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Manchmal habe ich gleich ein paar Beiträge in der Warteschleife und komm nicht zum Bloggen und manchmal würd ich gern bloggen, weiß aber nicht worüber. Im Moment ist wieder Phase 1, daher mit Verspätung der Beitrag zum Burgermeister.
In einem (fast schon antiken) Toilettenhäuschen unter der Brücke an der Skalitzer Straße gibt es den Burgermeister. Ich glaub, die waren sogar schon im Fernsehen, weil die Burger so gut sind. Ich bin durch einen meiner Kollegen zum ersten Mal in den Genuss gekommen und war jetzt mit Andi noch einmal dort.
Es gibt selbst zubereitete Soßen, echtes Hackfleisch, Pommes und andere Fast Food-Sachen. Alles frisch und echt lecker! Nach Aufgabe der Bestellung gibt’s Wartemarken, wie beim Arbeitsamt, und eine Anzeige sagt einem, wenn das Essen fertig bereit steht. Wir hatten Cheese- und Chiliecheeseburger mit Pommes. Beim nächsten Mal muss ich vielleicht lieber zwei Burger ohne Pommes essen, weil die Soßen so lecker sind :-D.
Die Jungs und Mädels in der kleinen Bude sind auch sehr freundlich, was mir immer noch wichtiger als Ambiente. Gerade darüber kann man wohl streiten auf dieser Verkehrsinsel, denn leise oder beschaulich ist es zwischen den vielen Autos nun wirklich nicht. Aber der Toilettenhäuschen-Charme macht das wieder wett ;-). Preislich ist überhaupt nichts negatives zu sagen und wenn man nicht gerade zur Mittags-Rush Hour kommt, bekommt man auch einen der wenigen Sitzplätze. Ich fand’s klasse.
Wie ich kürzlich schrob, haben wir ein neues Bett. Und das, nun ja *hrm* haben wir gestern kaputt ge… macht ;-). Es ging gar nicht mal wild her und wir sind auch nicht wie die kleinen Kinder darauf rumgesprungen, aber plötzlich knackte es unter uns und die Lattenroste sanken in der Mitte ein kleines Stück ab.
Meine Vermutung, der mittlere Stützbalken wäre durchgebrochen, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Es war nur der Fuß dieses Balkens. Das einzige Kunststoffteil übrigens. Zur Beschaffung eines Ersatzfußes ging’s in den Baumarkt, wo Andi in der Restekiste ein passendes Kantholz für 0,40 € fand. Den haben wir zu Hause fix zurecht gesägt und mit Fliz versehen. Jetzt wartet er, mit drei Schrauben fixiert, auf den nächsten “Härtetest”. Schau’n wa mal ;-).
Vor kurzem waren wir zu unserem ersten Besuch im The Bird im Prenzlberg. Den Namen hörten wir schon des Öfteren vorher – immer dann, wenn es um besonders gute Burger ging. Ein (Kinder-)Geburtstag war dann endlich ein guter Anlass, dort mal hinzugehen.
Der kleine Laden Am Falkplatz 5 wirkt mit den Backsteinwänden und dem Holzmobiliar recht gemütlich und hat mich auch tatsächlich ein wenig ans The Dish erinnert – an das Café, in dem wir in New York meist frühstücken waren. Die Bedienungen sind sehr herzlich und erfrischend anders. Wir wurden freundlich, mit einer Mischung aus Deutsch und Englisch, bewirtet, ja fast entertaint. Und mit der Bewirtung sind wir schon beim Thema: dem Essen.
Ich hatte einen “Da Birdhouse”-Burger. Auf den ersten Blick wirkt der eher klein – also ich hab schon wesentlich größere gegessen, aber Größe ist ja bekanntlich nicht alles. Zwischen den zwei (ja, was eigentlich?) Weizenbackwerk-Hälften, war leckerstes Hackfleisch. Zum zweiten Mal in meinem Leben hab ich einen Burger medium gegessen. Es war zwar eher ein Versehen, was mich mir aber bestimmt vor dem Zorn des Küchenchefs bewahrt hat. Die Karte weist nämlich darauf hin, dass das dann nur noch Tierkohle ist und der Chef das gar nicht gern sieht. Aber ich muss auch sagen, das war echt lecker – mit der Soße, dem Käse, dem Speck und den Zwiebeln. Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Dazu gab’s natürlich Pommes. Die haben mich jetzt nicht umgehaun, aber das Gesamtmenü war schon wirklich klasse.
Beim nächsten Mal wollen wir die Steaks probieren. Dann müssen wir auch vorher dran denken, dass man dort nur mit Bargeld bezahlen kann.
Das Foto ist nicht wirklich gut, es war einfach zu dunkel dort.
Seit Andi und ich zusammengezogen sind, schlafen wir auf dem Boden. Da war es jetzt endlich mal an der Zeit für ein neues Bett. Gesucht hatten wir schon hin und wieder mal, aber nie so richtig was Schönes gefunden.
Zuletzt hatten wir uns für das Hopen-Bett von Ikea entschieden – bis ich gesehen habe, dass das “Holz” nur aufgeklebt ist. Es war nicht nur kein Holz und auch kein Furnier, sondern Folie. Und das war das Ausschlusskriterium für dieses Bett. Eine Runde drehten wir noch durch Möbel Kraft, aber da gab es nur schlimme Betten oder extrem teure.
Frustriert wieder zu Hause angekommen, hab ich das Internet durchsucht. Ein Bett ist nun nicht unbedingt das, was ich im Internet kaufen würde, aber ich wollte wenigstens mal gucken. Bei Otto hab ich dann sogar 2 ganz nette Exemplare gefunden und sie Andi gezeigt. Flux hatten wir uns für eins entschieden und es dann letztlich auch bestellt. Es hat etwas mehr gekostet als wir eigentlich ausgeben wollten, aber dafür ist es jetzt auch aus echtem Holz – aus Hevea-Hartholz.
Glücklicherweise hatten wir zu der Zeit das Auto meiner Eltern, so dass wir doch noch mal zu Ikea gefahren sind und zwei neue Lattenroste geholt haben. Das neue Bett kommt nämlich ohne Lattenroste und Matratzen – letztere hatten wir aber erst kurz nach dem Einzug hier neu gekauft.
Gestern wurde es dann geliefert und wir haben es sofort aufgebaut. Allerdings wollte ich mein Zimmer dafür etwas umräumen, was wir also auch gleich noch gemacht haben. So sieht unser neues Bett aus:

Ich wollte schon länger mal wieder etwas nähen – mit meiner Nähmaschine, die ich in den 10 Jahren, die ich sie habe, ungefähr 3 x benutzt habe. Entsprechend der Häufigkeit des Nähmaschinengebrauchs, sind meine Nähkünste jetzt nicht das, was man ausgereift nennen würde, aber es macht mir Spaß.
Was ich auch schon lange haben will, ist ein Körnerkissen. Diese beiden Wünsche kombiniert, ergeben ein fabelhaftes Nähwerk. Die Kirschkerne hab ich den ganzen Sommer über selbst abgelutscht hatte ich schon vor einiger Zeit in diesem Internetdings gekauft und bei unserem letzten Ikea-Besuch fand ich schönen 70er Jahre Stoff, der mich an Pril-Blumen und Mamas orange-braune Bettwäsche erinnerte. Herrlich!
Erst hab ich ein Innensäckchen genäht. Der Stoff, den ich als Innen- und Mittelteil gekauft habe, war bereits vorgeschnitten und hatte leider ein Loch, das ich nicht gesehen habe. Das habe ich dann professionell mit mehreren Lagen Zickzacknaht gestopft ;-). Ober- und Unterfaden passten farblich auch nicht wirklich, aber zum Üben war’s ok – sieht ja nachher keiner (zum Glück). Nachdem ich gestern noch fix passendes Garn und einen Reißverschluss für den Bezug gekauft hatte, ging’s heute an den sichtbaren Teil.
Nach kurzen Beratung mit Andi und brav nach dem Motto “zweimal messen, einmal schneiden” wurden heute fix alle Teile für den Bezug zusammengenäht. Ich glaube, dass ich mit den Enden des Reißverschluss’ irgendwas hätte anders machen müssen, aber so ist’s auch erstmal ok. Vielleicht näh ich das noch ein bisschen mit der Hand zusammen – obwohl… eher unwahrscheinlich. Hier das Gesamtergebnis, mein neues Kirschkernkissen:

Ein weiterer Restaurant-Besuch. Diesmal bei Burgers Berlin am oberen Ende der Sonntagstraße. Es ist ein kleiner Laden. Innen gibt es ein paar Sitzgelegenheiten und draußen stehen Bierbänke. Wir hatten beide Cheeseburger mit Pommes und eine Club Mate.
Das Fleisch war wirklich exzellent. Es war frisch und würzig und sehr lecker – besser noch als im Sunday! Der komplette Burger, mit Salat und Soßen, hat auch wirklich richtig gut geschmeckt. Die Entscheidung, ob jetzt der Jumbo Cheeseburger aus dem Sunday oder dieser von Burgers Berlin besser war, fällt mir schwer, aber die Qualität des Fleisches lässt mich stark zu Burgers Berlin tendieren. Vielleicht war der Gesamtgeschmack im Sunday etwas besser. Die Pommes bei Berlin Burger waren gut, soweit ich mich erinnere – hätten vielleicht noch ein bisschen länger in der Friteuse ausgehalten. Alles in allem sehr empfehlenswert!
Vor kurzem haben wir noch den Burgermeister an der Skalitzer Straße getestet – der Bericht folgt.
Wir waren mal wieder im Kino. Quentin Tarantinos neuer Film Inglourious Basterds wollte geguckt werden.
Ich hab im Vorfeld nicht viel gehört, nur dass es um Leute geht, die Nazis jagen. Was habe ich erwartet? Einen Film mit coolen Dialogen und Kameraeinstellungen und Rumgeballer. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Die Charaktere und die Besetzung haben mir sehr gut gefallen. Brat Pitt hat den Anführer der Basterds, Aldo Raine, gespielt und hatte einen irren (tennesseeischen?) Akzent. Der war zwar streckenweise (in der OV) schwer zu verstehen, aber wirklich klasse!
Viele Rollen, vor allem die der Nazis, sind mit Deutschen besetzt. Herausragennd fand ich Christoph Waltz, der den Standartenführer Hans Landa spielt. Es hat mir so einen Spaß gemacht, ihm zuzugucken und zuzuhören – und das, obwohl die Handlung ja eigentlich überhaupt nicht witzig ist! Und ich hatte das Gefühl, dass es auch Christoph Waltz viel Spaß gemacht hat, diese Rolle mit Leben zu füllen und so ein… selbstverliebtes, aber auch irgendwie charismatisches (?) Arschloch entstehen zu lassen. Ich fand ihn fast präsenter als Brat Pitt, aber der war natürlich auch gut – anders gut.
Der Film hat aber durchaus auch krasse Momente und an den Reaktionen im Kinosaal (entsetzes Stöhnen und einige “Iiiihhs”) hat man gemerkt, dass das nicht jedermanns/-fraus Sache war! Allerdings kündigen sich die “gruseligen” Szenen immer an, so dass man ja die Augen zumachen kann. Aber neben den ganzen coolen Szenen, den lustigen Dialogen und dem tarantinoschen Flair, fand ich den Film auch wirklich spannend, was ihn nur noch besser gemacht hat.
Trotzdem es ein Kriegsfilm ist, gibt er den Kriegshandlungen selbst, wie ich finde, keine große Plattform, sondern bleibt bei der Mission, die die Basterds als auch Shosanna (gespielt von Mélanie Laurent) unabhängig von einander verfolgen. Wenn es absehbar ist, dass ein Film schwermütig, deprimierend oder schnulzig ist (wie z. B. Dramen und Kriegsfilme) seh ich ihn mir i. d. R. nicht an. Das ist mir zu anstrengend. Im Kino will ich nur gut unterhalten werden. Und das wurde ich.
