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Date: Tuesday, 04 Mar 2008 23:07
Der Balkan ist nicht Thema dieses Weblogs. Auf eine in der Schweizer "Weltwoche" erschienene, lesenswerte Zusammenfassung einer vom Zentrum für Transformation der Bundeswehr in Auftrag gegebenen Studie soll hier dennoch hingewiesen werden. Die gesamte Studie ist hier abrufbar. ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "KFOR, Balkan"
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Date: Tuesday, 04 Mar 2008 18:52
Die Meldung ist schon ein paar Tage alt, aber dennoch interessant: Nach amerikanischen Angaben lag die Zahl der Angriffe durch Aufständische im Osten Afghanistan Anfang 2008 bis zu 50% unter dem Niveau im Vergleichszeitraum 2007. Gemäß der Annahmen der deutschen Afghanistan-Debatte hätte dies nicht passieren dürfen. Angeblich seien es die USA, welche durch ihr kinetisches Vorgehen die Aufständischen stärkten. Tatsächlich jedoch scheint aggressives kinestisches Vorgehen, verbunden mit CIMIC und Stärkung afghanischer Regierungstrukturen die beabsichtige Schwächung des Gegners zu erreichen. Man muss jetzt das Frühjahr abwarten um zu festzustellen, ob es sich um eine langfristige Entwicklung handelt oder nur um eine temporäre Begleiterscheinung des außergewöhnlich harten Winters. ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "ISAF, OEF, Afghanistan"
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Date: Tuesday, 04 Mar 2008 10:02
Im Weblog Sicherheitspolitik wurde bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Unterstützung für Aufständische durch Teile der afghanischen Bevölkerung nicht in erster Linie eine Folge von Faktoren wie zivilen Kollateralschäden oder einer allgemeinen Ablehnung von ISAF ist, sondern eine Folge der relativen Schwäche von ISAF und afghanischer Regierung.Je schwächer ISAF und Regierung erscheinen, desto größer die Erwartung, das die Aufständischen sich durchsetzen. Je höher die wahrgenommene Wahrscheinlichkeit einer Machtergreifung der Aufständischen ist, desto größer der Anreiz für die Bevölkerung, von diesen nicht als Gegner wahrgenommen zu werden.Ein für den "Senlis Council" (eine durchaus kritisch zu beurteilende NRO) tätiger Auswerter hat nun auf Beobachtungen in Süd- und Ostafghanistan hingewiesen, welche diese These unterstützen: "We have evidence to suggest that people are putting one fund into the Taliban and another fund into the ANA and another into the ANP," he said. "They are hedging their bets - they are seeing which side is going to win - purely driven from a sense of desperation."Mit anderen Worten: Wer die afghanische Bevölkerung für sich gewinnen will, muss vor allem auch als stark und durchsetzungsfähig wahrgenommen werden. Dies steht im Widerspruch zu den in der deutschen Diskussion vorherrschenden Annahmen (siehe auch hier oder hier). ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "ISAF, Afghanistan"
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Date: Tuesday, 04 Mar 2008 08:55
Nicht nur von arabisch-nationalistischer und islamistischer Seite hört man die Kritik, der Westen betreibe im israelisch-arabischen Konflikt eine einseitig proisraelische Politik. Diese Kritik ist nicht nachvollziehbar, denn es gehört zum Wesen der Politik, Verbündete und Gegner unterschiedlich zu behandeln. Im Konflikt zwischen Süd- und Nordkorea wird so selbstverständlich eine "einseitige" Politik zugunsten Südkoreas betrieben, wie die USA im Ost-West-Konflikt einseitig die Bundesrepublik unterstützte.Die PLO unter ihrem Anführer Jassir Arafat verübte seit den 60er Jahren Anschläge gegen westliche Interessen (auch in Deutschland und gegen Deutsche) und stellte sich auf die Seite der UdSSR, während Israel sich als verlässlicher Partner verhielt. Die "einseitige" Unterstützung Israels war daher von