• Shortcuts : 'n' next unread feed - 'p' previous unread feed • Styles : 1 2

» Publishers, Monetize your RSS feeds with FeedShow:  More infos  (Show/Hide Ads)


   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Medienforschung am MIT (Massachussetttes Insitute of Technology) mit Henry Jenkins

Das berühmte MIT hat mit Henry Jenkins einen der profiliertesten Medientheoretiker zu bieten. Jenkins bezieht individuell und konträr Position zu den Allgemeinplätzen (amerikanischen wie internationalen) der Medienkritik. So schreibt er etwa über das Thema "Gewalt in den Medien" im Artikel: Lessons from Littleton - What Congress Doesn't Want to Hear About Youth and Media In short, teens aren't drawn to Quake or Scream because they are bloodthirsty or because they think violence is the best real-world response to their problems. These works offer them the best available vehicle for their fantasies of empowerment, take seriously what young people feel and think about the adult world, acknowledge the darker sides of the teenagers' everyday experiences, and offer an intense release from real-world tensions. If, for moral, political, or aesthetic reasons we find such violent entertainment reprehensible, then we are going to have to offer new genres that satisfy those basic urges at least as well. Der Artikel wurde veröffentlicht im Independent School Magazine der National Association of Independent Schools in Washington DC

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Jenkins bezieht erfrischend konträr Position zu den Allgemeinplätzen (amerikanischen wie besonders hiesigen) der Medienkritik. Wichtige Stichworte: Comparative Media Studies, Media Convergence, Children's Culture, Media & Democracy u.a.

Siehe den Artikel Henry Jenkins am MIT - Comparative Media Studies

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Die Website enthält eine Bibliografie und versammelt Links zu Quellentexten zur Theorie und Praxis der Film-Montage.

Link zur Website: Montagetheorie

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Zitat Umberto Eco's aus Artikel "Casablanca: Cult Movies and Intertextual Collage" (1984) in "Travels in Hyperreality"

When all the archetypes burst out shamelessly, we plumb the depths of Homeric profundity. Two cliches make us laugh but a hundred cliches moves us because we sense dimly that the cliches are talking among themselves, celebrating a reunion . . . Just as the extreme of pain meets sensual pleasure, and the extreme of perversion borders on mystical energy, so too the extreme of banality allows us to catch a glimpse of the Sublime. Zitat nachzulesen im web u.a. in Themodernworld.com beschrieben als "Porta Ludovica, a website dedicated to the works of Umberto Eco".

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Mein Freund Peter Kramer an der University of East Anglia, Norwich untersucht populäre Filme etwa von Steven Spielberg und George Lucas und Ihre Beziehung zum gesellschaftlichen und sozialen Kontext.

Insbesondere interessieren Peter Kramer Spielberg, Lucas und Disney, das frühe Kino, das aktuelle Hollywood, und die Beziehung zwischen Europa und Hollywood. Die Fragestellung aus seinem Spielberg-Lucas-Artikel: "It’s aimed at kids - the kid in everybody": George Lucas, Star Wars and Children’s Entertainment "I want to address a different set of questions about production and marketing strategies as well as actual audiences: What about the first part of Time magazine’s formula? Was Star Wars aimed at children? If it was, how did it try to appeal to them, and did it succeed? I am going to address these questions first of all by looking forward from 1977 to the status Star Wars has achieved in the popular culture of the late 1990s. I will then look backward from 1977 to the long period of gestation of the Star Wars project and its gradual transformation into a children’s film; that is a film primarily, but not necessarily exclusively, addressed to children. Finally, I am going to return to the year 1977 and examine the initial reception of Star Wars as an adventure for the whole family and as a model for Hollywood’s future. Der Artikel kann hier ganz gelesen werden Scope: An Online Journal of Film Studies

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Transparencynow.com ist eine umfangreiche Website des Amerikaners Ken Sanes mit Essays zu den modernen Medien. Sanes lebt als Journalist und Autor in Boston (laut Website).