Was mir nicht gefallen hat, war der Film im Film. Die Szenen dieses im-Film-Films über den Schützen Frederick Zoller, gespielt von Daniel Brühl, finde ich definitiv zu lang und zu langweilig.
Fazit: Trotz des ernsten Hintergrundes, ist es ein lustiger Film und ich musste echt oft lachen. Zur Story will ich gar nicht groß was schreiben. Der Film ist wirklich sehenswert und in der Originalfassung mit Sicherheit besser als auf Deutsch. Große Teile des Films sind untertitelt und die Deutschen sprechen eh Deutsch – also kann man den ruhig auf Englisch sehen. In der deutschsprachigen Fassung geht auch der geniale Akzent von Aldo Raine verloren, weshalb auch gleich ein kleiner Teil dessen, was seine Rolle ausmacht, verloren geht.
Jetzt folgt auch endlich der angekündigte Bericht über die Unterkünfte unseres Islandurlaubs.
Das Frühstück unterschied sich von Herberge zu Herberge nicht großartig. Es gab immer Toast und verschiedene Knäckebrote und machmal sogar Vollkornbrot. Schinken, Käse, Marmeladen und andere Brotaufstriche gab es neben Müsli, soweit ich mich erinnere, überall.
Andi hatte versucht, alle Ziele vorher mit GPS-Koordinaten zu versehen, damit wir uns nicht nur auf die vage gehaltenen Anschriften verlassen mussten. Damit haben wir das allermeiste gut gefunden.
Bina Gästehaus, Reykjavík: Ein kleines, weißes Mehrfamilienhaus in einer Wohngegend von Reykjavík. Die Wirtin war sehr freundlich und das Zimmer, in dem 3 dieser “Seniorenbetten” mit erhöhter Liegefläche standen, war sauber und gemütlich. Diese Betten hatten wir fast überall und die hohe Sitzkante ist echt bequem – könnte ich mir auch gut für zu Hause vorstellen. Das kleine Badezimmer mit Dusche war auch sauber und gefrühstückt wurde in der Küche der Wirtin, wo wir bei einem Kaffee einen kleinen Plausch mit ihr halten konnten.
Fremde so privat zu erleben und in ihrer Küche zu frühstücken, war eine neue Erfahrung für mich und ich würde sonst ein “anonymes” Hotel vorziehen, aber die Herzlichkeit unserer Wirtin hat mir das Gefühl genommen ein Eindringling zu sein. Nur ihr Mann hätte vielleicht gern etwas weniger Geschnatter um sich gehabt und hat sich schnell mit einer Zeitung in seinen Sessel verzogen ;-). Schade, dass wir die letzte Nacht nicht auch nochmal hier verbracht haben.
– Bugðulækur 1, Reykjavík — Island Tag 1 und 2 –
Ólavsvík Hotel, Ólavsvík: Das Hotel liegt an der Hauptstraße in Ólavsvík und ist von innen etwas heruntergekommen. Wie schon im Hauptartikel beschrieben, haben wir unter einer schlecht verputzten Dachschräge gewohnt. Sonst war es aber ok. Die Badezimmer gingen gerade noch, aber hier war ich froh, dass ich Flip Flops zum Duschen gekauft hatte. Das Personal an der Rezeption war rar und wir mussten beim Einchecken lange auf den gelangweilt wirkenden Mitarbeiter warten.
Links der Rezeption wurde am Morgen gefrühstückt – nichts spannendes, ein bisschen Obst, sonst alles sehr übersichtlich. Das Prinzip des Toasters will erstmal verstanden werden. Man dreht an der Uhr und betätigt dann den Hebel an der Frontseite, damit die Toasts runter in die glühenden Höllen gelassen werden. Da die benötigte Dauer so einer Röstung nicht abzuschätzen ist, empfiehlt es sich, hin und wieder mal den Bräunungsgrad zu kontrollieren.
Abends dient der Saal als Restaurant, aber es gab keine Karte, in die man vorab mal hätte reinschauen können und so willkommen fühlte ich mich auch nicht, so dass wir woanders aßen.
– Ólavsbraut 20, Ólavsvík –
Sveinbjarnargerði Hotel, bei Akureyri: Ein großes, etwas von der Straße zurück liegendes Anwesen. Die Rezeption in der schönen, großen Lobby war verlassen und es dauerte lange (mit Rufen und Suchen) bis aus einem der hinteren Gebäude ein junger Mann kam. Der war aber freundlich und gut gelaunt und gab uns ein Zimmer mit eigenem Bad. Freies WLAN gab es auch!
Das Zimmer war schön eingerichtet mit Fernsehen und einer “Terrassentür” auf einen kleinen Holzweg, der auch ein anderes Zimmer mit der Terrasse vor der Lobby verband. Wir hatten einen traumhaften Blick auf den Fjord und genossen den “Luxus” sehr.
Frühstück gab es in einem großen Saal hinter der Lobby und wir trugen uns noch ins Gästebuch ein bevor es weiter ging.
– Gegenüber von Akureyri auf der anderen Fjordseite, ein Stück weiter auf der 1 nach Norden — Island Tag 3 und 4 –
Edda Stórutjarnir Hotel, beim Mývatn: Die Edda Hotels, in denen wir gewohnt haben, waren alle in Schulen/Internaten oder anderen Bildungseinrichtungen untergebracht. In den Fluren und Aufenthaltsräumen hängen teilweise Fotos von den Absolventen vergangener Jahre man fühlt sich durch die Einrichtung wie in einem Landschulheim.
Die tatsächliche Lage der Edda Hotels muss nicht unbedingt mit der angegebenen Adresse übereinstimmen. Dieses war auf unserer Liste mit der Anschrift “in der Nähe von Mývatn” gekennzeichnet und befand sich letztlich am See Ljósavatn in der Nähe des Goðafoss.
Die Zimmer und Bäder waren sauber, und es hat auch trotz der vielen Leute nicht lange gedauert, bis man eine freie Dusche erwischt hat. Beim Frühstück gab es u. a. auch Quark (wahrscheinlich die isländische Variante Styr), den man noch mit Fruchtmus und Müsli verfeinern konnte.
– An der 1 bei Stórutjarnir am See nahe Godafoss — Island Tag 5 und 6 —
Eyvindará II Gästehaus bei Egilsstaðir: Hier wohnten wir in einem Cottage, einer gemütlichen kleinen Holzhütte mit eigenem Bad und kleiner Kochzeile. Weil es eh den Tag über kalt und regnerisch war und die Hütte nicht so gut isoliert war, heizten wir sogar.
Frühstück gab es im Haupthaus, wo auch ein WLAN verfügbar war. Die Wirtsfamilie war freundlich und führte mit vielen Gästen Gespräche. Mir ist morgens eher nicht zum Quatschen zumute und wir machten uns gleich nach dem Frühstück (und nachdem Andi das Internet verbraucht hatte ;-)) wieder auf den Weg.
– Wir sind ein bisschen rumgekurvt und haben es mit GPS-Hilfe gut gefunden. –
Hali Gästehaus, Breiðabólstaður: Ein Hof an der Ringstraße mit Blick auf die Gletscher des Vatnajökull. Die Gästehäuser sehen noch recht neu aus und auch das Mobiliar macht einen gepflegten und gemütlichen Eindruck. Die Rezeption befindet sich gleich im ersten Gebäude rechts auf dem Hof, wo auch der Frühstücksraum und eine Art Touristeninformation und Ausstellungsraum ist. Alles war sauber und ich konnte in dieser tollen Landschaft mit den grünen Wiesen vor den schneebedeckten Bergen gut entspannen.
– Kurz hinter Gerdi, direkt an der 1 — Island Tag 7 und 8 –
Geirland, Kirkjubæjarklaustur: Es ist ein großer Hof mit mehreren (teils neuen) Gästehäusern, der ein bisschen zurückgesetzt an einer Schotterpiste liegt. Auf den Wiesen ringsrum stehen Islandponys, von denen zumindest eins früh am Morgen sehr eindringlich anfing zu wiehern und mich nicht mehr schlafen ließ. Leider waren die Ponys nur für den Privatgebrauch der Familie und meinen Ausritt musste ich verschieben. Dafür hatten sie zwei flauschige Hunde1, die sich gern streicheln ließen und alle freundlich begrüßten.
Im Haupthaus, wo es auch Frühstück gibt, aßen wir abends lecker Lamm und Pasta. Der große Saal ist hell und offen und erinnert ein bisschen an eine umgebaute Scheune. Die Mitarbeiter waren freundlich, aber das beste waren die Waffeln am Morgen! Mjammi, lecker! Außerdem waren zu der Zeit sowohl ein Filmteam als auch eine “Rocker-Bande” (alte Herren auf Motorrädern ;-)) zu Gast und sorgten so für ein wenig Abwechselung.
– Wahrscheinlich sind wir auf die Straße 202 abgebogen, um dort hin zu kommen –
Edda Skógar Hotel, (Hvolsvöllur): Die Ortsangabe steht in Klammern, weil das Hotel ganz und gar nicht in dem Ort Hvolsvöllur liegt, sondern direkt am 40 km entfernten Skógarfoss. Der Wasserfall liegt wohl im “Landkreis” Hvolsvöllur, weshalb es dauernd zu Verwechselungen kommt2. Das Hotel ist wieder eine Schule und unterscheidet sich nicht wesentlich von dem vorangegangenen Edda Hotel. Leider hab ich kein Foto von diesem.
Im Aufenthaltsraum hängt ein großer Rahmen mit allen Schülern aus dem Jahr 1968 – schon lustig. Sonst gibt es von diesem Hotel nicht viel zu berichten. Das Frühstück findet im Speisesaal im Keller statt und die Angestellten waren ganz nett.
– Liegt genau zwischen Skógarfoss und dem Museum Skógarsafn — Island Tag 9 und 10 –
Edda ML Laugarvatn Hotel, Laugarvatn: Komischer Weise hab ich von diesem Zimmer auch keine Fotos, obwohl wir hier zwei Nächte waren. Aber es war auch nichts spektakuläres zu sehen. Das 2-Bett-Zimmer im Internatsstil war wie die voran gegangenen. Es hatte zwei Schränke, zwei Schreibtische und zwei (dies Mal direkt nebeneinander stehende) Betten und ein Waschbecken. Das Gebäude ist vielleicht eine Schule für Seeleute oder irgendeiner Zunft oder Loge, jedenfalls war draußen ein Schild angebracht, das diesen Schluss zu ließ und die Leute auf den Bildern hatten oft blau-weiße Klamotten an. Falls jemand weiß, was das ML im Namen bedeutet, erleuchte mich mal ;-).
In Laugarvatn gibt es zwei Edda Hotels, das mit ML und eins mit Íkí. Zumindest ersteres besteht aus mehreren Gebäuden. Im Haupthaus mit Rezeption nimmt man auch das Frühstück und auf Wunsch auch das Abendessen ein. Das Personal ist freundlich und zuvorkommend. Wir hatten Lamm am ersten Abend, das wirklich lecker war, aber für meinen Geschmack etwas viel Schlunschen dran hatte.
– Der Komplex liegt linker Hand an der Straße 37 nach Westen, kurz vor dem Abzweig der 365 — Island Tag 11 und 12 –
Hafnarfjörður Hotel, Hafnarfjörður: Ein echt schönes Zimmer mit großer Küchenzeile, großem Wannenbad, zwei Ledersesseln und Fernsehn. Wir hatten einen schönen Ausblick über die Stadt und genossen den Luxus für die letzten zwei Nächte sehr.
Gefrühstückt wurde in einem recht kleinen Raum im Keller mit erschreckend vielen Deutschen. Das Personal, gerade auch die Rezeptionistin, war sehr freundlich. Ein toller Abschluss für eine tolle Reise.
– Reykjavíkurvegur 72, groß und rot in Hafnarfjörður — Island Tag 13 bis 15 –
- wahrscheinlich Bordercollies
- komisch, dass das alle wissen und niemand mal die Reiseinfos anpasst!
