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Date: Wednesday, 31 Oct 2007 10:54

Blogruf ist aus. Mir fehlt meist die Zeit um Dinge so zu behandeln, wie ich es gerne würde. Und manches Mal auch die Lust.

Wer unbedingt mehr von mir lesen möchte, den muss ich auf vereinzelte Artikel, Beiträge unter kommentare.zeit.de und mein Privatblog verweisen. Die Themen, die ich bislang im Blogruf behandelt habe, werde ich kurzerhand dort abhandeln, wenn es mir passend vorkommt.

Tschüs! War nett, manchmal.

Author: "Falk Lüke" Tags: "Egozentrisches"
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Date: Tuesday, 30 Oct 2007 11:12

Frank Schirrmacher macht sich Gedanken. Das klingt dann beispielsweise so:

Wir riskieren, die wenigen Kinder, die unsere Gesellschaft in Zeiten des demographischen Wandels hat, auf Dauer mit seelischem Extremismus zu programmieren, wenn wir nicht bald eine Debatte über pornographische und kriminelle Inhalte im Internet beginnen.

Er singt das Hohelied vergangener Zeiten, in denen die Behüteten nicht mit dem konfrontiert wurden, was die böse Welt dort draußen ihnen tatsächlich zu bieten hatte: Sex und Gewalt.

Mir scheint Schirrmachers Position zutiefst verabscheuungswürdig. Was er als «ikonografischen Extremismus» brandmarkt, ist doch nur ein Abbild dessen, wozu Menschen im Stande sind. Als Journalist sollte ihm die Dokumentation des unmenschlichen Menschlichen ein hohes Gut sein, vielleicht sogar das höchste. Niemals habe ich in der FAZ (oder auf FAZ.net) einen Artikel gefunden, der sich angemessen mit den Inhalten auseinandersetzt, die via Internet heute auf uns einprasseln können.

Internet, das heißt vor allem: Pull-Medium. Wir wählen aus dem Menü, und was serviert wird, steht bereits dran. Natürlich ist auch das im Angebot, was Schirrmacher «Extremismus» nennt. Doch was will uns das sagen? Müssen wir besser behüten? Oder ist das passende Wort für Schirrmachers Plädoyer nicht eher Bevormundung?

Kinder von heute verstehen YouPorn genausowenig (und es interessiert sie so wenig) wie sie früher Pornozeitschriften der Eltern, die Softpornos im Zeitschriftenladen oder ähnliches interessiert haben. Sicher, sie werden es sich einmal angucken. Und wenn sie Gefallen daran finden, dann haben Mama und Papa verloren. Mittel und Wege sind einfacher geworden, man könnte den Zugang vielleicht auch demokratischer nennen. Wer Aufnahmen realer Enthauptungen schauen will, kann dies tun. Aber: niemand wird gezwungen.

Wer das akzeptiert, kann seinen Kindern den größten Gefallen tun, der möglich ist: ihnen das Handwerkszeug zu mündigen, aufgeklärten Bürgern mit auf den Weg zu geben. Schirrmacher hat Angst vor diesem Nachwuchs, den er nicht mehr von der unglaublichen Qualität seiner Tageszeitung überzeugen kann, die «eine Haltbarkeit von mindestens 24 Stunden» habe. Dass dies leider stets die vergangenen 24 Stunden vor Drucklegung waren, das sagt Schirrmacher nicht. Wer die Nachrichten bereits verdaut hat, kann sich bequem anderen Angeboten im Netz zuwenden. Zum Beispiel - aber nicht nur - YouTube, MySpace, Facebook und wie die Spielzeuge alle heißen mögen. Das Internet ist ein Konkurrenzangebot zu allem analogen Leben. Nicht primär zur Tageszeitung. Und führt auch dazu, dass man die ganz realen Momente um so mehr zu schätzen und genießen lernt. Ein *knuddel* wird nunmal die Qualität einer realen Umarmung niemals ganz erreichen.

Author: "Falk Lüke" Tags: "Digital Life, Journalismus, Mediennutzun..."
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Date: Thursday, 25 Oct 2007 14:23

Facebook

Microsoft steigt bei Facebook ein – und im digitalen Blätterwald weht der rauschende Wind der gepflegten Skepsis. Doch zurecht?