Die Website Transparencynow.com und ihre Texte wird in vielen Kursen des englischsprachigen Raums zum Thema Medien und Ethik, Medienkritik, Semiotik, Populärkultur u.a. genutzt. Sanes vertritt die These, dass die Populärkultur (Sitcoms, Science Fiction, Hollywood-Filme u.a.) zu Unrecht unterschätzt oder sogar gering geschätzt wird für die Bildung einer individuellen und öffentlichen Moral. Textauszug aus Transparencynow.com: The books and essays in Transparency offer a general theory of human nature, representation and society, based on the idea that all of us have a basic desire to mature beyond the limitations imposed on us by four sources -- our own psychodynamics, the neurotic dynamics of culture, the misuse of power in society, and the limits imposed by the physical world. Put another way, the site is based on the idea that all of us have within us a primal awareness that we exist in a fallen state and in a state of exile from the better selves, society and world we know should exist. Transparency describes the way the creations of culture express and disguise this awareness of the human condition.

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Café Lascaux ist ein persönliches Weblog zur Film- und Medientheorie.

Es soll dazu dienen, Bausteine für eine moderne Medientheorie zusammenzustellen. Diese Bausteine sind sowohl fremde Zitate und Definitionen, als auch eigene Gedanken und Ideen. Das Medium des Weblogs scheint mir ideal, um die Bausteine ordnen zu können, ohne sie sofort in ein fertiges Gedankengebäude zu bringen. Den Namen "Café Lascaux" habe ich gewählt, da ich die modernen Medien in einer Kontinuität sehe mit den Höhlenmalereien von Lascaux. Mir gefällt der Gedanke, dass die Funktion der Medien heute eine ähnliche ist wie es die Funktion der bemalten Höhlen für die Menschen vor 15.000 Jahren war.

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Willkommen im "Café Lascaux"! Es ist gedacht als eine Art interaktives Wörterbuch zur Film- und Medientheorie, weniger im Sinn eines Lexikons und schon gar nicht mit dem Anspruch auf Vollständigkeit, sondern eher als Raum für die Entwicklung und Überprüfung von Ideen, Thesen und Verbindungen. Derzeit habe ich folgende Einteilung vor:

Über die Idee und das Projekt wird es Artikel in der Rubrik "Über Café Lascaux" geben. In der Rubrik "Begriffe" werden Artikel, Definitionen und Zitate gesammelt zu zentralen Begriffen wie Identität, Kultur, aber auch zu Begriffen und Termini aus der praktischen Medienproduktion wie Plot, Erzählperspektive usw. Unter "Gedanken" werde ich meine eigenen Ideen entwickeln. Natürlich sind diese wie alle anderen Beiträge auch kommentierbar. Die Kategorie "Personen" versammelt das Who is Who der hier zitierten oder erwähnten Autoren, Philosophen, Schriftsteller, Filmemacher, Wissenschaftler. Die Rubrik "Links" wird - Überraschung! - externe Links enthalten. Externe Links sind darüber hinaus natürlich in den einzelnen Artikeln auch möglich. Alle Rubriken können Unterkategorien erhalten - es muß sich zeigen, ob dies sinnvoll ist oder ob die zu starke Strukturierung schon wieder kontraproduktiv ist.

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Ein hervorragendes Online-Projekt zur Medien- und Kulturtheorie ist "Beats Biblionetz".

Beats Biblionetz verbindet Literaturliste, Personenregister, Begriffslexikon, Thesensammlung und Fragenkatalog, und zwar über eine ganze Reihe interessanter Themenbereiche hinweg, thematisch verknüpft: Erkenntnistheorie, Informatik, Wirtschaft, Didaktik, Ethik, Informationsvermittlung... Wir werden immer wieder zu einzelnen Themen, Texten; Thesen und Personen verlinken.

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Der enorme Erfolg des Kinos könnte darauf hindeuten, dass die Aufgabe, die Kino und Filme in der Kultur erfüllen, besonders notwendig ist.