Vor kurzem war mir mal wieder nach Müsli und da mich die Standardmüslis aus dem Supermarkt nicht umhauen und ich keine Rosinen mag1, habe ich mal geguckt, wie das mit den Bausätzen aus dem Internet so funktioniert.
Angesehen habe ich mir die Seiten von mymuesli.com und cereal-club.de. Das Prinzip ist eigentlich bei beiden dasselbe: Du hast eine virtuelle Müsli-Schachtel und kannst sie dann mit deinen Wunschzutaten füllen. Die sind bei beiden Anbietern unterteilt nach Müslibasis und der Verfeinerng der Basis mit noch mehr Körnern. Dann mischt man noch die ganzen anderen Sachen rein, die man gerne hätte. Hier hat man die Qual der Wahl zwischen den ganzen Früchten, schokoladigen und anderen süßen Sachen, Nüssen und eher ungewöhnlichen Bestandteilen wie Gummibärchen, Brausetabletten oder Blütenblättern. Ein Großteil der Zutaten sind in Bioqualität zu haben.
Bei mymuesli befüllst du einen 575 g Behälter, bei cereal-club fasst der kleine 375 g und der große 750 g. Die Versandkosten liegen bei beiden bei 3,90 €. Während des Befüllens wird wird unterhalb der Müslibox der Preis, der Kilopreis und die Nährwerte angezeigt. Letztere beschränken sich bei cereal-club allerdings auf die Kalorien; bei mymuesli muss man sie erst einblenden. Für mich eher uninteressant.
Die Webseiten haben beide ihren charm, aber bei mymuesli habe ich mich schneller zurecht gefunden. Das Design von cereal-club hat irgendwie was von einem alten amerikanischen Diner und erinnert mich ein bisschen an die Typen der 50er Jahre mit Haartolle und auch an die Jungs aus amerikansichen Filmen, die an Tankstellen oder Autowerkstätten arbeiten und diese ovalen Namensaufnäher auf ihren Overalls tragen. (Was man nicht alles mit dem Erscheinungsbild einer Webseite verbindet…). mymuesli ist frischer, sommerlicher und zumindest für mich ohne weitere Assoziationen.
Um eine Entscheidungshilfe zu haben, habe ich bei beiden eine Mischung zusammengestellt und den Preis entscheiden lassen. Trotz leicht abweichender Fruchtbestandteile (mymuesli hatte keine Maulbeeren), hab ich mich dann für mymuesli entschieden. Das von mir gebastelte Kaninchenfutter beinhaltet: Fünf Körner Basis (Weizen-, Hafer-, Roggen-, Dinkel- und Gerstenflocken), Feigen, Apfelstücke, Vollkorn-Cornflakes, Leinsamen und Himbeeren (und lt. Zutatenliste viel Liebe ;-)). Der Kilopreis lag dann bei 10,70 €.
Schon nach wenigen Tagen war es da. Und lecker ist es!! Das muss ich wirklich sagen. Außerdem kommt es in einer tollen Dose, auf der hinten der Name steht: Kaninchenfutter2 eben! Nur der Preis, der Preis ist echt hoch. Leider. Sonst würde ich das vielleicht regelmäßiger machen.
- außer in Rosinensemmeln
- hier kannst du meine Mischung probieren
Es war Zeit für neue Schuhe, konkreter neue Sneaker. Andi hatte die Idee, diesmal Schuhe zu kaufen, die sowohl aus nachwachsenden Rohstoffen als auch zu fairen Konditionen für die Arbeiter hergestellt wurden. Das fand ich eine prima Idee, und zwar gleich aus zwei Gründen. Zum einen natürlich aus dem eben schon genannten Grund, dass die Arbeiter gerechter für ihre Leistungen entlohnt werden und auf die Umweltverträglichkeit der verwendeten Produkte geachtet wurde; zum anderen aber auch, weil mir Chucks nie so richtig gut passten.
Und das ist sie nun – die neue Fußbekleidung (man beachte den dekorativen Grill im Hintergrund! ;-)):
Es folgt ein Beitrag aus der Reihe “Wir besuchen jedes Restaurant/Café in unserer Umgebung”.
Wir waren zum Frühstücken im Zebrano in der Sonntagstraße 8. In der Seitenstraße fanden wir zwei ruhige Plätze und bestellten und jeweils ein Frühstück “Little Joe” (kleines Frühstück für 4,30 Euro). Für mich gab’s Apfelschorle dazu, für Andi O-Saft und einen Latte Macchiato.
Little Joe bestand aus Käse, Salami, Schinken, Kräuterfrischkäse, einem hartgekochten Ei, Butter, Grünzeug wie Obst, Salat und Olive und Süßkram (Nutella, Marmelade, Honig). Zusammen mit dem Vollkorn- und Weißbrot ein ansehnliches Frühstück! Alles war frisch und sehr lecker.
Anfangs dauerte es mir etwas lange, bis wir bedient wurden, aber dann ging es zügig und vor allem freundlich weiter. Und weil das Frühstück, mit seinen “normalen” Zutaten, so lecker war und der Preis wirklich ok, war ich sehr zufrieden!
Tag 13: Weil wir völlig übersehen, vergessen, verpeilt hatten, dass wir noch zwei (statt nur einer) Übernachtungen vor uns hatten, wollten wir den Tag komplett nutzen, um Reykjavík zu erkunden. So fuhren wir morgens die verbliebenen paar Kilometer bis in die Hauptstadt und stiefelten los zu einem etwas vernieselten Spaziergang, was man auch ganz klar an den gewellten Reykjavík-Seiten des Reiseführers erkennen kann ;-). Es ging vorbei am Rathaus aus Sichtbeton, das quasi im Stadtsee Tjörnin steht und zur Kathedrale Dómkirkjan, der bedeutendsten Kirche der Stadt (von 1796).
Weil wir auf der ganzen Reise immer wieder auf Funde und bedeutende Gegenstände hingewiesen wurden, die man an ihrem Ursprungsort nun gerade nicht mehr bewundern konnte, weil sie im Nationalmuseum untergebracht sind (und um dem Regen zu entgehen), sind wir ins Museum gegangen (Eintritt p. P. 800 ISK, Audioguide 200 ISK). Die Präsentation der Stücke und die Erläuterung mithilfe des Audioguides hat mir sehr gut gefallen. Normalerweise bin ich in einem Museum schnell überfordert von der Masse an Informationen und der unübersichtlichen Zuordnung von Text zu Nummern und Exponaten, aber hier hat man eine wirklich praktische Lösung geschaffen. Alle Exponate einer Vitrine sind stilisiert noch einmal in derselben Anordnung auf einer Tafel abgebildet und dort nummeriert und beschriftet. So ließ sich sehr schnell erkennen, was was ist und die Information zu den interessanten Stücken flux erfassen.
Der Audioguide war auch cool. Ein kleines, schlankes Gehäuse mit nur einem Knopf, das einem über Infrarot beliebige Erklärungen auf’s Ohr gab und die Dauer des Textes anzeigte. Richtete man den Strahl statt auf die Schnittstellen an den Exponaten auf eine neutrale Fläche, konnte die Ansage gestoppt werden. Zusammen mit der durchgängig englischsprachigen Beschriftung1 war das ein perfektes Informationssystem. Von den hier deponierten Stücken, auf die wir während der Reise (nicht) gestossen sind, ist mir kein einziges aufgefallen, trotzdem war es sehr interessant – schönes Museum!
Als wir das Museum verließen, schien auch wieder die Sonne und wir machten uns auf zum Hafen. Neben den Schiffen im Trockendock, die von unten und in voller Größe noch riesiger wirkten, lagen dort zwei völlig identische und völlig verrostete Schiffe vertäut. Ein komischer, aber auch faszinierender Anblick. Zurück in der Stadt waren wir in einem Trödelladen, der jeder Beschreibung trotzen würde. Es war so vollgestopft mit allem, was man die letzten (vielleicht 100) Jahre in einem Haushalt finden konnte, dass ich gern 2 Tage gehabt hätte, um mir alles genau anzusehen. Neben trödeltypischen Dingen, wie Lampen, Tischen u.s.w. hatten die Besitzer(innen) z. B. auch Puddingpulver, Toilettenartikel und Schokoladen aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Frida Frænka in der Vesturgata 3 – ein irrer Laden!
Weil Andi schon die Tage zuvor bei Wanderungen immer nasse Füße bekommen hatte, kaufte er sich bei 66° North neue Wanderschuhe. Sich im Urlaub neue Schuhe zu kaufen (kaufen zu müssen), scheint – neben Starbucks-Besuchen – allmählich Tradition zu werden ;-). Seine letzten Wanderschuhe waren aus Hongkong; ich musste mir in Budapest neue kaufen – mal sehen, bis zu welchem Urlaub diese jetzt halten. Einen Starbucks gab’s übrigens in Island nicht und so konnten wir nicht unseren allurlaublichen Grande Vanilla Latte trinken. Den gönnen wir uns nur im Urlaub, weil deren Preise eigentlich jenseits von Gut und Böse sind und ich das im wirklichen Leben nicht für einen Kaffee ausgeben würde.
Wir spazierten noch weiter durch die Stadt und fanden sogar das ein oder andere Schabloni. Unsere Galerie muss allerdings erst noch um diese Bilder erweitert werden. Lecker gegessen haben wir in der Nähe des Parlamentsgebäudes im Café Paris, wo es ganz muckelig war – wenn auch die Bedienungen mehr mit sich und ihren Freunden beschäftigt waren als mit dem Service.
Auf dem Weg zur Unterkunft in Hafnarfjörður wünschte Andi sich für die letzte Nacht ein schönes Luxushotel und nicht nur, dass sein Wunsch erhört wurde – wir rafften auch endlich, dass wir noch einen Tag mehr hatten, als wir dachten! Herrlich! Ein schönes Zimmer mit eigenem Bad und Fernsehn und noch länger in Island bleiben können: Perfekt!
Tag 14: Die Halbinsel Reykjanes stand noch auf dem Programm des “geschenkten Tages”. In Njarðvík besichtigten wir die Fischerhütte Stekkjarkot – zumindest von außen – und unternahmen einen kleinen Spaziergang über das Gelände. In Keflavík, wo auch der Flughafen ist, lebt in einer Basalthöhle nahe des kleinen Hafens eine riesige Troll-Frau. Die schlief aber gerade laut schnarchend in ihrem Schaukelstuhl, so dass wir uns leise in ihrer Höhle umsehen konnten ;-). Andi spazifizierte noch ein wenig an der Küste oberhalb der Höhle entlang, während ich mich im Auto ein bisschen auf’s Ohr gehauen habe.
Dann fuhren wir weiter nach Garður, um die beiden Leuchttürme anzugucken. Der ältere ist von 1897 und der jüngere ist mit 28 m der höchste des Landes und von 1944. Die Landspitze Garðskagi, auf der die Leuchttürme stehen, ist der nördlichste Punkt der Halbinsel Reykjanes. Die kleine Kirche in Garður arbeiteten wir fast nur im Vorbeifahren ab, bevor wir uns auf machten zur Brücke zwischen den Kontinenten.
Von einem kleinen Parkplatz an der Straße 425 gelangten wir an ebendiese Brücke, die auf der einen Seite “in Europa” und auf der anderen Seite “in Nordamerika” endet, was uns die Möglichkeit gab, mit einem Bein in dem einen Kontinent und mit dem anderen im anderen Kontinent zu stehen. Dass es unter diesem friedlich und eher öde wirkenden Ort stetig brodelt, kann man sich nicht so richtig vorstellen.