Beginn an rational. Absurd wird der Vorwurf der "einseitigen" Politik, wenn er so vorgebracht wird wie vom Nahostkorrespondenten der "taz", Karim el-Gawhary. Dieser kritisiert, dass die Einseitigkeit des Westens schon daran erkennbar sei, dass dieser zwischen Terroranschlägen der Hamas und militärischem Vorgehen Israels zur Unterbindung dieser Anschläge differenziere. Diese Aussage zeugt von vollständigem Realitätsverlust, wie er auch unter palästinensischen Akteuren verbreitet zu sein scheint. Palästinensische Akteure, die sich auf der Seite des Gegners positionieren und zur Ermordung europäischer Zivilisten aufrufen, können sie nichts anderes erwarten als die Unterstützung Israels bei ihrer Bekämpfung.(via FDOG) ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "Naher Osten"
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Date: Monday, 03 Mar 2008 08:42
Welchen Schaden die deutsche Afghanistanpolitik der sicherheitspolitischen Glaubwürdigkeit Deutschlands in der Wahrnehmung der Verbündeten zugefügt hat, wurde auf einer deutsch-amerikanischen Sicherheitskonferenz an der Universität von Toronto offenbar.Die kanadischen Teilnehmer aus Politik und Wissenschaft sparten nicht an deutlichen Worten. Einige Zitate: "Die Deutschen müssen sich fragen: Was wollen sie dann eigentlich noch in der Nato? Was hat ein Land, das militärische Einsätze hasst, in einer militärischen Allianz zu suchen?" "Kanada hat die Erwartung aufgegeben, dass die Deutschen ihm zu Hilfe kommen..." Das deutsche Versagen beim Aufbau der ANP bezeichnete man als "den größten einzelnen Fehler, den ein Nato-Land in Afghanistan begangen hat". Wenn Alliierte wie Deutschland "zu wenig leisten, haben sie keine Strafen zu befürchten, außer einer öffentlichen Bloßstellung – und sie können nicht aus dem Club hinausgeworfen werden". (Dank an Oli für den Hinweis) ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "ISAF, Afghanistan"
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Date: Sunday, 02 Mar 2008 19:27
Es war nur eine Frage der Zeit, bis die internationale islamistische Kampagne gegen Dänemark auch auf Afghanistan übergreift. Nun ist es soweit: Am 28. Februar rief der vermeintlich moderate Religionsminister Shahrani im populären Fernsehsender Tolo TV die Bevölkerung auf, "Maßnahmen" wegen der Karikaturen zu ergreifen. Die Taliban kündigten verstärkte Anschläge gegen niederländische ISAF-Soldaten an. Heute morgen versammelten sich mehrere hundert Geistliche und Schüler von Koranschulen in Mazar-e-Sharif im Norden des Landes, verbrannten Flaggen und forderten den Abbruch der Beziehungen zwischen Afghanistan, den Niederlanden und Dänemark sowie den sofortigen Abzug dänischer und niederländischer ISAF-Soldaten. Dies dürfte erst der Anfang sein.Die Situation wird sich sehr wahrscheinlich noch verschärfen, wenn das angekündigte islamkritische Video des Geert Wilders veröffentlicht wird. Islamistische Kräfte sehen in den Karikaturen und dem Video eine Chance, antiwestliche Ressentiments in der Bevölkerung zu mobilisieren und für ihre politischen Zwecke zu kanalisieren. Bereits 2006 starben bei Unruhen im Zuge des ersten Karikaturenstreits alleine in Afghanistan mindestens ein Dutzend Menschen. Diesmal könnte die Kampagne stärker ausfallen, mit dementsprechend gravierenderen Folgen.In Afghanistan ist der "Clash of Civilizations" Realität. Karikaturen in dänischen Zeitungen haben mittlerweile globale strategische Auswirkungen. Die Reaktion auf den vermeintlichen "Angriff auf den Islam" durch die Zeichungen war bereits 2006 ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "ISAF, Islamismus, Afghanistan"
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Date: Sunday, 02 Mar 2008 19:10