Aber wozu notwendig? Könnte es sein, dass jenseits des Wirschaftsfaktors und der Wirtschaftsmacht, den das Kino darstellt, noch andere Notwendigkeiten bestehen, die den Erfolg der Kinoindustrie begründen? Es müßten beinahe existentielle Notwendigkeiten sein, wie Essen, Sexualität, Schlaf, Sprechen. Dass die Filmindustrie über Wirtschaftsmacht verfügt, ist nicht bestreitbar. Es mag aber noch andere triftige Gründe für diese Macht geben, als jenen, dass diese Wahrheit von der Filmindstrie gleichzeitig als "Ideologie, die den Schund legitimieren soll" (Adorno/Horkheimer) genutzt wird, um jeden Zweifel an der Notwendigkeit niederzuschlagen (1). Die These ist: ähnlich wie in den Steinzeithöhlen die rituelle Weitergabe von Wissen (oder Geschichten) kritisch fürs Überleben des Stammes gewesen sein mag, kann heute die Kommunikation via Film/Kino (und schließlich: Medien) kritisch für den Zusammenhalt und Fortbestand unserer Gemeinschaften (oder für die Erhaltung individueller Identitäten) sein. Um es klar zu machen: Gerade um Hollywood (den Schund nach Adorno/Horkheimer) geht es dabei, um Filme, die ein Massenpublikum erreichen. Links:

  • The Cave of Lascaux (englisch oder französisch)
  • Die Interpretation der Steinzeitmalereien auf den Höhlenwänden als frühe Form einer "Virtuellen Realität" (englisch) auf Transparencynow.com

Fußnote: (1) Kulturindustrie - Aufklärung als Massenbetrug - Max Horkheimer / Theodor W. Adorno - Textauszug online nachzulesen unter Montagetheorie/Materialien Kritische Theorie

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

print.google.com Online Excerpt aus "Rough Guide to Cult Movies" von Paul Simpson in der Reihe "Rough Guides"

Auszug aus dem Online Excerpt: "Rough Guide to Cult Movies" bei print.google.com: The Concise Oxford Dictionary defines ‘cult’ as: 1) a system of religious worship especially as expressed in ritual 2) a devotion or homage to a person or thing 3) a popular fashion especially followed by a specific section of society4) denoting a person or thing popularised in this way. The dictionary, in its linguistic wisdom, assigns the last definition to a cult figure or cult film. In cinematic terms, the word ‘cult’ has often been applied to films starring 50ft women on a mission of personal revenge, killer tomatoes, or an entire western town populated by midgets. Sometimes this has been extended to include movies that are either ‘so bad they're good’ (the clichéd example of this genre being any work by the ‘world's worst director’ Ed Wood) or are the objects of a quasi-religious worship (Star Wars). The word ‘cult’ also implies some kind of secrecy, a knowledge hidden from the masses. So a cult film may be the preserve of a few (eg Where's Poppa?, the comedy where George Segal's brother, dressed in a gorilla costume, is implicated in the gang rape of a policeman in drag) or have depths missed by the casual viewer (while many of us have never wondered what was in Marsellus' case in Pulp Fiction, for others it is a celluloid Holy Grail). Weitere Zitate in diesem Online-Auszug u.a. von Umberto Eco und über "Stanton's Law" - Harry Dean Stanton habe nie in anderen als (später als solchen anerkannten) Kultfilmen gespielt.

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Deutsche Beiträge UND English Contributions are welcome...

Es läßt sich nicht vermeiden, hier die Sprachen zumindest in der Materialsammlung beide zu nutzen. Als wäre dies eine Art semantische Wasserscheide, gibt es rechts- wie links-atlantisch sehr unterschiedliche Zugänge und Herangehensweisen in der Medienkritik, Filmtheorie, Kino- und Kultur-Debatte. Beide Seiten des atlantisch-semantischen Grabens zu überspringen, hin und her, halte ich für wichtig... Therefore please allow me to say that English contributions to this media critic weblog are very welcome too, as are German speaking entries, of course... Und wer Lust hat, kann, soll und darf sehr gern Artikel und Beiträge übersetzen!

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

The mandate of Edge Foundation is to promote inquiry into and discussion of intellectual, philosophical, artistic, and literary issues, as well as to work for the intellectual and social achievement of society. Wohlklingende Namen...