Im Anschluss besuchten wir das Geothermal-Kraftwerk Reykjavnesvirkjun, wo einem mittels kleiner Modelle und Videoanimationen erklärt wird, wie das Sonnensystem, Vulkane, die Gewinnung von Energie aus Erdwärme und Physik im Allgemeinen funktioniert. Eine nette Ausstellung, leider waren viele der “Mitmach-Gerätschaften” abgeschaltet oder defekt. Sehr tief sind sie allerdings nicht ins Detail gegangen, was die Technologie rund um das Kraftwerk anging. Ein bisschen schade, fand ich, aber vielleicht auch eh zu kompliziert – vor allem, wenn man die englischen Begriffe nicht kennt. Was mich nachdenklich gemacht hat, war die Aussage des Angestellten, dass man ein paar Meter weiter Richtung Küste sehen könnte, wie das nicht mehr benötigte, aber immer noch über 40 °C warme Wasser ins Meer geleitet wird. Dort dampft es mächtig und die Wärme und der hohe Druck, mit dem das “Abwasser” Richtung Küste gepumpt wurde, waren schon beeindruckend. Aber was verursacht so heißes Wasser im Meer? Bilden sich da dann mehr Algen, hält es irgendein Tier dort noch aus oder welche Folgen hat das allgemein?
Das Wasser stammt aus dem Erdinnern, wo es, glaube ich, rund 300 °C hat und zusammen mit heißen Gasen nach oben befördert wird. Dort treibt es Turbinen an, die wiederum Strom produzieren und wird in riesigen Wärmetauschern abgekühlt. Island ist das einzige Land der Erde, das zu 100 % regenerative Energien benutzt, weshalb wohl auch so gut wie überall die Heizung an und das Fenster offen war ;-).
Da wir schon am Myvátn in der Lagune baden waren, schenkten wir uns die touristische berühmte Blaue Lagune und fuhren weiter auf der 428 nach Krýsuvík. Zuerst besuchten wir die hutzelig kleine Kirche (1857) von Krýsuvík, fuhren vorbei am Grænavatn, einem kleinen blau-grünen Kratersee, und hielten als nächstes bei den Thermalquellen von Krýsuvík. Holzstege führen hier vorbei an den tollen Schlamm-Blubber-Löchern und kochenden kleinen Pfützen und wie in den anderen Hochtemperaturgebieten roch es auch hier nach Tod und Verderben. Trotzdem wieder sehr faszinierend.
Auf einer abenteuerlichen Sand- und Schotterpiste (Straße 42) mit rasenden Brummis ging es entlang des Kleifarvatn zurück nach Hafnarfjöður. Wir hatten schon zuvor immer mal wieder riesige Holzgestelle am Straßenrand gesehen, ohne uns einen Reim darauf machen zu können, wofür die verwendet wurden. Jetzt klärte es sich auf: darauf wurden Fische zum Trocknen aufgehängt. Ein etwas skuriler Anblick mit leicht fischigem Geruch :-D.
Tag 15: Der Tag der Abreise. Wir verpackten alles, was wir nicht mehr benötigen würden, wieder in die Rucksäcke und beluden das Auto ein letztes Mal. Zum Glück mussten wir es nicht sauber machen, aber den ganzen Kleinkram zu verstauen und den vielen Müll zu entsorgen, hat schon einige Zeit in Anspruch genommen ;-).
Wir verbrachten diesen Tag mit Geocaching und kamen so noch an einige schöne Plätze in Hafnarfjöður und dem Nachbarort Garðabær. Auf der Suche nach einem Cache, zu dem es keinen rechten Zugang gab, kamen wir an Ikea vorbei *gg* – und so gab es doch tatsächlich Kötbullar für uns – isländische Kötbullar :-D. Danach machten wir uns langsam auf zum Flughafen in Keflavík, wo wir zu allererst problemlos unseren kleinen, liebgewonnenen Flitzer abgaben. Dann ging’s zurück in die Stinkestadt.
- neben Isländisch natürlich
Tag 11: Bei Aegisíða an der Straße 25 waren wir eigentlich auf der Suche nach Höhlen, konnten aber den richtigen Weg nicht finden. Dafür sind wir auf einen kleinen, aber breiten Wasserfall gestoßen, wo es auch sehr schön war. Das Highlight waren allerdings die Rabenvögel, die wir dort sahen. Einem konnten wir bis auf wenige Schritte nahe kommen und das schöne Tier genau betrachten – wir wurden natürlich ebenso genau beobachtet! Raben finde ich absolut faszinierend und irgendwie hätte ich gern einen zahmen – der könnte dann in dem Baum vor meinem Fenster wohnen. :-)
Ein paar Kilometer weiter sind wir über die Straßen 30 und 32 durch das Tal Þórsárdalur gekommen, wo wir den xten Wasserfall und den Nachbau des Hofes Stöng besuchten. Das riesige Grassodenhaus war zwar geschlossen, aber dafür gab’s eine Toilette. Auch gut. Auf der Fahrt konnten wir aus der Ferne einen Blick auf den Vulkan Hekla werfen.
Für einen extrem kurzen Stopp hielten wir am Hjálparfoss. Dort war es wieder so myvatig, dass wir den schönen zweigeteilten Wasserfall mit seinem tiefblauen Becken und den umgebenden Basaltsäulen nur vom Auto aus ansahen.
Ein wirkliches Wasserfall-Highlight war dann wieder der Gullfoss, ein riesiger zweistufiger Wasserfall, dessen Kanten im 90° Winkel zueinander stehen. Über die untere Fallkante donnert das Wasser in die schmale Schlucht des Flusses Hvítá.
Nur ein paar Minuten vom Gullfoss entfernt liegt das Geothermalgebiet Haukadalur mit den heißen Quellen und den bekannten Geysiren. Die Springquelle Geysir, die leider nur unregelmäßig einmal am Tag ausbricht, ist der Namensgeber für diese Naturphänomene. Regelmäßiger eruptiert der Strokkur und erzeugt eine bis zu 35 m hohe Wassersäule. Ein faszinierendes Schauspiel. Den Moment, wo sich die Wasseroberfläche zu einer hellblauen Halbkugel wölbt, kurz bevor die Fontäne heraus schießt, finde ich am beeindruckendsten.
Bevor unser Urlaub zu Ende war, musste ich auf jeden Fall noch auf einem Islandpony reiten. Schon auf dem Weg vom Gullfoss zu den Geysiren hatten wir einen Hof mit einer großen Herde Ponys gesehen. Dort ging es jetzt wieder hin. Valerie, unsere Begleitung auf diesem Ausritt (35 Euro p. P.?), begrüßte uns und erklärte uns, auf was wir achten und wie wir uns verhalten sollten. Andi war noch nie wirklich geritten und Valerie suchte uns zwei besonders gutmütige und gelassene Tiere aus. Mein Pony hieß Harthir1, ein Name, den ich mir erst kurz vor Ende des Ausritts wirklich eingeprägt hatte. Ich war als Kind geritten und das Gefühl und die Sicherheit kamen schnell wieder als ich eine Runde in der Koppel gedreht hatte.
Es war ein toller Ausritt, bei dem wir in der Ferne den Strokkur ausbrechen sehen konnten. Ein bisschen aufregend war es aber auch, denn als wir an einer Kuhweide vorbei kamen, liefen die jungen Kühe neugierig auf uns zu, was die Pferde und dadurch auch uns erschreckte. Aber alles ist gut gegangen. Wir saßen für ein paar Minuten ab und beruhigten uns alle wieder, dann ging es weiter.
Hier noch mal die Bitte an die Autofahrer (egal in welchem Land): Reduziert bitte euer Tempo und fahrt langsam und rücksichtsvoll an Pferden und Reitern vorbei. Die Reiter werden es euch danken :-). In Island gibt es überall in die Straßen eingelassene Metallgitter, die die Schafe an der Flucht hindern. Und auch wenn die Ponys daran gewöhnt sind, kann sie das Scheppern beim Überfahren doch erschrecken und gerade für uns “Urlaubsreiter” ist es kein Vergnügen, wenn das Pferd buckelt und seinem Fluchtinstinkt folgen möchte. Vielen Dank.
Dieser Ausritt war neben den Walen und den Raben das schönste Erlebnis dieses Urlaubs. Von diesem Hof, Kjóastarðir, starten auch Mehrtagstouren Richtung Norden, ich glaube nach Akureyri. Mir genügten aber diese gut 1,5 Stunden schon und mein Hintern tat mir noch Tage danach weh. Aber es war so schön, dass ich überlege, irgendwann wieder mit Reiten anzufangen. Wie aussichtsreich es ist, in Berlin einen nahegelegenen Reiterhof zu finden, von dem aus man auch Ausritte ins Grüne unternehmen kann, ist noch offen.
Unsere Unterkunft war ein Edda-Hotel in Laugarvatn, wo wir für zwei Nächte einquartiert waren.
Tag 12: Stopp eins für diesen Tag war der an der Straße 31 gelegene ehemalige Bischhofssitz in Skálholt – nichts aufregendes, aber das Mosaik hinter dem Altar der Domkirche ist sehr hübsch. Draußen kann man die Umrisse früherer Bauten auf dem Gelände sehen.
In dem kleinen Küstenort Stokkseyri warfen wir einen kurzen Blick auf eine alte Fischerhütte. In ihr lebte 1777-1863 Þuríður Einarsdóttir, eine der wenigen Frauen, die als Steuermann tätigen waren. Viel zu sehen gibt es dort nicht, aber es stehen noch mehrere alte Häuser im Ort (und auch im Nachbarort Eyrarbakki), die sicher einen Besuch wert sind. Wir waren für die Isländer offenbar zu früh dort, denn weder das Gasthaus, wo wir auf einen Kaffee einkehren wollten, noch das Museum hatten geöffnet.
Westlich von Laugarvatn führt uns ein Geocache (natürlich waren wir in Island auch geocachen!) ein Stück auf der Straße 365 bis zu einer großen Höhle. Die Cachebeschreibung empfahl zur Bergung Kopftaschenlampen und Ersatzkopftaschenlampen und Ersatzkopftaschenlampenbatterien, Handschuhe und Knieschützer, so dass wir nicht wirklich in Erwägung zogen, uns tief in die Höhle vorzuwagen. Auf den paar Metern, die wir hinein kletterten, war es aber schon wirklich imposant und ich habe mir wieder mal vorgenommen, unsere Cacheausrüstung aufzustocken.
Wir verließen die Höhle wieder und fuhren weiter nach Þingvellir am See Þingvallavatn. Þingvellir ist in zweierlei Hinsicht beeindruckend. Zum einen ist es seit frühester Zeit (ab 930) Versammlungsort des Althing, einer Art Volksversammlung zum Zwecke der Rechtsprechung und Gesetzgebung und zum anderen liegt es genau auf der Riftzone zwischen der eurasischen und der amerikanischen Kontinentalplatte. Große Spalten durchziehen das Gebiet von Nordosten nach Südwesten und beide Platten entfernen sich mehrere Millimeter im Jahr voneinander.
Einige der Spalten sind mit so glasklarem Wasser gefüllt, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe. Eine Brücke führt darüber und die Legende besagt, dass, wenn man eine Münze ins Wasser wirft und man sie bis zu der Stelle, an der sie liegen bleibt, sehen konnte, ein Wunsch in Erfüllung geht. Die vielen glitzernden Geldstücke lassen diese tiefen Wassergräben noch viel märchenhafter erscheinen.
Das Gelände von Þingvellir ist großartig. An der einen Seite ist es von einer steilen Basaltwand begrenzt, der Almannagjá, der Almännerschlucht, wo mit Mittelalter tuchüberspannte Buden standen. Als ich von der “Penny Gorge” aus einen ersten Blick über die Ebene warf und den Lögberg sah, hatte ich mir genau so etwas vorgestellt. Geschäftiges Treiben und Stimmengewirr zwischen bunten Zelten. Das absolute Roman-Klischee eines mittelalterlichen Marktes oder Heerlagers.
An der Almannagjá rauscht der künstlich angelegte Wasserfall Öxaráfoss (10 m) in das Tal und versorgte die Versammlung mit Trinkwasser. Er gilt als das älteste Bauwerk Islands. Nach einem kurzen Stopp in Hakið, von wo wir noch einmal einen guten Blick über das Tal und die Umgebung hatten, sind wir weiter gefahren – um den Þingvallavatn und nach einer kleinen Weltreise zu einem Restaurant am Meer ging es zurück nach Laugarvatn ins Hotel.
