi zu wechseln; bislang war dies immer einer Rundumerneuerung gleichkommen. Doch da war nichts mehr zu wechseln: Der Gummi war eins mit dem Alu-Gewinde geworden.

Man muss auch loslassen können, ab damit auf den Wertstoffhof. Das namenlose Cafetera-Plagiat, das ich mir zu Studentinnenzeiten als billige Zweitkanne für größere Bewirtungen zugelegt hatte und das nie richtig funktioniert hatte, gleich hinterher.

Das hier ist die neue.
Wir haben sie bereits getestet. Auch wenn die Spielanleitung behauptet, man müsse die ersten Ladungen Espresso wegschütten, haben wir (nach gründlicher Reinigung, das wohl), gleich die erste Portion getrunken. Schmeckte gut, jaja. Aber schauen Sie sich allein schon mal den Henkel an, diesen neumodischen, organisch aerodynamischen! Ich habe ja nichts gegen Weiterentwicklung. Aber diese Weiterentwicklung ist anders als der Vorgänger!
§
Im glitzernden Neuschnee Isarjoggen ist wirklich zauberhaft. Ich könnte allerdings damit leben, wenn ich auf das nächste Mal acht Monate warten müsste. Okay? OKAY?


(Es war heute aber zugegebenermaßen ganz besonders hach und wundervoll.)
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Von wegen: Man kann Katzen nicht dressieren. Hier ein Filmchen, 3 Minuten, über einen russischen Katzenzirkus. (via Sixtus’ Getwitter)
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Noch ein letzter Kinobesuch vor den Academy Awards: Ghostwriter. Sehr sauber gemachter Film, vor allem das Drehbuch. Die Geschichte ist nicht epochal oder überraschend, aber gut erzählt und gespielt. Und die Musik ist von Alexandre Desplat, den wir seit Girl with a Pearl Earring eh lieben.
§
Zum Abendessen Pollo en pepitoria – Rezept verfeinert, Foto dazugestellt.

Über Patrick Findeis Kein schöner Land geschrieben, das mir sehr gut gefallen hat. Zu finden drüben beim Common Reader.
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Ausgiebiges Schwimmen im Olympiabad, das im dichten Schneefall vor verschneiter Kulisse fast nicht zu sehen war. Mal wieder Dreiertakt beim Kraulen ausprobiert – ich bekomme nicht genug Luft, wenn ich nur nach jedem dritten Armschlag einatme. (Stellen Sie sich mal vor, Sie könnten beim Joggen nur nach jedem fünften Schritt kurz Luft schnappen.) Ist das vielleicht nur etwas für einen Sprint? Wie machen das die echten Langstreckenschwimmerinnen?
§
Im weiterhin dichten Schneetreiben in der Innenstadt ein wenig eingekauft, darunter mit Genuss beim Rottenhöfer Pralinen und Rohkostkonfekt (Teil des Oscarnachtmenüs).
§
Weil wir’s gerade von Trainigsmethoden hatten: Hier Werbung für eine neue Diät.

Weniger Bauch durch – Baucheinziehen!
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Zitronenkuchen nach Fool for Food gebacken. Gerade weil ich die Zutat Vanilleextrakt so ungewöhnlich fand, ließ ich sie drin. So ist das Ergebnis ein schön rund und voll schmeckender Rührkuchen – allerdings seltsamerweise nicht sehr zitronig.

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Zum Abendessen wieder die Crossover-Dampfnudeln mit Salsicce-Füllung aus dem zweiten Basic Cooking: Dicke Empfehlung, das ist meine bisherige Rezeptentdeckung des Jahres. Dazu Dehesa La Granja, von dem ich beim Kaufhof am Marienplatz zwei Flaschen Jahrgang 2002 entdeckt hatte.