... machen sehr neugierig auf diese Website The Edge: Steward Brand, Brian Eno, Bruce Sterling, Howard Rheingold, Richard Dawkins u.v.a. Teil der Website: "The Third Culture" John Brockman, Herausgeber von "The Edge", definierzt "Third Culture" so: Throughout history, intellectual life has been marked by the fact that only a small number of people have done the serious thinking for everybody else. What we are witnessing is a passing of the torch from one group of thinkers, the traditional literary intellectuals, to a new group, the intellectuals of the emerging third culture. Aus dem Feuilleton der SüddeutscheN Zeitung, Autor: Andrian Kreye Gott würfelt doch; Die Dritte Kultur verteidigt sich volksnah in New York "Es gehe nicht darum, den Menschen auf seine biologischen und physikalischen Prinzipien zu reduzieren, schreibt John Brockman in "The New Humanists". Kunst, Literatur, Geschichte und Politik müssten lediglich lernen, die Naturwissenschaften wieder in den intellektuellen Prozess einzugliedern. Nur dann könnten Natur- und Geisteswissenschaften gemeinsam an der Zukunft arbeiten."

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Ein überraschend spannendes Experiment einer Filmanalyse führt die Website 'Frame by Frame' anhand David Lynch's 'Blue Velvet' durch. 172.800 Einzelbilder warten auf Ihre Betrachtung ...

Die ersten Einzelbilder des Films bestehen aus einem rein blauen Hintergrund, iin den in Kürze (ab etwa Bild 28) erste Wolkenbestandteile ragen werden.

Unter den etwa wöchentlichen Artikeln zu jeweils drei Einzelbildern versammelt Autor Nicholas Rombes, Dozent an der Uni Detroit Mercy, schon eine ganze Menge film-philosophischer Betrachtungen und Zitaten, von Adorno, Walter Benjamin, Roland Barthes oder Susan Sonntag, und auch von Kommentarschreibern, in dieser als offenem Weblog aufgebauten Filmanalyse. Zum Beispiel mein Kommentar zu Frames 23, 24, 25 zum Blau (eben genauer: Blau-Schwarz) der ersten Bilder. Filmanalyse 'Frame byFrame' - Website ist ein Experiment: 'What shape might film theory take in a post-film world? ...' fragt Nicholas Rhombes und ist sich bewußt, dass die komplette Analyse des Films mit 172.000 Einzelbildern in dieser Weise etwa 463 Jahre dauern wird...
Das Ganze ist also ein Modell extremer Verlangsamung, und er setzt es entsprechend in den Kontext unserer als immer schnellebiger empfundenen Zeit als Versuch eines 'slow criticism against the hyperspeed of the digital era.' Zur Betrachtung der Bilder 26,27, 28 zitiert Rombes zum Thema Realität und ihrer Wiedergabe/Wiedererzeugung/Neuerzeugung in der Kunst einen sehr schönen Gedanken von Maya Deren (Link: Eintrag in der Wikipedia-Enzyklopädie: David Lynch's closest cinematic relative--Maya Deren--published in 1946 (the year of David Lynch's birth) these words: "To renounce the natural frame of reference--the natural logic and integrity of an existent reality--is not, as popularly assumed, an escape from the labor of truth. On the contrary, it places upon the artist the entire responsibility for creating a logic as dynamic, integrated, and compelling as those in which nature abounds. To create a form of life is, in the final analysis, much more demanding than to render one which is ready-made." (Maya Deren, An Anagram of Ideas on Art, Form, and Film: 1946)

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Ein Artikel von Nicholas Rombes über die neue "Ästhetisierung von Macht" durch Filme wie Matrix, Minority Report, Spy Kids erinnert mit seiner These "The Surveillance Culture as Entertainment" an den visionären Schluß in Walter Benjamin's Kunstwerk-Aufsatz.