- oder vielleicht HarÞir – mit stark gerolltem “r”
Gerade ist mir durch die Bemerkung von Andi “J. will am Sonntag wandern gehn” ein Lied aus meiner frühsten Kindheit eingefallen. Oma und Opa Oldau hatten eine Schallplatte, auf der “Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln geh’n” war. Ach, fand ich das schön! Das musste ich gleich bei YouTube suchen. Und weil das nicht das einzige Lied ist, das ich mit Spielen im kühlen Wohnzimmer1 meiner Großeltern verbinde, mit Äpfel aus dem Garten essen, mit abends nach dem Baden Wetten, dass?? im Schlafanzug gucken, musste ich die anderen auch unbedingt wiederfinden!
Hier kommen also – ganz entgegen meiner Abneigung gegenüber Videos in Blogbeiträgen und ganz entgegen dem Wunsch, die Island-Beiträge nicht zu zerreissen – die vier utimativen Stücke meiner Kindheit bei Oma und Opa Oldau. Das muss einfach sein! Hm, *seufz* Da hab ich fast Pipi inne Augen. Wat freu ick mir! :-D
Dany Mann & Old Merry Tale Jazzband – Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln geh’n
Gus Backus – Da sprach der alte Häuptling der Indianer
Bill Ramsey – Pigalle
Bill Ramsey – Die Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe
Ich liebte den Part mit der Tüllgardine.
Viele liebe Grüße an Oma, Opa und meine Tante und Spielgefährtin2.
Und PS: Ich steh sonst überhaupt nicht auf Schlager! :-P
- während draußen 30 °C sind
- die nur 3 Jahre älter ist als ich
Tag 9: Erstes Ziel war die nahe gelegene Gletscherlagune Jökulsárlón. Hier treiben vom Gletscher Breiðamerkurjökull abgebrochene Eisbrocken in einem teilweise 200 m tiefen See. Das Eis ist um die 1000 Jahre alt und treibt ca. 7 Jahre in der Lagune umher bevor es geschmolzen ist. Wir haben eine Rundfahrt mit einem Amphibienfahrzeug durch die Lagune unternommen, was wirklich fazinierend war (2.800 ISK p. P.). Das Eis schimmert in Weiß und Blau und ist manchmal von schwarzen Ascheschichten durchzogen. Während der Fahrt brachte ein Mitarbeiter in einem kleinen Motorboot einen Eisklumpen zu unserem Schiff, den das Erzählmädchen später zu Eiswürfeln zerteilte. So konnten wir an einem 1000 Jahre alten Eiswürfel lutschen, der zudem noch 5 x langsamer schmilzt als ein herkömmlicher – bis er mir aus der Hand geflutscht ist. :-)
Nach der Rundfahrt sahen wir auch noch ein paar Robben, die in der Lagune wohnten. Wir sind vor bis zur Mündung des kürzesten Flusses Island gefahren, wo der Jökulsá á Breiðamerkursandi nach nur 1500 m ins Meer mündet. Dort lagen überall kleinere Eisbrocken am Strand rum.
Unser nächstes Ziel war Ingólfshöfði, eine “Quasi-Halbinsel”. Quasi, weil sie zwar irgendwie mit dem Land verbunden ist, aber es aufgrund der Gezeiten und des weichen Untergrundes schwer ist, einen sicheren Weg zu Fuß zu finden. Wir haben an einer geführten Tour (3000 ISK) teilgenommen und wurden auf einem Trecker-Anhänger hinüber gefahren. Der Weg zu Ingólfshöfði führt über eine weite Aschewüste, Oræfi (Einöde) genannt. Der schwarze Lavasand stammt von einem Ausbruch des Öræfajökull 1362, bei dem 40 Höfe vernichtet wurden.
Auf der Klippe brüten viele Vogelarten, u. a. auch die süßen Papageitaucher, von denen wir einige sehen konnten. Nicht so viele und so nah, wie ich es mir gewünscht hatte, aber gelohnt hat es sich trotzdem. Unser Guide führte uns über die Insel und erklärte uns deren Geschichte und die Vogelarten, denen wir begegneten. Die großen Skua (Raubmöven) verdrängen allmälig eine andere, immer seltener werdende Mövenart von dem Felsen. Kam man den Nestern der Skua zu nah, flogen sie Scheinangriffe (und wohl manchmal auch richtige Angriffe) auf die Eindringlinge, was zwar für den Angegriffenen unangenehm gewesen sein mag, für uns Zuschauer aber erheiternd. Zumal sich viele nicht an die Bitte des Guides hielten, auf den Wegen und in der Gruppe zu bleiben, um nicht versehendlich Eier zu zertreten.
Bei unserer Weiterfahrt durch den Skaftafell-Nationalpark hielten wir für eine kurze Wanderung am Svínafellsjökull, der, ganz entgegen der eisblauen Lagune zuvor, in einem braunen See mündete und auch wesentlich aschedurchzogener war. Trotzdem war es ein beeindruckender Anblick, weil man dem Gletscher ziemlich nahe kam. Eine Metalltafel erinnerte daran, dass hier seit 2007 zwei Deutsche vermisst werden, die möglicherweise die Gefahren einer Gletschertour unterschätzt hatten. Thomas Grundt, einer der Vermissten, kam sogar aus Celle, meiner Heimat.
Über die weite Schwemmsandebene Skeiðarásandur führt die mit 1000 m längste Brücke des Landes. Das isländische Wort sandur ist der Ursprung des auch bei uns geläufigen Begriffs Sander. Wir überquerten die Brücke (was blieb uns auch übrig? ;-)) Richtung Svartifoss, zu dem wir eine Wanderung unternehmen wollten. Fälschlicher Weise hielten wir den Hundafoss für selbigen und sind den Berg wieder runtergewandert – nur um unten festzustellen, dass es (wie Andi bereits vermutete) der falsche Wasserfall war.
Núpsstaður ist ein Grassodenhof aus dem 19. Jh., der sich muckelig an die Berge kuschelt – ein Wasserfall rundet das ganze Bild noch ab. Neben den alten Häuschen gibt es dort auch eine Grassodenkirche, die vermutlich aus dem 17. Jahrhundert ist. Wir sind ein bisschen über das saftig-grüne Gelände geschlendert und haben u. a. einen uralten Willys-Jeep bestaunt, der noch einen Holzrahmen hatte! In Geirland (bei Kirkjubæjarklaustur) haben wir übernachtet.
Tag 10: Auf unserem Weg zum Skógafoss kamen wir durch das Lavafeld Eldhraun (Feuerlava), das durch seinen hellgrünen Moosbewuchs irgendwie verschimmelt aussah. Ein kleiner Abstecher auf die Straße 215 brachte uns nach Dyrhólaós. Es war ein toller Spaziergang auf dem Küstenstreifen zwischen den Felsklippen mit den Höhlen und Basaltsäulen und der an diesem Tag stürmischen See. Schwarze Kiesel in verschiedenen Größen bedecken den Boden und ein paar steile Felstürme ragen aus dem Meer auf. Zusätzlich zu der ohnehin schon sehenswerten Landschaft, konnten wir auch noch einige Puffins beobachten, die in den Felswänden nisteten! Damit war mein Tag auf jeden Fall schon perfekt :-D.
Auf der gegenüberliegenden Seite der kleinen Bucht warfen wir in Dyrhólaey einen kurzen Blick auf den wohl südlichsten Leuchtturm Islands. Von der Steilklippe aus hat man eine tolle Aussicht über die Küste und die ausgewaschenen Bögen in den Felsen.
Südwestlich des Gletschers Mýrdalsjökull, unter dem der Vulkan Katla liegt, findet man den Skógarfoss. Es gibt sowohl Wege zur 60 m hohen Fallkante als auch zum unteren Ende und es war ein recht nasses Vergnügen, so dicht wie möglich heran zu gehen und sich vor die tosenden Wassermassen zu stellen.
In direkter Nachbarschaft liegt das Museum Skógarsafn (1000 ISK p. P.), das dem Besucher einen Querschnitt durch die isländische Geschichte bietet. Zusätzlich zum “gesellschaftlichen” Teil gibt es ein kleines Freilichtmuseum mit Grassodenhäuschen und ein Technikmuseum mit diversen Fahrzeugen und Gerätschaften. Sehr sehenswert. Andi konnte am nächsten Tag sogar dem Sammler und Kurator selbst, Þórður Tómasson, die Hand schütteln, als er am Thresen noch kurz Briefmarken kaufen war.
Aber erstmal ging’s weiter zum Seljalandsfoss, einem Wasserfall – welch Überraschung! Bei diesem 40 m hohen Exemplar ist aber die Besonderheit, dass man hinter ihm lang gehen kann. Und wie oft hat man dazu schon Gelegenheit? Also flux in die Regenhose gesprungen1 und auf dem glitschigen Pfad hinter die donnernden Wassermassen. Das war cool.
Laut unseres Übernachtungsplans lag unser nächstes (Edda-)Hotel im 40 km entfernten Hvolsvöllur, wohin wir anschließend gefahren sind. Dort angekommen ließ sich aber weder die Straße noch das Hotel finden. Als wir nochmal den Namen des Hotels lasen, fiel es uns wie Schuppen aus den Haaren *vor die Stirn klatsch* – wir hatten schon fast davor gestanden als wir zum Museum gefahren sind. Direkt am Skógarfoss ist das Edda Skógar Hotel. Dass die Anschrift etwas “off” ist, muss einen da nicht irritieren. Also wieder zurück.
- Andi hat’s aber auch ohne überlebt ;-)
Tag 7: An der Ostseite des Mývatn besuchten wir diese Schlamm-Blubberlöcher im Thermalgebiet Námaskar. Das roch nach Tod und Verderben, war aber ziemlich cool :-D. Überall blobbte und sprudelte es und zischender Dampf stieg aus diversen Löchern auf. Früher wurde hier Schwefel abgebaut, der für die Schießpulverproduktion verwendet wurde, aber heute blubbert es nur noch. Ein Stück weiter wollten wir eigentlich eines der geothermalen Krakftwerke besuchen, aber das hatte noch nicht geöffnet.
Auf einer kleinen Wanderung zum Litlanesfoss (am Lagarfljót nahe Egilsstaðir) haben wir dann endlich Raben gesehen. Es waren vermutlich die Jungtiere, die dort auf ihrer vollgesch… Felskante saßen. Zwei andere saßen ein Stück entfernt. Raben finde ich toll und ich war froh, dass wir doch noch welche gesehen haben. Der Wasserfall war auch schön. Ebenso die Basaltsäulen auf beiden Seiten. Das obere Ende mancher Säulen war leicht gebogen, was lt. der Informationstafel vor Ort daher rührt, dass die Lava bereits abkühlte und diese kristaline Struktur ausgebildete, als sich die Lava oben noch ein wenig weiter bewegte.
Ein kleiner Abstecher führte uns zum ehemaligen Wohnhaus des Schriftstellers Gunnar Gunnarsson, bei dem wir kurz anhielten und fantastische Waffeln aßen. In der Gegend um den See Lagarfljót (auch Lögurinn genannt) findet man das mit 740 ha größte Waldgebiet Islands, den Hallormstaðarskógur. Es hat den ganzen Tag mal mehr, mal weniger stark geregnet und wir haben nur einen kleinen Waldspaziergang unternommen. Den Rest der schönen Landschaft um den See herum, besahen wir uns nur aus dem Auto.
An diesem Abend waren wir Käse – Hüttenkäse! :-D An der Unterkunft bei Eyvindará angekommen, wies uns die Wirtin ein Cottage zu, ein kleines Holzhaus, in dem wir wieder mal unser eigenes Bad hatten. Es war eine niedliche kleine Hütte und beim Frühstück am nächsten Morgen gab’s sogar mal wieder WLAN auf’s Brot. Weil dieser Tag so verregnet war, hatten wir abends keine Lust mehr, noch einen Spaziergang zu unternehmen. Andi hat uns dann aus einem Stück Karton ein Kartenspiel gebastelt, mit dem wir uns dann die Zeit vertrieben :-D.