Service für alle Twitter-Scheiße-Finder oder nein: Argumentationshilfe gegen die Behauptung, Twittern sei existenzieller Bestandteil jeder Unternehmenskommunikation. Eine Liste von twitternden Unternehmen, bei denen ich mich frage, welchen Kasperl deren Marketingberater wohl gefrühstückt haben:
Ein Ladungssicherer: http://twitter.com/EversGmbH
Ein Zahnarztzubehörunternehmen: http://twitter.com/duerrdental
Ein Anbieter für Trockeneisverfahren: http://twitter.com/Trockeneis
Experten für Leistungsvisualisierung: http://twitter.com/ViewSystems
Ein Anbieter von industriellen Infrarotsystemen: http://twitter.com/diasinfrared
Ein Drahterodierer: http://twitter.com/AR_COM
Ein Stahlhändler: http://twitter.com/STAHLkompakt
Niederländische Spezialisten für lasersnijden: http://twitter.com/lasersnijden
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Beleg, dass Twitter, richtig verwendet, eben nicht Scheiße ist:
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The Independent berichtet über das Pork Camp, an dem ich zefix! aus beruflicher Unabkömmlichkeit nicht teilnehmen konnte: “It is not long before I am joining my friend to construct another Mettbrötchen.”
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Kluges vom Elektrischen Reporter:
Elektrischer Reporter Digitale Identität: Das Ich im Netz
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Amerikanische Wissenschaftler haben ja herausgefunden, dass Social Media die Grenzen zwischen privat und geschäftlich immer mehr verschwimmen lassen. Und nun sieht es danach aus, dass ich Internetveteranin mein seit Jahren beim Bloggen und Twittern gesammeltes Wissen auch explizit für meinen Arbeitgeber einsetzen soll. Zum Beispiel in Form eines Info-Vortrags vor ganz oben.
Selbstverständlich wird die erste Folie nur zwei Wörter enthalten:
DAS Blog.
(Scherz.)
video/mp4 (84 571 ko)Das war aber eine kurze Frühlingsahnung: Morgens ist es wieder frostig, fürs Wochende sind Minusgrade und Schnee angekündigt. Abgrundtiefer Seufzer.
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Aus Gründen recherchierte ich auf den Websites zahlreicher Großunternehmen. Es ist ganz erstaunlich, was sich hier in letzter Zeit getan hat: Mit wenigen Ausnahmen sind die Sites übersichtlich und nutzerfreundlich geworden. Mal sehen, was mit meinen Anfragen passiert.
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Wieder jemanden im Unternehmen entdeckt, ziemlich weit weg von meinem Arbeitsbereich, der mit Fachkompetenz, Mitdenken, Freundlichkeit und Leidenschaft für die Sache mein Herz erfreut. Diese Erlebnisse lassen mich sofort Knüppel zwischen den Beinen und profilneurotische Widerstände von anderen Seiten vergessen.
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Gründliches Heben in der Muckibude, das werden wir ja wohl mal sehen.
Die Systematik digitale natives / digital immigrants ist auch mit der Ergänzung durch die Gruppe digital pioneers (möglicherweise wäre Internet veterans besser) irreführend. Gemäß dem Erfinder sollte digital natives die Generation bezeichnen, die eine Welt ohne Onlinekommunikation nicht aus eigenem Erleben kennt. Doch die älteren Erwachsenen interpretieren die Bezeichnung gerne, dass diese Generation aus Experten für alle Formen der Onlinekommunikation besteht – etwas ganz Anderes. Und so stand wieder eine Praktikantin aus einer Nachbarabteilung neben meinem Schreibtisch, mit verschreckt aufgerissenen Augen: Sie hatte den Auftrag bekommen, eine Social-Media-Strategie für ihren Bereich vorzuschlagen, sie sei doch sicher ein digitale native. E-Mail und Kommunikation per SMS sind für sie selbstverständlich, sie hat auch ein Facebook-Konto, das sie häufig nutzt, doch Twitter oder flickr kannte sie nur vom Namen, von LinkedIn hatte sie noch nie gehört. Deshalb die Bitte an meine fellow Internet veterans: Machen Sie doch bitte der Arbeitswelt in Ihrer Umgebung klar, dass auch ein sehr junger Mensch im Internet nur die Anwendungen kennt, die ihn interessieren. Und nur durch Recherche und Lernen Experte im Umgang mit vielen davon wird.