Nicholas Rombes (University of Detroit Mercy) schreibt auf der Website Film and Fiction - Your Life Is A Movie: Movies like The Matrix and Minority Report (and even Spy Kids) aestheticize power even as their plots declaim against it; they prepare us for the coming Surveillance Culture by making it look beautiful and dangerous in an exotic way. Es stimmt wohl mit dem aktullen Lebensgefühl und der Nachrichtenlage überein, dass eine Überwachungs-Kultur bevorsteht oder schon Realität ist - wer würde das in der Tendenz bezweifeln, in einzelnen Ländern natürlich unterschiedlich ausgeprägt. Und es scheint gar nicht so falsch beobachtet, dass die Ästhetisierung des "Big Brother" etwa in Matrix (wie schon im Ansatz in dem Anti-Überwachungs-Film "Staatsfeind Nr. 1) dessen Methoden und Mittel faszinierender erscheinen lassen mag, als es angebracht ist. Wenn Filme heute also die Ästhetisierung der Macht betreiben, kommen die letzten Sätze im Kunstwerk-Aufsatz Walter Benjamins (Wikipedia: Walter Benjamin) ins Gedächtnis, seine Warnung: "Die Menschheit, die einst bei Homer ein Schauobjekt für die olympischen Götter war, ist es nun für sich selbst geworden. Ihre Selbstentfremdung hat jenen Grad erreicht, der sie Ihre eigene Vernichtung als ästhetischen Genuß erleben läßt. So steht es um die Ästhetisierung der Politik, welche der Faschimus betreibt. Der Kommunismus antwortet ihm mit der Politisierung der Kunst (Kursiv im Original)". Wenn man über die gewaltigen Begriffe "Kommunismus" und "Faschismus" einmal hinwegliest - sehen wir in diesen Filmen tatsächlich uns "Bürger" als Schauobjekte unserer selbst, als Helden in einem Drama aus unserer eigenen Feder. Ja - wir werden überwacht. Aber auch: ja, wir wissen darum. Und ja - wir können uns befreien, wenn wir wollen und den Mut haben ("die rote Kapsel statt die blaue"). In "Matrix" (Matrix bei Wikipedia) wird es des Helden Neo's Aufgabe, die Menschen aus dem bösen Traum erwachen zu lassen. Der Film (speziell "Matrix") scheint beides zu tun und damit den von Benjamin aufgestelten Gegensatz zu unterlaufen: Er ästhetisiert Macht (und damit auch Politik - große Politik erscheint immer faszinierend, vor allem im Film) - und er politisiert die Kunst - indem er dem Filmhelden und dem Zuschauer eine Möglichkeit an die Hand gibt, die "wahren" Verhältnisse zu erkennen - und die Realität nicht mehr naiv mit der Wirklichkeit zu verwechseln. Wie man den Film auch auslegt - als Kampf zwischen "echter Wirklichkeit" und "erzeugten" Scheinwelten, oder als Kampf des Körpers gegen den Geist mit und gegen die Mittel des Bewußtseins - zentraler Begriff dafür wäre das Ringen um Identität auf unsicherem Terrain. Und damit erscheinen diese Geschichten wiederum uralt. Gibt es eine neue Art von Realität, wie Nicholas Rombes behauptet: "'Real life' is merely a staging point for deeper and deeper penetrations into the fake world that has become, in fact, our real one. The sweeping victory of cinematic vision -- from pop culture to education to politics -- is only the latest and most dangerous stage of our evolution out of the old reality and into the new." Es gibt eigentlich keine neue Realität, sie war schon immer 'fake world' - siehe Plato. Es gab schon immer zwei Perspektiven - mindestens. Nur wird die Möglichkeit zunehmend bewußter, plötzlich in einer anderen Realität erwachen zu können. Das ist vielleicht ein Fortschritt, den die Politisierung der Kunst, um mit der Vision Walter Benjamins zu formulieren, erreicht hat: Dass mehr Menschen sich heute eher gewahr sind als jemals zuvor, dass die eigene Realität ein Konstrukt der eigenen Einbildung genauso wie äußerer 'Realismen' ist und damit sehr dünnes Eis. Wenn die Selbst-(Er)findung heute bewußter abläuft, könnten wir ein Stück weniger Gefahr laufen, der Selbst-Entfremdung Raum zu geben. Allerdings droht die Selbst-Entfremdung heute noch stärker von außen zu kommen. Wenn Sie als Mensch mit Rucksack in London eine Polizeiwaffe auf sich gerichtet sehen - wie sehr vertrauen Sie in diesem Moment auf Technik und korrekte Pesonendaten? Eine neue Runde im Kampf um die Identität. Der Gegner ist nicht wirklich exotisch und faszinierend, eher technisch und banal, er heiligt Wahrscheinlichkeitsrechnung, Datenkompimierung und Statistik. Er ist kein Medium - er ist Botschaft. Eine falsche. Und auf dieser Ebene stimmt der Schlußsatz bei Nicholas Rombes dann wieder: "Don't think you are spared. For your life, too, is a movie, a soundtrack for someone. You have been documented. Whose home movies are you in? Who watches you in your car at the intersection? Who has recorded your voice, saved your e-mails, archived your purchases? For someone, you are a prediction waiting to happen. You have been prepared for this all your life, watching movies in the dark, spying. The Orwellian future you learned to dismiss is here, and now you are waiting --eagerly perhaps -- to see the fangs."