Tag 8: Es ging weiter an der Küste entlang über Reyðarfjörður, Breiðdalsvík nach Djúpivogur. Im Langabuð (1790) gab’s lecker Kaffee und Kuchen und im Anschluss machten wir uns auf zu einem Spaziergang, der einen schönen Ausblick auf den Fjord und die felsige Landschaft versprach. Es war sehr stürmisch. Das war aber gar nicht schlimm – ich mag Stürme. Auch das Versprechen der schönen Aussicht wurde eingehalten und wir konnten viele Vögel und auch viele deren Überreste sehen. Leider war die Wegmarkierung hin und wieder unsichtbar und als der Untergrund sumpfähnlicher wurde, sind wir querfeldein auf die Berge zu gewandert. Das war recht abenteuerlich, weil man gut aufpassen musste, wohin man trat. Außerdem hatte ich ein wenig ein schlechtes Gewissen, weil wir möglicherweise die Vögel beim Brüten gestört haben. Die Aussicht, als Moorleiche zu enden, fand ich aber auch nicht verlockend ;-). Wir sind auf die Wetterstation auf dem höchsten Punkt zu gegangen und fanden dann einen richtigen Weg hinab. Trotzdem der Weg mittendrin plötzlich aufzuhören schien, war das ein toller Spaziergang.
Die Ringstraße führte uns vorbei am Álftafjörður, dem Schwanenfjord, der seinem Namen alle Ehre machte. So viele Schwäne hab ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Die ersten Gletscherzungen des Vatnajökull, Islands größtem Gletscher, kamen in Sicht. Das Gletschermuseum in Höfn machte leider gerade zu als wir dort ankamen. Da der Ort für seine Hummer und Garnelen bekannt sein soll, ging es für uns ins Kaffi Hornið, wo ich meine ersten Hummer gegessen hab. Das war wirklich super lecker!
Übernachtet haben wir in Hali, wo wir gemütlich eingerichtete Zimmer vorfanden. Bei einem Spaziergang hatten wir einen herrlichen Blick auf den Vatnajökull und die umgebende Landschaft. Über einer Wiese kreiste ein großer Schwarm Seeschwalben, aber trotz diverser Versuche ist es uns nicht gelungen, ein schönes und schafes Bild von einer Schwalbe im Flug zu schießen.

Tag 5: Erstes Ziel war das auf der anderen Fjordseite gelegene Akureyri, wo wir einen kleinen Stadtspaziergang unternahmen, um uns die alten Wellblechhäuser anzusehen, die auf jeden Fall hübscher aussehen als es sich anhört. Auch einen kleinen Rundgang durch den Botanischen Garten haben wir unternommen, wo trotz des rauen Klimas allerhand grünte und blühte.
Verlässt man Akureyri auf der 1 nach Osten, gelangt man zum Goðafoss, dem Wasserfall der Götter. Neben den vielen kleinen Wasserfällen, wirklich mal ein imposanteres Exemplar, bei dem ein Stopp mit kleinem Spaziergang lohnend ist. Oberhalb des Wasserfalls habe ich auch zum ersten Mal meine Füße ins (frei fließende ;-)) isländische Wasser gehalten, die nachher ganz mit schwarzem Lavasand bedeckt waren. Direkt am Parkplatz des Goðafoss’ ist ein Restaurant, in dem wir später noch lokale Fischspezialitäten aßen. Wie schon beschrieben: übersichtlich, aber lecker.
Den Mývatn, wohl einer der schönsten Seen Islands, habe ich mit gemischten Gefühlen in Erinnerung. Mit den vielen kleinen Inseln und den schönen Vögeln und anderen Enten war es wirklich lauschig dort. Die Myriaden von Fliegmücken haben mich allerdings fast in den Wahnsinn getrieben, weshalb mývatig fortan die Beschreibung für mückenreiche Gegenden war. Hier wäre ein Moskitonetz wirklich hilfreich gewesen, denn ein Spaziergang dort, ausgestattet mit Fernglas, wäre sicher schön gewesen.
Von den Insekten in die Flucht geschlagen, ging’s erstmal zum Dimmuborgir, einem Lavagebiet mit bizarren Formen und Säulen. Es wird vermutet, dass hier die Oberfläche eines Lavasees abkühlte und erstarrte, der eigentliche See darunter aber durch Spalten abfloss. Durch den Einsturtz der Oberfläche kam es dann zu den Gebilden und Lavapfeilern, durch die man jetzt einen Spaziergang unternehmen kann.
Unser Spaziergang führte uns aber auf einen der größten Explosionskrater der Welt, den Hverfjall. Er ist ungefähr 2800 Jahre alt und 160 m hoch1. Es gibt Wege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und der Ausblick von oben und in den riesigen Krater hinein ist echt beeindruckend.
Ein wenig östlich des Mývatn sind wir zu zwei kleinen Grotten (Grjótagjá und Stóragjá) gefahren, deren unterirdischer Fluss früher einmal zum Baden genutzt wurde, was heute leider aufgrund der Temperatur und des Bakteriengehalts nicht mehr empfehlenswert ist. Ein Erlebnis war es allemale. In der einen schlägt einem schon am oberen Rand der Höhle feucht-warme Luft entgegen, in eine andere sind wir ein Stück hinab geklettert und konnten einen Blick auf den schönen unterirdischen “See” werfen. Das wirkte irgendwie verzaubert mit dem aufsteigenden Dampf, der über die Wasseroberfläche waberte und den Reflektionen im Wasser. Nach einem klackernden und platschenden Geräusch musste ich feststellen, dass meine Sonnenbrille, die ich in Neuseeland gekauft hatte, ins Wasser gefallen war. So spült das Leben…
Uns spülte es weiter in die künstliche Lagune Mývatn Nature Baths (2000 ISK p. P.), wo wir in angenehm warmem, mineralhaltigem Wasser einen Weile entspannten. Das Wasser kommt aus 2500 m Tiefe und wird in einem Wärmetauscher von 130 °C runtergekühlt, bevor es in die Lagune gepumpt wird. Die Luft in diesen Gegenden mit hohen geothermischen Aktivitäten riecht nach faulen Eiern2, aber diese Landschaften sind sehr faszinierend und das Baden in der Lagune war herrlich.
Übernachtet haben wir die nächsten 2 Nächte in einem Edda Hotel, die zu einer großen Kette gehören und oft sehr an Jugendherberge erinnern.
Tag 6: Wir sind gleich früh nach Húsavík gefahren und dort auf Walbeobachtungstour gegangen (48 Euro p. P.). Endlich! Wo sich doch mein Traum in Neuseeland nicht erfüllt hatte. Mit einem hübschen Holzschiff ging’s raus auf’s Meer. Erst sahen wir ein paar der süßen Puffins (Papageitaucher), die in den Wellen Fische fingen. Und dann die erste Sichtung des s. g. Blas - das sichtbare Zeichen der ausgestoßenen Luft. Wir konnten ein paar Buckelwale und sogar einen Blauwal sehen. Das war wirklich, wirklich beeindruckend und so ziemlich das schönste, was ich je gesehen habe. Man kann zwar meist nicht mehr als ein kleines Stück des Rückens sehen und wenn man Glück hat die Fluke, bevor er abtaucht, aber das war so gigantisch! Der Blauwal ist ein kleines Stück parallel zum Boot geschwommen, bevor er wieder tief getaucht ist und wir zurück zum Hafen mussten. Das muss ich auf jeden Fall noch einmal machen!
Zurück in Húsavík sind wir ins Penis Museum (600 ISK p. P.) gegangen, in dem der Besitzer über 200 Exemplare von Tierpenissen und Phallussymbolen zusammengetragen hat. Der eines Homo sapiens fehlt allerdings noch - wenn also einer der männlichen Leser seinen gern stiften möchte… ;-). Eine lustige Ausstellung mit extrem großen und extrem kleinen Varianten.
Nach einem kurzen Stopp und Spaziergang zu den prähistorischen Muschelschichten nahe des Hofes Ytri-Tunga (an der 87) sind wir nach Ásbyrgi gefahren. Ásbyrgi ist eine von 100 m hohen Felswänden umgebene Schlucht, die durch s. g. katastrophale Fluten entstanden ist. Die Fluten entstehen bei Vulkanausbrüchen unterhalb der Gletscher. Innerhalb von Sekunden schmilzen unvorstellbare Mengen Eis und die gewaltigen Wassermassen brechen sich mit Fließgeschwindigkeiten von bis zu 200.000 m³/s ihren Weg durch die Landschaft. Durch die hufeisenförmige Schlucht gibt es mehrere Wanderwege, von denen wir einem gefolgt sind in der Hoffnung, die großen Raben zu sehen, die es dort geben soll. Raben fanden wir nicht, aber einen kleinen See mit Enten am Fuße der Steilwände. Lauschig ist es dort und in dem kleinen Wald mit dem dichten Unterholz und den moosbewachsenen Steinen ist es ganz still und friedlich3.
Um den Wasserfall Dettifoss zu sehen, sind wir erst auf der im Reiseführer angegebenen Straße 862 nach Süden gefahren, die aber gut 13 km vor dem Dettifoss zu einer F-Piste für Jeeps wurde und zusätzlich auch noch unpassierbar war. Laufen wollten wir die restliche Strecke nicht, weshalb wir den ganzen Weg bis hinter Ásbyrgi zurück gefahren sind und von dort die 864 genommen haben, die entgegen den Informationen im Reiseführer keine F-Piste ist, aber elendig holprig und endlos. Das war die schlimmste Strecke des Urlaubs, die durch ihre Länge und das Miniatur-Waschbrett-Profil zur Tortur wurde. Aber das war es wert! Erst warfen wir einen Blick auf die malerische Gegend um den Hafragilsfoss, der mit seinen mal felsigen, mal grünen Ufern im Tal vor uns lag, bevor wir endgültig den Dettifoss erreichten. Der felsige Weg, der uns bis an die Fallkante des mächtigen Wasserfalls brachte, bot eine tolle Aussicht über das Tal, das im schönsten Abendlicht leuchtete, so dass wir für alle Strapazen belohnt wurden.
- was anstrengender ist, als es sich anhört
- das Leitungswasser schmeckt auch danach
- es sei denn, doofe Touristenkinder pompfen gegen die Felsen und schreien rum :-S
Tag 3: Da wir in Ólafsvík zwei Nächte bleiben sollten, sind wir an diesem Tag erst auf der 54 nach Osten gefahren, entlang an den Fjorden bis nach Stykkishólmur. Es ist ein niedlicher Ort mit hübschen alten Häusern und einem kleinen Leuchtturm auf der Klippe, von wo aus man einen guten Blick über den Ort und die vorgelagerten Inseln hat. Das Norska húsid (500 ISK p. P.) von 1832 haben wir besichtigt. Die Sammlung alter Gerätschaften und Waren des täglichen Bedarfs auf dem Dachboden hat mir fast besser gefallen als die originalgetreu wieder hergerichteten alten Zimmer im Rest des Hauses. Unter den vielen Dingen stand dort auch eine große Dose Quality Street, deren Verpackung mich als Kind völlig fasziniert hatte. Von dem Konfekt mochte ich nur die langen, in Goldpapier verpackten Teile, aber diese bunten Bonbon-Folien waren toll! :-D
Nach Stykkishólmur ging es nach kurzer Irrfahrt um den Álftafjördur auf der 56 wieder nach Süden, um Búðir zu erreichen, wo die angeblich meist fotografierte Kirche Islands steht. Die schwarze Kirche hebt sich gut gegen das sie umgebende Grün ab und liegt malerisch zwischen den Bergen und dem Fjord - da wollten wir dem allgemeinen Fotografierwahn natürlich in nichts nachstehen und schossen diverse Fotos von allen Seiten ;-).