Die Lage im Nahen Osten erscheint gegenwärtig besonders instabil zu sein. Es werden gegenwärtig sogar extreme Entwicklungen nicht ausgeschlossen. An dieser Stelle wurde die gegenwärtig zu beobachtende Entwicklung bereits im November diskutiert.Es ist noch unklar, ob die Lage zuerst im Libanon oder zuerst im Gazastreifen ausser Kontrolle gerät und zu kriegsähnlichen Auseinandersetzungen eskaliert. Eine Eskalation an einer Stelle wird wahrscheinlich auch eine Eskalation an der anderen Stelle nach sich ziehen. Bezüglich des Libanon fielen zwei Meldungen auf, die auf wachsende internationale Nervosität hindeuten: Die USA verlegen Einheiten der Marine an die libanesische Küste, darunter auch solche, die für Evakuierungsoperationen geeignet sind. Die saudische Regierung, die im Libanon stark engagiert ist, hat ihren Staatsbürgern die umgehende Ausreise nahegelegt. Eine Reihe von Faktoren lassen vermuten, dass eine Eskalation bevorstehen könnte: Die Hizbollah steht nach der Tötung Imad Mughniyehs unter Druck, ihre fortgesetzte Handlungsfähigkeit und Konfrontationsbereitschaft zu beweisen, um nicht an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Israel ist das naheliegendste Ziel. Die Hizbollah hat ihre bewaffneten Fähigkeiten offenbar wieder hergestellt. Ihr relativer Erfolg gegen Israel 2006 hat ihre innenpolitische Situation im Libanon deutlich gestärkt. Angesichts der politischen ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "UNIFIL, Israel, Libanon, Naher Osten"
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Date: Saturday, 01 Mar 2008 21:50
Der Beruf des "Terrorismusexperten" ist in Verruf geraten, seitdem manche Medien nach dem 11. September zahlreichen Laien diesen Titel zugestanden haben. Davon abgesehen gibt es eine seriöse Terrorismusforschung, zu deren führenden Vertretern Marc Sageman und Walter Laqueur gehören.Das Magazin "Cicero" lässt die beiden nun zu Wort kommen. In ihren Artikeln greifen sie manche Klischees zum Thema Terrorismus an, die gerade in Deutschland zum Teil dank hiesiger "Terrorismusexperten" noch immer weit verbreitet sind. ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "Terrorismus"
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Date: Saturday, 01 Mar 2008 21:45
Die pakistanische Regierung schließt in regelmäßigen Abständen Waffenstillstände mit militanten Islamisten im Nordwesten des Landes. Offenbar wurde nun erneut ein solches Abkommen geschlossen.Die Regierung hofft, den von den Islamisten ausgeübten Druck vorübergehend reduzieren zu können, indem sie diesen weitestgehende Handlungs- und Bewegungsfreiheit in den von ihnen kontrollierten Regionen zugesteht.Für Afghanistan bzw. ISAF sind diese Waffenstillstände äußerst nachteilig, weil sie den Druck auf die Rückzugsräume der Islamisten in Pakistan reduzieren und somit die Fähigkeit der Islamisten zu Operationen in Afghanistan erhöhen. Auch nach der Tötung Benzir Bhuttos ging die Regierung nicht gegen die militanten Kräfte vor. Festgenommene Islamisten, darunter hochrangige Funktionäre der Taliban, werden häufig nach kurzer Zeit wieder freigelassen. In der pakistanischen Bevölkerung ist die Unterstützung für die Taliban weiterhin hoch. Die ganze Leistung der pakistanischen Regierung als Partner des Westens bei der Bekämpfung militanter Islamisten scheint darin zu bestehen, die militanten Islamisten nicht offen zu unterstützen, sondern nur verdeckt bzw. indirekt.(Bild: Pervez Musharraf) ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "Pakistan"
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Date: Saturday, 01 Mar 2008 20:03