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Die "Glotze" als technische Annäherung an das Nirwana: Der Artikel "Das Nullmedium" von Hans Magnus Enzensberger aus dem Spiegel Nr. 20 / 1988 hat es verdient, hier verlinkt zu werden. Genauer ein ausführliches Zitat des Artikels, gefunden auf http://www.groscurth.com/archives/2003_05.html. Plus ein Kommentar aus Sicht von 9/11 und in Memoriam Walter Benjamin.

Aus dem Artikel "Das Nullmedium" (Spiegel Nr. 20 / 1988) von Hans Magnus Enzensberger: Das Fernsehen wird primär als eine wohldefinierte Methode zur genußreichen Gehirnwäsche eingesetzt; es dient der individuellen Hygiene, der Selbstmeditation. Das Nullmedium ist die einzige universelle und massenhaft verbreitete Form der Psychotherapie. Wem diese Argumentation ex negativo zu düster ist, dem kann geholfen werden. Er braucht seinen Blick nur von den unangenehmen Tatsachen fort in höhere Sphären zu richten und die derzeit wieder einmal so beliebten ältesten Weisheitslehren der Menschheit zu Rate ziehen. Wenn nämlich unsere Konzentration ihr Maximum erreicht - das geht aus jedem esoterischen Taschenbuch einwandfrei hervor -, ist sie von Geistesabwesenheit nicht mehr zu unterscheiden, und umgekehrt: die extreme Zerstreuung schlägt in hypnotische Versenkung um. Insofern kommt der Wattebausch vor den Augen der Transzendentalen Meditation recht nahe. So ließe sich auch die quasi-religiöse Verehrung, die das Nullmedium genießt, zwanglos erklären: Es stellt die technische Annäherung an das Nirwana dar. Der Fernseher ist die buddhistische Maschine. Zugegeben: Es handelt sich hier um ein utopisches Projekt, das, wie alle Utopien, kaum ohne einen Erdenrest zu verwirklichen ist. Online-Quelle und ausführlicheres Zitat hier. Allerdings - nicht in jeder Passage bleibt Enzensbergers Nirwana-Theorie aus plausibel: Dagegen ereignet sich so etwas wie eine Bildstörung, sobald im Sendefluss ein Inhalt auftaucht, eine echte Nachricht oder gar ein Argument, das an die Außenwelt erinnert. Man stutzt, reibt sich die Augen, ist verstimmt und greift zur Fernbedienung. Diese äußerst zielbewusste Nutzung verdient endlich ernst genommen zu werden. Denn wie war das an 9/11, am 11. September 2001? Zweifellos tauchte das im Sendefluss ein "echter Inhalt" auf, und das Verhalten war eben nicht, wegzuzappen per Fernbedienung zur Wiederaufnahme der Meditation, respektive Gehirnwäsche. Genausowenig wie es 1963 war: Nach dem Attentat auf Präsident J.F. Kennedy und dessen Tod brauchte das Fernsehen ein schwarzes Bild unterlegt mit Trauermusik. Wenn mich eine meiner ersten prägenden TV-Erinnerungen nicht trügt, lief der Fernseher sehr lange, sehr beunruhigend, mit Schwarzbild und Klassik weiter. Was heißt das? Ist der Riß im Sendefluss, durch den plötzlich Wirklichkeit dringt, mehr als eine (Bild-)Störung? Ist er gerade die Dosis Realität, durch den der Cocktail TV-Genuss erst seine Suchtkomponente erhält? Wenn ja, wäre die Nirwana-Maschine auch so zu definieren (Walter Benjamin läßt grüßen): Zerstreute Entspannung mit Einlage von Realitäts-Chocs - perfekter, schockweiser Nervenkitzel und vielleicht einzig erträgliche Methode, die Realität an sich heranzulassen. Diese Choc-Komponente hat Herr Enzensberger vielleicht etwas nachlässig behandelt, auch wenn er seinen Benjamin sicher auswendig kann.