Kurz hinter der Kirche auf der 574 nach Westen, die uns um den Vulkan Snæfellsjökull (1.446 m) herum führt, sahen wir von der Straße aus eine Felsschlucht und Andi meinte einen Wasserfall darin gesehen zu haben. Wir wanderten das kurze Stück dort hin und gelangten über die umspülten Steine auch ein Stück in die steil aufragende Schlucht. Das war schon ziemlich cool dort. Ein anderes Pärchen brachte dann auch den Beweis, dass man durchaus noch weiter über die Felsen klettern kann, denn sie sahen wir von weit hinten aus der schmalen Felsspalte zurück klettern. In dem vorderen Bereich lagen diverse Knochen und sogar Unterkiefer von Schafen, die wohl den Möven als Nahrung gedient hatten.
In Arnastapi sind wir auf einem kleinen Pfad an den Klippen entlang gewandert und hatten eine tolle Aussicht auf das Meer und die dort brütenden Seeschwalben und Möwen. Hin und wieder sieht man tiefe Löcher in den Felsen oder ausgespülte Torbögen, durch die das Wasser gegen die Klippen rauscht. Sehr beeindruckend, aber leider schwer zu fotografieren, wenn man an seiner Gesundheit hängt. Mit der Sicherung von Pfaden und Steilhängen haben es die Isländer auch nicht so. Die allermeisten Wege sind ungesichert und man muss schon selbst aufpassen, dass man sich selbst oder sein Auto auf dem richtigen Weg bewegt.
Tag 4: Diesmal ging es absichtlich auf der Küstenstraße 54 weiter nach Osten um den Álftafjördur bis ins Tal Haukadalur, wo wir über die Schotterstraße 586 den original-nachgebauten Hof Erik des Roten, Eiríkstaðir, besichtigt haben (800 ISK p. P.). Es ist ein Grassodenhaus, in dem die Lebensbedingungen der Wikinger anschaulich dargestellt sind. “Echte” Wikinger erzählen die Geschichte von Erik und seinem Sohn Leif und es war heimelig, dort einen Moment zu sitzen und zu lauschen. Ich habe ja so meine Zweifel, ob Wikinger wirklich Gummiklogs trugen, aber es war lustig und mitreißend, die Geschichten zu hören. Eriks Sohn, Leif Eriksson, ist auch bei uns ziemlich bekannt und die alten Sagas tauchen im Verlauf einer Islandreise immer wieder auf.
Interessant finde ich auch die Namensgebung. Als Nachname wird der Namen des Vaters (manchmal auch der Mutter) genommen und um ein “son” bei Jungen bzw. um die Endung “dóttir” bei Mädchen ergänzt. Leifur Eiriksson ist also Eiriks Sohn, während Jóhanna Sigurðardóttir1 die Tochter von Sigurðar ist.
Als nächstes hielten wir an der Grassodenkirche von Viðimýri (400 ISK p. P.), die 1934 erbaut wurde. Auch ein Stück weiter, in Glaumbær, steht ein Grassodenhof. Die ältestens Gebäude hier sind noch aus dem 18. Jh. Diese kleinen Gebäude, die noch bis ins 19. Jahrhundert üblich waren, sind wirklich niedlich und faszinierend. Die Wände sind 2 m dick und je nach Wohlstand des Besitzers von innen mit Holz verkleidet. Bei weniger Reichtum, nun ja, konnte man sich schon mal die Radieschen Graswurzeln von unten angucken.
Übernachtet haben wir in Sveinbjarnagerdi, in einem stilvoll eingerichteten Hotel mit einem herrlichen Blick auf den Eyjafjörður und die Berge. Gegen Mitternacht konnten wir einen schönen Sonnenuntergang über dem See beobachten - dunkel wurde es deshalb aber nicht2 ;-). In dem Hotel hatten wir ausnahmsweise auch ein eigenes Bad und sogar WLAN war verfügbar!
- aktuelle isländische Politikerin
- schon gar nicht so dunkel, wie es auf dem Foto aussieht!
Wir sind nach zwei Wochen Island wieder zurück, … diese zwei Wochen gingen vom 11. bis 26.06. Das ist schon etwas her und ich brauchte wirklich lange, um alles zu Papier… zu Weblog zu bringen. Zum einen, weil mir das Schreiben zur Zeit echt schwer fällt, zum anderen, weil ich sehr selten auf die Karte geschaut habe, sondern nur gefahren bin, wo der weltbeste Navigator mich hin dirigiert hat. So musste ich den Urlaub erstmal für mich selbst Revue passieren lassen, bevor ich dann alles aufschreiben konnte. Nichtsdestotrotz lässt dieser Urlaub natürlich einen Reisebericht folgen. Es beginnt mit einer allgemeinen Einführung:
Wetter: durchwachsen, aber selten lange richtig schlecht. Der Ausspruch: “Wenn dir das Wetter in Island nicht gefällt, warte 10 Minuten” traf meistens zu. Von sehr warm bis sehr kalt und windig oder regnerisch ist alles dabei. Richtig geschüttet hat es nur selten, aber kürzere Nieselregen gibt es regelmäßig.
Kleidungsempfehlung: robuste Outdoor-Klamotten, unbedingt festes Schuhwerk, das nach Möglichkeit auch wasserabweisend ist, Regenhose und Jacke, letztere auch winddicht, da es manchmal eisig umher weht. Es war zwar streckenweise auch sehr warm, eine kurze Hose hätte ich trotzdem nicht gebraucht - Hochkrempeln hat mir genügt. Was sich unbedingt empfiehlt, ist ein Moskitonetz für den Kopf, denn in manchen Gegenden gibt es so viele Viecher, das es nicht zum Aushalten war. Diese kleinen Fliegmücken stechen nicht, fliegen aber mit Vorliebe in alle Körperöffnungen und in die Augen, weshalb ein Spaziergang mit Vogelbeobachtung schon mal ausfallen kann, wenn man nicht präpariert ist.
Verkehr: Die Ringstraße 1, die an der Küste einmal um die Insel führt, ist fast komplett asphaltiert. Außerhalb von Ortschaften sind die anderen Straßen überwiegend Schotterpisten unterschiedlicher Beschaffenheit. Andere Verkehrsteilnehmer sind streckenweise rar. Es kam mir teilweise noch einsamer vor als in Neuseeland. Wir hatten einen kleinen Suzuki Swift mit Allradantrieb, der uns sicher wie ein Islandpony über die Pisten befördert hat. Aber Achtung: die Schotterpisten können, auch ohne, dass es geregnet hat, sehr rutschig sein und die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, die teilweise ausgeschildert war, halte ich mit so einem kleinen Auto für halsbrecherisch! Ein Jeep bringt durch sein Gewicht und die breiten Reifen sicherlich mehr Haftung auf diesen Straßen und gerät nicht so leicht ins Driften. Aber mit Umsicht und gelassener Fahrweise waren alle für normale PKW freigegebenen Strecken1 mit unserem kleinen Flitzer gut zu bewältigen.
Tankstellen gibt es regelmäßig, aber es empfiehlt sich eine Karte, in der diese eingezeichnet sind. Bevor man die Ringstraße verlässt, um abgelegenere Ziele zu erreichen, sollte man sicher gehen, dass man genug Sprit hat, um im Falle einer Sperrung oder Umleitung wegen unpassierbarer Pisten, denselben Weg im Zweifelsfall auch wieder zurückfahren zu können!
Das Tanken selbst funktioniert mittels Tankautomaten und teilweise nur mit Kreditkarte. An manchen Automaten auch ohne die Möglichkeit, die Sprache umzustellen. Die Kreditkarte wird eingeschoben und die PIN eingegeben, dann wählt man die Höhe des Betrages, für den man tanken möchte. Meist sind das freie Eingaben, hin und wieder aber auch voreingestellte Auswahlmöglichkeiten. Im Anschluss wird die Nummer der Tanksäule abgefragt; die Karte wird wieder heraus genommen und der Tankvorgang kann gestartet werden. Nach dem Tanken wird die Karte erneut kurz in den Automaten gesteckt, um die Quittung zu erhalten. Ich fand das höchst praktisch und frage mich, warum das nicht verbreiteter ist.
Wenn ein höherer Betrag eingegeben wurde als für das getankte Benzin getankt fällig wäre, ist das nicht tragisch. Es wird nur das abgebucht, was tatsächlich gekauft wurde. Da haben wir beim ersten Tanken einen Schreck bekommen, als wir 10.000 Kronen eingegeben hatten und der kleine Tank schon nach 5.000 Kronen voll war. Wem das nicht zusagt, kann oft auch einen Knopf am Automaten drücken und dann an der Kasse bezahlen.
Auf asphaltierten Straßen aushalb von Ortschaften ist die Höchstgeschwindigkeit meist 90 km/h und zumindest unser Reiseführer, Dumont - Island, warnte davor, diese zu überschreiten, weil es zu hohen Strafen kommen kann, die u. U. sofort zu zahlen sind. So hab ich mich meist (annähernd ;-)) an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten gehalten. Als Autofahrer muss man jederzeit mit Schafen auf der Fahrbahn rechnen, so dass sehr vorausschauendes Fahren und das Einhalten der Höchstgeschwindigkeiten aus meiner Sicht absolut empfehlenswert sind! Die kleinen Lämmer laufen quer über die Straße, wenn die Mama auf der anderen Seite grast und so ein alter Bock bleibt auch schon mal mitten drauf stehen und bewegt sicht nicht.
Andere sahen das nicht so eng und wir wurden oft schnell überholt, gerade auch auf den Schotterpisten, wo ich wegen fehlenden Grips eher langsam gefahren bin. Blinken scheint übrigens keinen hohen Stellenwert auf Island zu haben, so dass man nie sicher sein kann, wohin der Mitverkehrsteilnehmer wirklich fährt.
Unbedingt langsam fahren sollten man auch, wenn man Reiter an oder auf der Straße antrifft. So gelassen und treu diese Pferde sind, es sind immer noch Fluchttiere, die dazu neigen wegzulaufen, wenn sie sich erschrecken. Gerade die eingelassenen Metallgitter, die die Schafe am Weglaufen hindern sollen, machen viel Lärm. Auch hochgeschleuderte Steine können die Pferde treffen und erschrecken. Gleiches gilt natürlich auch bei Radfahrern, nur dass die Räder nicht buckeln, wenn ein Stein sie trifft ;-).
Essen: Wir waren ein paar mal “richtig” Essen - Dinge, die nicht in die Kategorie Fast Food fallen ;-). Es war ausnahmslos lecker und preislich noch ok. Die Portionen waren allerdings recht übersichtlich, was auch daran lag, dass Beilagen offenbar nicht unbedingt zu isländischen Gerichten dazu gehören. Trotzdem bin ich irgendwie satt geworden. Man isst ja sonst eh immer mehr als nötig wäre.
Etwas verwirrend fand ich, dass Restaurants oberhalb des Fast Food-Standards den Eindruck erwecken, man sei in einem Nobel-Restaurant, dies aber auch nur streckenweise. Es ist so eine komische Mischung aus dem Versuch gehobenes Ambiente und perfekten Service zu bieten, gepaart mit Plastikbestuhlung und Massenabfertigung von Busladungen. Das ist schwer zu beschreiben. Zum einen sind da die kleinen Portionen, perfekt gekleidete, freundliche und aufmerksame Servicekräfte, teilweise wird einem auch ein Tisch zugewiesen und es gibt diese kleinen Teller und Messer für Brot mit Butter vorweg. Dann bekommt man aber die Rechnung auf einem handgeschriebenen Post-it, die Kellner spielen hinterm Tresen Karten oder es dauert ewig bis die Teller (auch mal schweigend) abgeräumt werden. Das alles tut dem ganzen aber keinen Abbruch, es ist nur eben etwas irritierend. Zumal es kein Zwischending zwischen Tankstellen-Fast Food und dieser Kategorie zu geben scheint.