Die Interseite www.german-foreign-policy.com ähnelt stilistisch und inhaltlich frappierend dem "Neuen Deutschland" der frühen 50er Jahre. Wer wissen will, was das ZK der SED zu den neusten Plänen des BRD-Imperialismus gesagt hätte, wird hier fündig. Unter anderem haben die Autoren vor kurzem herausgefunden, was der wahre Grund des Engagements der BRD im Rahmen von UNIFIL ist. Das Autorenkollektiv hat sich jedoch zum Teil kapitalistischer Verwertungslogik unterworfen, so dass der Beitrag nur gegen Bezahlung abrufbar ist. Die nicht minder unseriöse christlich-fundamentalistische Internetseite „The Trumpet“ schafft hier Abhilfe, denn sie zitiert ausführlich aus den Enthüllungen der Spätkommunisten. Es gehe der Bundesregierung um die "Ausweitung deutscher Hegemonie" in Richtung der Erdöllagerstätten im Nahen Osten. Während die Marine im Rahmen von UNIFIL den Nahen Osten von Westen her angreift, wird die demnächst in Mazar-e Sharif eingesetzte deutsche QRF-Kompanie die Region von Osten her aufrollen. Die Marine wirkt im Rahmen von OEF flankierend dazu am Horn von Afrika. Aber damit nicht genug: Am Grenzübergang Rafah zwischen Gazastreifen und Ägypten sind ein paar deusche Polizisten im Rahmen einer Mission der EU eingesetzt. Deutschland ist somit bereits quasi mit Bodentruppen im Herzen des Nahen Ostens im Einsatz. Noch Fragen?(Dank an A.S. für ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "Humor"
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Date: Friday, 29 Feb 2008 20:38
Das ansonsten seriöse Institut Gallup hat eine Studie zum Rückhalt islamischer Extremisten unter Muslimen veröffentlicht und in der dazugehörigen Presseerklärung weitestgehend Entwarnung gegeben, was die Bedrohung durch Extremisten angehe. Diese Deutung ist jedoch in höchstem Maße fragwürdig.Einer der Autoren der Gallup-Studie ist der Islamwissenschaftler John Esposito. Dieser betreibt ein vorwiegend mit saudischen Mitteln finanziertes Institut und ist für seine apologetische Haltung gegenüber islamischen Extremisten bekannt. Er arbeitete in der Vergangenheit eng mit führenden islamistischen Aktivisten zusammen, darunter dem Briten Azzam al-Tamimi. In seinen Schriften unterstellte Esposito bis 2001 allen, die vor einer Bedrohung durch islamische Extremisten warnten, unlautere Motive. Es gebe gar keine islamischen Extremisten. Was der Westen als Extremisten einstufe, seien in Wahrheit harmlose Aktivisten, welche die Verwirklichung von Demokratie und Menschenrechten anstrebten. Der Nahostwissenschaftler Michael Kreutz hat Espositos problematische Verwicklungen mit der islamistischen Szene in seinem Blog ebenfalls aufgegriffen.Es erstaunt angesichts Espositos ideologischer Voreingenommenheit nicht, dass er auch in der aktuellen Studie sehr darum bemüht ist, unangenehme Fakten zu beschönigen und ein völlig verzerrtes Bild der Lage widerzugeben.So heisst es z.b., dass "nur" rund sieben Prozent der rund 1,3 Mrd. Muslime weltweit mit Al-Qaida sympathisieren würden. Die Zahl als solche ist nicht unplausibel, auch wenn sie eher den ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "Terrorismus, Islamismus"
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Date: Friday, 29 Feb 2008 12:49
Islamischer Extremismus ist eine Massenbewegung. Zahlreiche arabische Regierungen versuchen, ihre innenpolitische Legitimation zu stärken, indem sie dieser Bewegung auf symbolischer Ebene entgegenkommen. Dies ist der Grund, warum Staaten wie Ägypten, Jordanien, Kuwait, Pakistan, Saudi-Arabien oder der Sudan die laufende islamistische Kampagne gegen Dänemark aufgegriffen haben und sie unterstützen. Den Sudan kostet dies nun möglicherweise 268 Mio. Euro, weil die dänische Regierung einen Schuldenerlass für den Sudan blockieren will. Die Kampagne gegen Dänemark wäre somit die teuerste PR-Maßnahme in der Geschichte des Sudan gewesen. Wenn die Regierung des Sudan rational handelt, verzichtet sie daher künftig auf ähnliche Kampagnen. Die dänische Regierung hat offenbar aus der letzten Runde des Karikaturenstreits gelernt, als sie auf die Kampagne noch defensiv reagierte und sich bei den Kampagnenführern entschuldigte.Wie sich herausstellte, fühlten diese sich dadurch bestätigt, was eine der Ursachen der laufenden Kampagne ist. Man sollte den Fall weiter beobachten und daraus Rückschlüsse ziehen, wie islamistische Kampagnen gegen westliche Staaten künftig frühzeitig unterbunden werden können.Man sollte die Wirkung der dänischen Maßnahme vor allem mit der des deutschen Ansatzes vergleichen, islamistischen Druck in der Hoffnung nachzugeben, dass die Islamisten dadurch beschwichtigt werden. ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "Islamismus"