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

"Für diesen Film wurde das Medium erfunden" - sagte neben mir im Kino eine junge Frau ihrem Begleiter während der Schlußtitel von "The Day After Tomorrow". "Wissenschaftlich reiner Nonsense, einfach der nächste Anti-Bush-Film" - so zwei Reihen weiter oben ein Mann, Lehrer des örtlichen Gymnasiums. Lascaux heute, Höhlenmalerei im Kino: Prophezeiung und Rettung, vom Sehen zum Handeln.

Die Menschen fühlen sich bestätigt, angegriffen oder wehren reflexartig ab. Es wird diskutiert. Auch im Internet, gerade in den USA. Links werden angeführt, wie unsinnig die wissenschaftlichen Voraussetzungen sind und was 'wahre' Klimatologen sagen Eine Menge heißer Luft (USA Today). Gegenteilige Links: Dass das Pentagon seit Monaten Reports verschweige Artikel im Observer, die auf Grund des Klimawandels in den nächsten 50 Jahren Völkerwanderungen, Atomkriege und die Rückkehr kriegerischer Zeiten vorhersagen. Was das Kyoto-Protokoll ändern kann oder nicht. Ob John Kerry das richtige im Wahlprogramm hat oder doch eher Bush das Problem lösen könnte - wenn es eines gäbe. Man lese die Konversation zu HARRY KNOWLES Review von TDAT auf dessen Website AIN'T IT COOL. Ohne Gegenargumente, ohne Fiktionalität des Films und ohne mögliche Unwahrheit oder Unschärfe, wäre der Film wohl auch nicht zu ertragen.

Was also tut TDAT? Er versammelt eine Menge von Leuten, auch solche, die sonst nicht ins Kino gehen (Lehrer??) oder im Internet posten. Er konstruiert eine Katastrophe als Virtuelle Realität, die er umso intensiver flechten kann - je mehr Meinungen und Gefühle es zum Thema Klimagefahren in uns gibt. Er holt Ängste an die Oberfläche. Er bietet Haltungen zur Identifikation, und als Reflex auf das tatsächliche Eintreten des "Ernstfalls" sogar - Rettung. Erst damit wohl wird diese "Virtuelle Realität" zu einer erfahrbaren Wirklichkeit, erst dies ist der Kunstgriff, der den Film auf uns wirken läßt. Nehmen wir an, Dennis Quaid würde nicht über das Eis aufbrechen, um seinen Sohn zu bergen, bliebe uns dann ein Ausweg, die Katastrophe zu ertragen? Könnten wir als Zuschauer - für Momente gebannt und schockiert - die Realität dieser möglichen Zukunft akzeptieren, wenn nicht eine Identifikation mit irgendeiner Art von Handlung - von Rettung - möglich wäre?

Jeder verteidigt das, was ihm am Herzen liegt. Der Vater Quaid den Sohn, die Mutter den krebskranken Patienten, der schwarze College Boy die Gutenberg-Bibel, und der Obdachlose seinen Hund. Es gibt einen Reflex zum Handeln, der aus uns selbst kommt. Und der zunächst vor allem dem Nächsten - nähesten rettbaren - Wesen gilt. Und damit: auch sich selbst. Nicht Erlösung von außen, sondern Rettung auch durch Handeln.

Auch dieser Film legt es nahe: Es mag im Kino sein wie in den Höhlen der Steinzeit. Die Gefahr als Prophezeiung an der Höhlenwand - oder auf der Leinwand. Mit Flackerlicht projiziert durch das Auge - auf das innere Panorama der Seelen. Das Individuum verängstigt durch den Angriff des Bärs - oder den Einbruch der Eiszeit. Verunsichert durch ein mögliches individuelles Versagen bei der Jagd - oder ein ökologisch mögliches Sterben.