Facebook hat schlicht das Zeug zum Killer, jeder investierte Dollar ist als langfristige Investition Gold wert. Und das kommt nicht von ungefähr, denn Mark Zuckerbergs Firma hat vieles richtig und nur weniges falsch gemacht.

Nutzerattraktivität

Facebook hat die kritische Masse für Nutzeraktivitäten seit langem überschritten, ist ein Selbstläufer geworden. Jeden Tag kommen nach Facebook-Angaben über 200.000 Nutzer auf der Plattform hinzu. Obwohl es nach wie vor keine deutsche Oberfläche gibt, ist die klassische Early-Adopter-Gruppe aus Deutschland dort bereits komplett vertreten. Hinzu kommen fast alle Studenten, die im nichtdeutschsprachigen Ausland Erasmus-Semester absolviert haben.

Entwicklerattraktivität

Facebook hat sich semi-permiabel geöffnet: mit seiner Entwicklerschnittstelle hat Facebook Drittanbietern das Entwickeln von Applikationen für die Facebook-Plattform erlaubt. Das findet hohen Zuspruch, auch wenn es oft nur Spielzeugapplikationen wie MovieTaste sind - aber wer wollte nicht schon immer bestätigt bekommen, dass seine Freunde einfach keinen Geschmack haben? Zudem können RSS-Feeds in die User-Profile eingebunden werden, wer ein Weblog betreibt, kann den Feed in Facebook laufen lassen. Gleichzeitig lässt sich beispielsweise die Statusanzeige (”Was mache ich gerade?”) über eine kleine Applikation mit Twitter verknüpfen.

Werberattraktivität

Facebook hat ein intelligentes Micro-Targeting-System etabliert, um Werbung zielgruppengenau zu ermöglichen. Fast vollautomatisch geschehen dort die Werbebuchungen, wer möchte kann beispielsweise einen Flyer für wenige hundert Personen große Zielgruppen buchen. Die Streuungsverluste dürften marginal sein, die Preise sind abhängig von der Größe der “Kampagne”.

Deshalb: Bitte nicht unterschätzen!

Das alles und sicher noch einiges, was ich vergessen habe, ist gut. Es ist gut durchdacht, schick designt, findet regen Zuspruch. Wer möchte, kann (statt Fernsehen?) den ganzen Tag auf dieser Plattform verbringen. Kann dort kommunizieren, sich informieren, sich produzieren, diskutieren. Nur das reproduzieren klappt dort noch nicht. Damit es dazu kommt, dafür sorgt allerdings die Poke-Funktion.

Selbst wenn der aktuelle Preis an Fantastialliarden herangrenzt: diese Plattform ist sehr stark gemacht und sehr aktiv. Und wer nicht aufpasst, wird diesen Zug nicht nur verpassen - er wird von ihm überrollt werden. Widgets in Facebook zu platzieren ist nicht nur Spielerei. Und im Gegensatz zum 2006 gnadenlos gehypten SecondLife stecken diesmal auch relevante Nutzerzahlen drin - rund um den Globus.

Author: "Falk Lüke" Tags: "Social Networks, Medienschau, Finanzieru..."
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Date: Sunday, 21 Oct 2007 19:31

In der Druckausgabe der ZEIT vom vergangenen Donnerstag findet sich ein langer Artikel von Siegfried Weischenberg zur Medienqualität. Unter anderem bezeichnet er dort den Onlinebereich als «Teil des Problems und nicht der Lösung», «vor allem die “Blogosphäre” [verschärfe] das Problem von Kommunikationsflut und Anschlusskommunikation».

Bevor ich in einem längeren Eintrag bald auf den genannten Artikel eingehen möchte, kurz vorweg, was mich erstaunt hat: Früher hat man mit Blogosphärenbashing noch Reaktionen provozieren können. Dies funktioniert auch heute noch zweifellos gut - jedoch nur, wenn der Artikel auch online erscheint. Zumindest bislang ist er das nicht, nennenswerten Widerhall findet er auch nicht.

Kann es sein, dass wir mittlerweile in so voneinander entkoppelten Informationswelten leben, dass, was ausschließlich gedruckt ist, in der Informationsflut keineswegs besonders leuchtturmartig erscheint - sondern stattdessen kurzerhand untergeht?