Überhaupt ein Café oder Restaurant zu finden, gestaltete sich schon hin und wieder schwierig, weil sie einerseits eh rar gesät und andererseits schlecht ausgeschildert sind. Dass sie geöffnet sind, wenn man morgens irgendwo seinen 2. Kaffee trinken möchte, ist auch nicht gesagt.
Landschaft: Island liegt sowohl auf der eurasischen als auch auf der amerikanischen Kontinentalplatte, welche sich langsam voneinander entfernen. Das sorgt dafür, dass sich Island weiter ausdehnt, da an der Riftzone, die sich von Nordosten nach Südwesten erstreckt, immer wieder Lava an die Oberfläche kommt. Das Land ist geformt von Vulkanen, von denen noch rund 130 aktiv sind, und dementsprechend schroff ist die Landschaft. Unwirkliche (und unwirtliche) Mondlandschaften wechseln sich ab mit grünen Wiesen und großen Aschewüsten. Das Hochland im Inneren der Insel ist bedeckt mit Gletschern, wo auch die größen Vulkane zu finden sind. Wälder gibt es so gut wie gar nicht, hin und wieder mal ein paar Bäumchen und auch mal eine kleine Ansammlung von Bäumen, aber ausgedehnte Waldgebiete gibt es nur in der Gegend um Egilsstaðir an der Ostküste. Dementsprechend wirkten die “Tisch-Baum”-Schilder, die auf einen Rastplatz hinwiesen, in einer Gegend komplett ohne Bäume irgendwie absurd und sorgten damit bei mir regelmäßig für Heiterkeit. Wiederaufforstungsprogramme sollen dem aber entgegenwirken - also dem Baummangel, nicht der Heiterkeit!
Sprache: Die verwirrende Kombination von lateinischen Buchstaben (mit und ohne Akzent) mit isländischen Buchstaben wie ð, æ und Þ (alle klein geschrieben) ist eigentlich nicht so schlimm wie es aussieht. Wir haben relativ schnell eine eigene Aussprache entwickelt und z. B. das ð, was mehr wie ein weiches englisches “th” gesprochen wird, als “d” gesprochen. Selbst wenn man die Wörter der Lautschrift gemäß ausspricht, würde ich es nie wieder erkennen, wenn ein Isländer dasselbe Wort sagt. Das klingt doch komplett anders. Beim Þ ist es einfacher - das wird auch wie das englische “th” gesprochen, bloß schärfer. Alles halb so wild. Im Zweifelsfall erfinde ich Wörter, die so ähnlich klingen.
Reiseorganisation: Wir haben bei Katla Travel eine der Mietwagenrundreisen gebucht, so dass wir uns wegen der Unterkünfte, des Fluges und der groben Route keinen Kopf mehr machen brauchten. Skeptisch war ich anfangs, weil es Unterkünfte mit privatem Badzimmer nur gegen Aufpreis gegeben hätte. Im Nachhinein war es aber wirklich ok und die Sanitäranlagen waren in der Regel in einem annehmbaren Zustand. Für die Duschen hatte ich mir allerdings noch Flip Flops gekauft, mit dem Rest konnte ich leben. Über die Unterkünfte im Einzelnen verfasse ich vielleicht zum Schluss noch einen separaten Artikel.
Nach der vollständigen Bezahlung der Reise erhielten wir diverse Unterlagen von Katla Travel. U. a. einen Straßen- und Reiseführer, Gutscheine für Touristen-Attraktionen vor Ort sowie eine DVD, wie man in Island sicher Auto fährt. Es wäre auch ein Buchgutschein für unseren Reiseführer dabei gewesen, aber den hatten wir bereits lange im Vorfeld gekauft.
Reiseroute:
Tag 1: Wir sind ab Berlin-Schönefeld um 22:30 Uhr MEZ geflogen und nach ungefähr 3 Stunden 20 Minuten um 23:55 Uhr Ortszeit am Keflavík Airport geladet. Faszinierend war, dass es mitten in der Nacht noch hell ist, als sei die Sonne gerade erst untergegangen. Nach der Übernahme unseres Autos und der Übernachtungsgutscheine direkt am Flughafen, ging es zur Unterkunft nach Reykjavík. Im Guesthouse Bina (rund 50 km vom Flughafen entfernt) empfing uns die nette Wirtin im Morgenmantel, die wir vom Flughafen aus schon einmal wecken mussten, weil genau der Gutschein für die erste Übernachtung fehlte. Sie sagte aber, wir sollten erstmal kommen und morgen früh würden wir dann mit der Reisegesellschaft alles klären. Das wäre nicht das erste Mal gewesen, dass die Gutscheine fehlten, erzählte sie uns.
Tag 2: Nach einem gemütlichen Frühstück in der Küche der Wirtin und einem kleinen Plausch mit ihr, konnten wir die Reiseagentur anrufen, die unserer Wirtin den fehlenden Gutschein nachreichen wollte. Dann ging es endlich richtig los. Auf der Ringstraße 1 sind wir über Mosfellsbær nach Norden und entlang des Walfjords (Hvalfjörður) bis zum Abzweig zum Glymur, des mit 196 m höchsten Wasserfalls Islands, gefahren. Diese Abfahrt von der Straße 47 war schwer zu finden, weil das kleine Schild am Straßenrand nur von der Gegenfahrbahn gut zu lesen war. Überhaupt sind Sehenswürdigkeiten, Restaurants oder Attraktionen oft nicht idiotentouristensicher beschildert, so dass man einfach sein Glück versuchen muss, um rauszufinden, wo es lang geht oder wo etwas zu finden ist.
Wir fanden aber letztlich den Parkplatz und machten uns auf den Weg, den Glymur zu sehen. In unseren Reistipps war die Tour mit 2-3 Stunden veranschlagt und als “leicht” gekennzeichnet. 3 Stunden mochte ja hinkommen, aber es ging auf schmalen Pfaden steil den Berg rauf und runter, so dass leicht nicht das Wort ist, das ich wählen würde. Aber es lohnt sich auf jeden Fall. Festes Schuhwerk und ein klein wenig Abenteuerlust sind hier aber vonnöten! Außerdem etwas zu Trinken, ein Fernglas und eine Kamera mit Zoom, denn der Glymur ist immer noch ein gutes Stück entfernt, wenn man oben angekommen ist. Wir haben den Fluss im Tal über einen Baumstamm mit gespanntem Drahtseil überquert und sind dann den Berg rauf gestiegen. Möglicherweise gibt es ja noch einen anderen Weg, aber wir sind auch dort immer wieder Gelb markierten Steinen gefolgt, die den Pfad markieren sollten. Der Wasserfall stürzt durch eine Schlucht in die Tiefe, deren Felswände von vielen Möven bewohnt werden. Der Blick war wirklich alle Mühe wert.
Ein paar Kilometer weiter auf der 47, die um den Fjord führt, steht in Saurbær2 eine hübsche kleine Kirche direkt am Wasser. Kirchen gibt es übrigens, genau wie Wasserfälle, alle paar Kilometer. Wo drei Häuschen auf einem Haufen stehen, steht meist auch eine Kirche. In größeren Orten fallen diese auch schon mal durch ihre ungewöhnliche Architektur auf.
Kurz hinter Borganes erreichten wir auf der Straße 54 drei Vulkankrater, von denen wir den Grábrók bestiegen. Man hat einen guten Blick über die Landschaft, die anderen Krater und die Überbleibsel früherer Gebäude am Fuße des Kraters. Und wann hat man schon mal Gelegenheit so leicht einen (als “weniger aktiv” eingestuften) Vulkan zu erklimmen?
Den Krater des erloschenen Vulkans Eldborg besuchten wir im Anschluss nicht mehr, sondern begnügten uns mit einem Foto von der Straße aus. Stattdessen machten wir einen Abstecher zu den Basaltsäulen von Gerðuberg. Leider lag die lange Felswand schon halb im Schatten, aber es war trotzdem ein netter Anblick. So eine Komposition von Basaltsäulen würde sich sicher gut machen im Wohnzimmer ;-).
Nördlich der Straße 54 spazierten wir zu einem kleinen Wasserfall, der von einer natürlichen Mineralquelle (Rauðamelsölkelda) gespeist wurde. Das lecker Quellwasser füllte promt einer unserer Wasserflaschen, so dass wir es noch während der Weiterfahrt genießen konnten.
Unsere Unterkunft an diesem Tag lag auf der Halbinsel Snæfellsnes in Ólafsvík. Treffender Weise hieß das Hotel Ólafsvík Hotel, das machte aber von außen mehr her als von innen. Das kleine Zimmer unter der schlecht verputzten Dachschräge war das unansehnlichste des Urlaubs, aber es war sauber und wir hatten aus dem kleinen Fenster einen schönen Blick auf einen Wasserfall. Wir wanderten noch eine Runde durch den kleinen Ort, sahen den Fischern beim Entladen eines Kutters zu und genossen die Abendsonne auf der Hafenbegrenzung.
- nur für Jeeps zugelassene Pisten sind mit einem F gekennzeichnet
- einer der Ortsnamen, die häufiger auftauchen
Mein Bruder hatte gelesen, dass es in Treptow ein Nutzhanf-Feld mit einem Irrgarten gibt, das er gern besuchen wollte. Er war sowieso bei uns, weil wir gemeinsam ein paar Tage in Prag waren (Beitrag folgt). Da wir beide am Dienstag noch frei hatten, machten wir uns auf den Weg in die Späthstraße. Es empfielt sich wirklich vom S- oder U-Bahnhof noch den 170er Bus zu nehmen, denn der Weg kann bei praller Sonne ganz schön lang werden.
Endlich angekommen, wurden wir von zwei der Organisatoren freundlich empfangen und nach Bezahlung eines geringen Eintrittsgeldes ging’s rein ins Labyrinth,… oder in den Irrgarten? Ich weiß nicht, ich hatte die Orientierung verloren! :-D
Nutzhanf ist natürlich THC-frei und somit würde das Rauchen dieses Feldes nicht zum gewünschten Ergebnis führen.
Während man also durch das Hanflabyrinth irrt, trifft man immer wieder auf Informationstafeln, die einem alles Wichtige rund um die Pflanze erklären. Ich hatte schon vor einiger Zeit mal über die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten von Nutzhanf gelesen und finde diese Art der Aufklärung sehr gut. Und ich glaube, da müssen noch einige Vorurteile beseitigt werden. Die beiden Initiatoren berichteten von dem massiven Widerstand der Nachbarn und den behördlichen Steinen, die sie aus dem Weg räumen mussten, damit dieses Feld überhaupt entstehen konnte.
Die Pflanzen sind zum Teil, je nach Bodenbeschaffenheit, schon über mannshoch und es ist echt ein Erlebnis da durchzustreifen. Wir konnten zwar manchmal die nächste Info-Tafel schon sehen, den Weg dort hin zu finden, war aber schwieriger. Auf jeden Fall hatten wir trotz der Hitze viel Spaß und konnten die verbliebenen Fragen bei einem kühlen Getränk unter dem Pavillon mit den Organisatoren klären. Die freuen sich natürlich über regen Besuch von Groß und Klein. In den nächsten Wochen wird das Labyrinth noch ausgebaut und es soll u. a. eine gemütliche Sitzgelegenheiten mitten im Hanf geben. Das Feld steht wohl noch bis kurz nach Schuljahresbeginn, so dass noch Aktionen für Schulklassen angeboten werden bis es geerntet und verarbeitet wird. Mit jüngeren Kindern wurden sogar schon “Workshops” durchgeführt, bei denen sich die Kleinen aus den Fasern Freundschaftsbänder herstellen konnten.
Ich kann (und ich glaube, da spreche ich auch für meinen Bruder) einen Besuch nur empfehlen! Es macht Spaß, es ist informativ und baut Vorurteile ab. Außerdem ist es ein irrer Anblick ;-).






