Dazu gehört, in der Höhle wie im Kino: die Rettung. Als Mutprobe, als Meditation, als Initiation, als Weg durchs Unbekannte. Die Rettungsperspektive wird benötigt, um die Rolle des Beobachters überhaupt einnehmen zu können - einer Rolle, die die Chance eröffnet, das eigene Tun mit Voraussetzungen und möglichen Kausalketten von außen zu sehen. Die Androhung des Höllenfeuers erhebt den Menschen zum Beobachter seiner Handlungen - er kann sich der Wirkung seines Tuns bewußt werden, vielleicht bevor er eine Sünde begeht. Erst als Beobachter kann der Mensch handeln und sich verhalten anstatt - wie die Tiere - zu reagieren. Er kann und muß handeln, um Familie, Sippe, Clan zu erhalten - seine Identität eben. Oder nennen Sie es Ganzheit, Seele, Gott, Kultur. Und wenn nicht physisch angesichts einer großen Katastrophe, so doch als Botschaft.

Wir werden sehen, wie weit und wie breit dieser Film wirkt - auf das 'Verhalten'. Ob wir - jenseits der Frage, wie haltbar wissenschaftlich seine Elemente sind - uns überhaupt vorstellen können, uns gegen eine solche Bedrohung auch zu verhalten und handeln zu können. Beobachten und Vorstellen als erste Voraussetzungen für das Handeln.

Es ist ein Effekt des Films von Roland Emmerich, diese Fragen mit der unglaublich realen Wirkung der Bilder und der filmisch-szenisch erreichten Identifikation gestellt zu haben. Offensichtlicher als jede virtuelle Realität zuvor - ob als Höhlenmalerei, Höllenbeschwörung oder als Katastrophenfilm - macht uns dieser Film zum Beobachter. Er macht, um einen Begriff Gregory Batesons zu gebrauchen, komplexe Kybernetik - nämlich metereologische und thermodynamische Prozesse - visuell sichtbar und zeigt auch die Kybernetik (das 'Verhalten') der menschlichen Existenz in Ihrer Interaktion mit dem Planeten als Teil des Systems. Und gerade Bilder bestimmen - manipulieren - stark unser Handeln.

Hierzu noch ein Zitat:
"Weil Menschen sich nicht nicht verhalten können, weil Verhalten aber im Modus irgendwelcher Bilder erfolgt, sind diese allgegenwärtig und unvermeidlich. Sie sind so allgegenwärtig und unvermeidlich, dass der Mensch über Bilder definiert wird und im Umgang mit Bildern seine Definition erfährt." (Stefan Rieger, Kybernetische Anthropologie. Eine Geschichte der Virtualität. Suhrkamp (stw 1680) 2003)

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Das Online Film Magazin der Universität Cardiff, Wales ...

... mit genialem Titel Intensities - Journal of Cult Media und mit aktueller Ausgabe "Horror"

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Dieses Weblog ist interaktiv! Jeder Artikel, Link usw. kann kommentiert werden. Each article, link may be commented!

Um Artikel kommentieren zu können, bitte kurz registrieren! Es erscheint dann immer ein Formular zum einfachen kommentieren unter jedem Artikel. Ich freue mich über alle Beiträge! I'm ,looking forward to your comments - please register with the "Registrieren"-Link - Tanks! Heinz-Guenter Weber

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
   New window
Date: Wednesday, 26 Jul 2006 15:27

Zitat aus Henry Jenkins "RECEPTION THEORY AND AUDIENCE RESEARCH: THE MYSTERY OF THE VAMPIRE'S KISS": ... Film studies actually lags behind literary criticism, where autobiographical modes of writing have gained much broader attention...

... and acceptance (Freedman et al,1993). Film Studies may still be too uncertain about its status as a discipline to fully erase the line between academic and fan. Erecting such a boundary was the price of its admission into the academy. Yet, new modes of critical writing are more and more drawing upon traditions of fan discourse, making the way for more openly appropriative, playful, autobiographical, and inventive genres of critical analysis. Such changes will not come easily, since they go against many of the rules of conventional critical discourse. Yet, these new genres of criticism may bring us closer to understanding the affective power of popular cinema. Der ganze Artikel "RECEPTION THEORY AND AUDIENCE RESEARCH: THE MYSTERY OF THE VAMPIRE'S KISS" von Henry Jenkins ist zu lesen unter hier.

Author: "--"
Send by mail Print  Save  Delicious 
Next page
» You can also retrieve older items : Read
» © All content and copyrights belong to their respective authors.«
» © FeedShow - Online RSS Feeds Reader