(Ich halte eine Beschäftigung mit dem Artikel übrigens für durchaus lohnenswert.)

Author: "Falk Lüke" Tags: "Offline, Medienschau, Onlinejournalismus..."
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Date: Thursday, 11 Oct 2007 09:57

In den Niederlanden ist bekannt geworden, dass die dortigen Minister zwar gern bloggen dürfen - aber doch bitte nur unpolitisches, nur kabinettseinvernehmliches und aus ihrem Ressort. Nun, das ist sicherlich sehr spannend zu lesen. Alles andere dürfen sie zwar auch bloggen. Aber dann nicht auf Regierungswebsites. Kann man gut finden, muss man aber nicht. Zwei Weblogs sind immer noch schlechter zu lesen als eines.

Author: "Falk Lüke" Tags: "Ethik, Trophäen"
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Date: Tuesday, 09 Oct 2007 06:32

Bryan Person arbeitet für Monster - einen der größten Jobsuchmärkte der Welt. Jetzt fordert er das Ende des Lebenslaufes, so wie wir ihn kennen. Insbesondere für jene, die viel und intensiv mit dem Internet arbeiten würden, könnten die althergebrachten Formen nicht mehr dienen. Stattdessen hat Person einen Beispiellebenslauf geschnitzt, wie er ihn sich für sich vorstellen könnte: einen sogenannter “Social Media Resume”.

Darin findet sich unter anderem:
- eine zweckspezifische del.icio.us-Seite mit Links zu seinen besten Blogpostings, Podcastfolgen und Konferenzpräsentationen
- ein Verweis auf sein LinkedIn-Profil
- ein Foto
- eine eingebettete Folge seines Podcasts “New Comm Road”
- ein Link auf die in seinem Google-Reader-Konto mit anderen geteilten Links
- Links zu seinen Flickr-Fotos, Twitter-Botschaften und seinem Facebook-Profil

Bleibt die Frage, die auch er stellt, ob das für Personaler wirklich interessanter ist als ein klassischer chronologischer/chronologisch invertierter Standardlebenslauf. Oder ob die nicht doch eh einfach den Namen in Google eintippen.

Author: "Falk Lüke" Tags: "Digital Life"
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Date: Monday, 08 Oct 2007 11:10

Man ist heute nicht mehr auf den lokalen Newsprovider angewiesen - das ist schön. Man kann sich auch bei anderen informieren, solange man die Sprache spricht. Auch deshalb hat der britische Guardian online mehr Nutzer als die New York Times, schreibt Henning Hoff in der FAZ (und weil ich das woanders auch schonmal las, glaube ich das mal - ohne es nachzuprüfen). Sollten deutsche Medienhäuser also verstärkt in Internationalisierungen ihrer Angebote investieren?

Im Westen nichts neues. Noch nicht. Dennoch der bestinszenierte Portalstart der vergangenen Monate - mit einer Verzögerung, die an Duke Nukem Forever erinnert. Schneller ist da Spiegel Online mit seinem Projekt EinesTages - das ist bereits online gegangen. Und das sogar mit stilechtem Betabapperl.

Die wahren Probleme der Welt bleiben jedoch die Ungerechtigkeiten - zum Beispiel der Dreiklassenjournalismus in Österreich, den eine Studie beklagt.

Eine breite Mittelschicht (60 Prozent aller Hauptberufler) verdient zwischen 2.000 und 5.000 Euro monatlich brutto, darüber liegen die Top-Verdiener, die 14 Prozent der Journalisten ausmachen, darunter die 28 Prozent, die das leicht austauschbare “Fußvolk” ausmachen, das in unsicheren Verhältnissen lebt.

Felix Austria?

Glücklich sind auf jeden Fall die Betreiber von bugmenot.com - seit 2003 ist der Dienstleister für Privacy (zu Deutsch heißt ihr Service etwa “Nervmichnicht”) online. Bislang blieben sie im Dunkel, jetzt zeigen sie sich.. “Zum Teil lag es daran, dass ich mir nicht ganz sicher war, ob das so legal ist”, sagt Guy King. Bugmenot kann als eine der ersten funktionierenden UGC-Seiten im Netz gewertet werden: Nutzer veröffentlichen Zugangsdaten für Websites, die eine Registrierung verlangen.