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Konnte mich endlich mal wieder erbieten, für Abendessen zu sorgen: Schlichtes nach Madame Bolli. Beim Reblochonkaufen ganz herzerfrischend mit der Käseverkäuferin geflirtet.
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Im Fernsehen das Singspiel des Starkbieranstichs am Nockherberg mitverfolgt, mit Amüsement. Vor allem das gepflegte und doch urige Bayerisch der Bavaria-Darstellerin erfreute mein Herz, das Wort Lätschnbene hatte ich seit meiner Jugend nicht mehr gehört.
Diesmal war die Idee privater Natur, und ich habe gleich mal Einladungen dazu ausgesendet. Macht mindestens so viel Spaß wie berufliche Ideen.
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Besprochen, beraten, gesichtet, geprüft, freigegeben, geplant, abgestimmt, koordiniert, geschrieben, noch mehr besprochen, gescherzt, gestutzt.
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Austoben bei Stepaerobics. Heute konnte ich glücklicherweise etwas entspannter damit umgehen, dass die immer noch vertretende Vorturnerin andere Schritte ansagt als tatsächlich turnt.
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In strömendem Schneeregen kleine Irrfahrt nach Hause: Tram vor der Nase weggefahren, zehn Minuten Warten. Nächste Tram fuhr nur eine Station, wurde dann von einem Unfall gebremst, an dem bereits drei Straßenbahnen Schlange standen: Alles aussteigen, Sie müssen zu Fuß gehen. Wegen immer noch strömendem Schneeregen (es wären zu Fuß zu zehn Minuten gewesen, doch ich trug elegante Schuhe und hatte keinen Schirm bei mir) hinab zur U-Bahn gestiegen. Bahn vor der Nase weggefahren, zehn Minuten Warten. Laune stieg erst wieder, als der Mitbewohner die gewünschte Blutwurst mit Sauerkraut und frischem Apfelmus servierte.
Welch ein aufregendes Leben ich führe! Gleich morgens im Büro reichte mir die Abteilungssekretärin als Post eine Ladung vors Amtsgericht: …auf Anordnung des Gerichts werden Sie zur Vernehmung als Zeuge geladen auf…. Vier Blätter, getackert, Firmenanschrift mit Tipp-ex ausgebessert, Anschrift des Gerichtsgebäudes mit Kuli korrigiert. Wieder etwas gelernt: Es gibt nicht nur Fachvokabular, sondern auch Fachgrammatik: Juristensprache lädt auf einen Tag vor, nicht etwa an einem Tag.
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Ich gönne es Hugh Laurie von Herzen, dass er als Dr. House ein Superstar geworden ist. Dennoch habe ich das Bedürfnis darauf hinzuweisen, dass wir ihn eigentlich aus Blackadder sowie Jeeves and Wooster kennen und für solche Dinge lieben (Klick auf Bild für Hören).
Hier eine Version des sehr viel jüngeren Hugh Laurie (der allerdings bereits amerikanisch klingen konnte):
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Eine bestimmte Art von Coolness und Abgebrühtheit will ich bitte nie erreichen: Ich will nie aufhören mich superwichtig und scheißabgefahren zu fühlen, wenn ich beruflich mit Kolleginnen in Südafrika telefoniere. Auch wenn das Gespräch zweimal abgeschnitten wird, wegen “problems with our line”.
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Brav in der Muckibude Gewichte gehoben. Beim Abendessen wieder festgestellt, dass mir Grenache in allen Varianten schmeckt (Côtes du Rhône Montirius Vacqueyras 2006).