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Date: Friday, 29 Feb 2008 00:19
Michael Forster weist auf einen interessanten Artikel über Verhandlungen mit militanten Islamisten hin und merkt an, dass Verhandlungserfahrungen mit Al-Qaida fehlen.Es gibt jedoch zumindest ein erfolgreiches Beispiel für Verhandlungen mit Taliban und internationalen Kämpfern aus dem Umfeld der Al-Qaida. Es handelt sich um deren Aufgabe der Stadt Kunduz im Herbst 2001. Dem Vernehmen nach hatten die dortigen militanten Islamisten ihre Hoffnung auf einen Sieg verloren, nachdem ihnen Berichte über den Tod einer großer Zahl von Mitkämpfern durch amerikanische B-52 und die ohne Rücksicht auf völkerrechtliche Auflagen handelnde Nordallianz bekannt geworden waren. In Folge dessen suchten Taliban sowie "foreign volunteers expected to fight to the death" (=Al-Qaida) um Verhandlungen nach und boten die Kapitulation an.Verhandlungen mit militanten Islamisten können also durchaus erfolgversprechend sein, wenn man in Form der glaubwürdigen Androhung des überwältigenden Einsatzes von Gewalt die entsprechenden Anreize für Konzessionen schafft. Verhandlungen sind in diesem Fall somit keine Alternative zu einer konfrontativen Strategie, sondern deren Abschluss. Die übliche Abwägung von "politischen Lösungen" gegenüber "militärischen Lösungen" funktioniert in der Realität des Kampfes gegen militante Islamisten nicht. Die "politische Lösung" setzt voraus, dass der Gegner glaubwürdig in seiner Existenz bedroht wird bzw. am Rand der militärischen Vernichtung steht. Dies entspricht auch islamistischer Doktrin, ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "Terrorismus, Islamismus"
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Date: Friday, 29 Feb 2008 00:17
Die Aufständischen in Afghanistan haben in den letzten Tagen einige wichtige Anführer verloren: Mullah Sorkh Naqaibullah: Er wurde von der afghanischen Polizei getötet. Er war ein Führer der Taliban auf Distriktebene und hatte u.a. dadurch Bekanntheit erlangt, dass er sich wiederholt aus afghanischer Haft freigekauft hatte. Mullah Abdul Matin: Britischen Spezialkräften gelang es, ihn in einem Hinterhalt zu töten. Er war einer der Führer der Taliban in Musa Qala. Mullah Abdul Bari: Er wurde von afghanischen Sicherheitskräften getötet und war einer der wichtigsten verbliebenen Anführer der Taliban in Helmand und Uruzgan.Besonders positiv erscheint, dass afghanische Sicherheitskräfte in zumindest zwei Fällen eine entscheidende Rolle bei der Tötung der gegnerischen Anführer gespielt haben.Der Verlust von Anführern vermittelt der afghanischen Bevölkerung, dass die Aufständischen verwundbar sind und schwächt die Annahme, dass diese sich durchsetzen werden. Der Tod von gegnerischen Anführern stärkt somit potentiell das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung. Zudem wird die Fähigkeit der Aufständischen zur Durchführung komplexer Operationen reduziert. Die Wirkung liegt weniger in der physischen Abnutzung des Gegners, die bislang trotz der Tötung zahlreicher Anführer und Kämpfer allenfalls eingeschränkt zu beobachten ist.Der Kampf gegen die Aufständischen lässt sich nicht durch gezielte Tötungen gewinnen, ist aber ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "ISAF, Afghanistan"