Author: "Falk Lüke" Tags: "Journalismus, Medienschau, Onlinejournal..."
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Date: Friday, 05 Oct 2007 10:16

Ich habe selten so laut gelacht: Unordered list of thoughts I had during a conference call with a potential client today. Wir nennen es Alltag. Kostprobe:

Wait… First you wanted to clone Digg… Then you wanted to “add the social aspects of Facebook to it,” and NOW you want it to be Wikipedia? Where the HELL did you spend your morning? In the “Web 2.0 Company Names to Memorize” symposium sponsored by the local Linux Enthusiasts club?

(via Neezees Twitterfeed)

Author: "Falk Lüke" Tags: "Digital Life, Trophäen"
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Date: Wednesday, 03 Oct 2007 21:41

Für Journalisten ist es eine Pest, für Verlage eine Qual. Das Internet ist kein Geschenk.

Das aus meinem Munde? Gut, wer mich kennt, weiß, dass die Relativierung stante pede folgen wird. Es geht um die Frage: Wer hat woran welche Rechte?

Als Redakteur bei ZEIT online trete ich meine Rechte an selbstverfassten Texten ab, sofern sie während der Arbeitszeit für ZEIT online verfasst wurden (bei diesem hier bin ich mir zum Beispiel nicht ganz sicher, an einem Feiertag um 23:30…?). Der Verlag kann Texte von mir demnach nehmen und reproduzieren, wie er möchte. Ich werde dafür bezahlt. Er kann sie auch an Dritte verscherbeln - ohne im Einzelfall mein Einverständnis einholen zu müssen.

An anderen Stellen tobt gerade die berechtigte Debatte um Dinge wie die Grass-Nobelpreis-Rede, die die FAZ online gerne verkaufen möchte - Perlentaucher und FAZ liegen im Rechtstreit um Verwertung von Inhalten. Es geht primär um ein Problem: Texte, die für eine Publikation verfasst werden, werden von Verlagen gerne als ihr Eigentum angesehen. Stimmt ja auch, irgendwie. Aber nicht uneingeschränkt - denn es kommt auch darauf an, was Autoren und Verlag miteinander abgemacht haben. Und dass Autoren die Hoheit über die Erscheinung ihrer Texte behalten (wie Peer Schader gut begründet).

Was einfach klingt, ist komplex. So lassen sich kaum für jeden Autoren individuelle Einstellungen treffen. Und gleichzeitig ist die Autorenposition vollkommen korrekt, dass, wer ein Werk verfasst, höchtselbst an einer Zweitverwertung teilhaben und mit über sie entscheiden können möchte. Was also tun?

Eine Möglichkeit wäre, zentrale Kriteriendatenbanken zu schaffen, die jeder Verlag bei sich einbinden müsste. Also eine Art Rechtesystem, vielleicht zentral auch mit dem VG Wort-Zählpixel verknüpft…? Dass man Autorentexte nicht resyndizieren, geschweige denn sinnvoll auswerten darf, ist wiederum Web3.11 in Reinform. Was fehlt, ist eine Lösung die beiderseitigen Ansprüchen und technischen Entwicklungen gerechter wird als der totale Buyout. Ideen werden weiterhin gesucht.

Author: "Falk Lüke" Tags: "Journalismus, Onlinejournalismus, Finanz..."
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Danke   New window
Date: Monday, 01 Oct 2007 13:43

Manches schreibt man viel zu selten: Danke an Oliver und Christiane aus der Online-Technik, an die Grafik und alle anderen die diesem Blog hier nun ein hübscheres Aussehen verpasst haben (puh, endlich verschwinden hier die letzten Zeilen CSS, die ich auf ZEIT online jemals verbrochen habe).

Author: "Falk Lüke" Tags: "Egozentrisches"
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Date: Monday, 01 Oct 2007 09:12

Robert von Heusinger beschreibt im Herdentrieb, warum er kein Problem damit hat, auch nach seinem Wechsel - zu dem ich ihm alles Gute wünsche! - zur Frankfurter Rundschau ein Blog auf ZEIT online zu schreiben.