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Date: Wednesday, 27 Feb 2008 21:09
Niederländische Kräfte in der südafghanischen Provinz Uruzgan gingen zunächst davon aus, dass sie die Provinz vorwiegend durch CIMIC stabilsieren könnten. Dies stellte sich als unzutreffend heraus. Der Gegner lässt sich nicht alleine durch Entwicklungshilfe vertreiben und nutzte die niederländische Zurückhaltung, um seine Präsenz auszuweiten, die Bevölkerung einzuschüchtern und schliesslich die niederländischen Kräfte zu bekämpfen. Die Niederlande haben gelernt, dass eine einseitig auf die Unterstützung von Aufbau und Entwicklung ausgerichtete Strategie nicht funktioniert. Der Gegner musste zunächst durch militärische Operationen verdrängt werden, bevor nachhaltige Aufbauarbeit durchgeführt werden konnte. ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "ISAF, Afghanistan"
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Date: Wednesday, 27 Feb 2008 10:21
In Deutschland herrscht weiterhin die Auffassung vor, dass die problematische Situation von Frauen in Afghanistan hauptsächlich Folge der Herrschaft der Taliban sei. Durch die Beseitigung der Taliban könne man die Situation der Frauen verbessern. Dieses Argument wurde z.T. auch verwendet, um den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan zu legitimieren.Tatsächlich jedoch sind problematische Vorstellungen zur Rolle der Frau in Afghanistan weit über die Taliban hinaus verbreitet. Traditionelle Kultur und Islam verbinden sich hier zu einer für Frauen äußerst unangenehmen Mixtur.Eine Frauenrechtsorganisation hat nun einem Bericht vorgelegt, demzufolge sich die Situation von Frauen in den letzten Jahren noch weiter verschlechtert hat. Man kann dem Bericht durchaus Glauben schenken.Deutsche Soldaten mussten z.T. miterleben, dass männliche Verwandte bei Verkehrsunfällen verletzte Frauen eher sterben liessen, als diese von männlichen Ärzten behandeln zu lassen. Bei anderen Verkehrsunfällen, an denen ISAF beteiligt war, äusserten Einheimische, dass der Tod von Mädchen nicht wirklich schlimm sei. Ein Problem seien nur Verletzung oder Tod von Jungen. Eine junge afghanische Übersetzerin wurde eines Tages von einem Afghanen sexuell belästigt. Sie machte den Fehler, dies anzuzeigen. Sie wurde daraufhin von ihrer Familie mit Benzin übergossen und angezündet, da sie sie "Familienehre" beschädigt habe. Die Mutter der jungen Frau erlitt im Krankenhaus einen ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "Afghainstan, ISAF"
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Date: Wednesday, 27 Feb 2008 06:56
Youssef El H. ist einer der Terroristen, die im Sommer 2006 einen Anschlag auf Regionalzüge im Rheinland verüben wollten.Im Prozess gegen ihn äußerte sich ein Zeuge nun zu seinen Motiven: El H. habe den Jihad gegen die USA als sein wichtigstes Ziel betrachtet Er habe zudem "mit dem Lebensstil in Deutschland große Probleme gehabt". In Europa wird z.T die Position vertreten, dass man dem Gegner deutlich machen könne, dass man sich von den USA unterscheide, und dass man auf diese Weise Anschläge von Europa abwenden könne. Terroristen wie Youssef El H. sind jedoch der Ansicht, dass es nur "den Westen" gibt, der nicht nur die USA, Israel, Großbritannien und Dänemark, sondern auch Deutschland einschliesst. Pendler auf der Strecke zwischen Koblenz und Köln werden vom Gegner ebenso als legitme Ziele betrachtet wie amerikanische Soldaten im Irak. Die Distanzierung von Verbündeten ist daher kein geeigneter Weg, um Anschläge von Deutschland und Europa abzuwenden.Was die Probeme des Terroristen "mit dem Lebensstil in Deutschland" angeht: Niemand hat ihn dazu gezwungen, nach Deutschland einzureisen und hier ein von der deutschen Bevölkerung subventioniertes Studium aufzunehmen. ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "Terrorismus"
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Date: Tuesday, 26 Feb 2008 22:41
Mittel- bis langfristig kann der Einsatz in Afghanistan nur erfolgreich sein, wenn afghanische Sicherheitskräfte die Hauptlast des Kampfes gegen Aufständische tragen bzw. Sicherheit in der Fläche des Landes gewährleisten können.Die Ausbildung dieser Sicherheitskräfte ist daher eine der wichtigsten Aufgaben von ISAF. Während der Aufbau der Polizei mit großen Problemen verbunden ist, macht der Aufbau der Armee Fortschritte. Die Internetseite der Bundeswehr gibt einen kleinen Einblick in die deutsche Beteiligung daran.Ob man sich mit dem Artikel jedoch einen Gefallen getan hat? Dieser erwähnt, dass die jüngsten Soldaten, die an der zehnwöchigen Grundausbildung teilnehmen, 16 Jahre alt sind. Wenn diese nach Abschluß ihrer Ausbildung eingesetzt werden, wären sie strenggenommen als Kindersoldaten zu bewerten. Ein deutscher Kritiker des Afghanistan-Einsatzes hat dies bereits aufgegriffen.Die afghanische Bevölkerung differenziert im Allgemeinen nicht zwischen Kindern und Erwachsenen, wie es westliche Gesellschaften tun. Es kommt vor, dass Mädchen mit neun Jahren verheiratet werden, und ein 16-Jähriger mit Gewehr wird als Mann betrachtet. Die Idee einer geschützten Kindheit existiert im Allgemeinen nicht. Afghanen werden die militärische Ausbildung Jugendlicher daher allgemein nicht als Problem wahrnehmen. Die afghanische Position steht jedoch im Widerspruch zu von Deutschland ratifiziertem Völkerrecht, so dass die Bundeswehr nach Ansicht von Kritikern unter Erklärungsdruck geraten könnte.(Bild: Soldaten ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "ISAF, Afghanistan"
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Date: Tuesday, 26 Feb 2008 22:17
Nach Angaben französischer Medien plant die französische Regierung im Rahmen einer neuen Afghanistanpolitik die Entsendung zusätzlicher Kräfte in die umkämpften Gebiete im Osten Afghanistans.Der Druck auf Deutschland, ebenfalls zusätzliche Kräfte zu entsenden, dürfte steigen, falls dies tatsächlich der Fall ist. ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "ISAF, Afghanistan"
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Date: Tuesday, 26 Feb 2008 11:59
Anthony H. Cordesman ist einer der führenden Köpfe der sicherheitspolitischen Forschung in den USA. Er kehrte jüngst von einem Forschungsaufenthalt im Irak und Afghanistan zurück. In der Washington Post fasst er seine Eindrücke aus Afghanistan zusammen:ISAF und OEF seien den Aufständischen taktisch deutlich überlegen. Es gelinge jedoch nur eingeschränkt, taktische Überlegenheit in strategische bzw. politische Ergebnisse umzusetzen.Das größte Problem seien nicht die Aufständischen als solche, sondern die korrupte und inkompetente afghanische Regierung sowie Schwächen im Bereich ziviler Aufbau und wirtschaftliche Entwicklung. In diesen Bereichen sei deutlich größeres und langfristiges Engagement erforderlich.Es mangele der NATO an Soldaten; zudem seien die zahlreichen nationalen Vorbehalte ein Problem, die verhindern, dass Soldaten zur Bekämpfung des Gegners eingesetzt werden.Um einen Erfolg im Kampf gegen die Aufständischen zu ermöglichen, sei ein wesentlich intensiveres und nachhaltigeres Vorgehen Pakistans in FATA und Balutschistan erforderlich.Vor 2012 seien die afghanischen Sicherheitskräfte wahrscheinlich nicht ausreichend leistungsfähig, um eine Reduzierung des Engagements der NATO zu ermöglichen.Würden diese Faktoren angesprochen, sei ein Erfolg in Afghanistan machbar. Weiche man den Problemen aus, sei eine Niederlage wahrscheinlich. (Bild: Niederländische Kräfte in Uruzgan/Quelle: Koninklijke Landmacht) ...
Author: "FGS-SiPol" Tags: "ISAF, OEF, Afghanistan"
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