Author: "Falk Lüke" Tags: "Journalismus und Blogs, Trophäen"
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Date: Wednesday, 26 Sep 2007 10:45

Der eine oder andere wird sich gefragt haben, warum hier im Blogruf momentan so wenig passiert. Das liegt zum einen daran, dass für mich nach über zwei Jahren Blogruf schreiben viele Themen nur noch wiederkehrend sind und mir der Elan fehlt, jedesmal auf die kleinen Feinheiten in den Veränderungen hinzuweisen.

Das liegt zum anderen natürlich auch daran, dass ich derzeit stark in Projektarbeit verhaftet bin, die mein Zeitbudget stark in Anspruch nimmt. Es ist ja nicht so, dass nichts mehr geschehen würde - aber die ursprüngliche Intention des Blogrufs war den erwarteten Medienwandel zu beobachten. Dieser hat stattgefunden, findet weiterhin statt. Doch mühsam erhörnt sich das Eichnähchen.

Die Revolution frisst keine Kinder, die Evolution küsst ihre Rinder. Die Blogosphäre finde ich ganz persönlich derzeit weitgehend langweilig (de/en gleichermaßen). Generelle Unlust beschreibt das Gefühl wohl ganz gut. Und ich hab das Gefühl, dass das nicht nur mir so geht.

Author: "Falk Lüke" Tags: "Egozentrisches, Digital Life"
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Date: Thursday, 13 Sep 2007 09:56

Derzeit grübeln wir zu viert (Alexander Svensson, Igor Schwarzmann, Steffen Büfffel und ich) darüber, wie wir die zweite Erhebung zu Tageszeitungswebsites genau durchführen wollen. Im vergangenen Jahr hatten wir erstmals eine weitgehende Studie darüber angefertigt, welche technischen Features Tageszeitungswebsites derzeit bieten - mit teils überraschenden Ergebnissen.

Da die Menge an zu untersuchenden Websites (beim letzten Mal 109) erheblich ist, freuen wir uns über alle Mitstreiter - wer sich beteiligen möchte, kann sich gerne in den Kommentaren melden; damit wir Kontakt aufnehmen können also bitte auf eine korrekte E-Mailadresse achten. Danke!

Author: "Falk Lüke" Tags: "Egozentrisches, Onlinejournalismus"
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Date: Monday, 10 Sep 2007 11:36

Bei großen Sportereignissen sind die Restriktionen für Onlineberichterstattung oft sehr stark. Bei der Rugby-Weltmeisterschaft lösten die vom Veranstalter gemachten Vorgaben nun einen Medienboykott aus, wie der MediaGuardian berichtet. Online scheint sich zum größten Gegner der Fernsehexklusivberichterstattung, die Veranstalter teuer verkaufen, zu entwickeln. Auch nach dem Ende des Berichterstattungsboykotts durch große Nachrichtenagenturen und Medien bleibt ein fahler Beigeschmack: Dass die Berichterstattung nicht frei ist, sondern teuer erkauft wird und damit selbst zum Sponsor und Akteur mit einem Interesse an Spannung im Ereignis wird, kann dem Sport einfach nicht gut tun.

Interessant ist eine Klausel des nun geschlossenen Abkommens: Bilder dürfen nicht “videoähnlich” im Internet auftauchen, nicht schneller als binnen 30 Sekunden rotieren. So kann man die technischen Möglichkeiten des Netzes zugunsten alter Medien und gesicherter Einnahmen also kastrieren - Bestandschutz statt Fortschritt. Der Boykott war richtig - aber nicht konsequent genug. Niemand muss Rugby, Fußball oder Tanzen gucken, Exklusivberichterstattungsknebel von solchen “Sport”-Veranstaltungen ist unlauter und sollte daher automatisch zum ignorieren durch alle sonstigen Medien führen. Klappt ja innerhalb des Mediums Fernsehen mit Ausnahme von Fußball eigentlich auch ganz gut.

Author: "Falk Lüke" Tags: "Journalismus, Onlinejournalismus, Ethik,..."
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Date: Monday, 10 Sep 2007 07:50
Author: "Falk Lüke" Tags: "Digital Life, Medienschau, Trophäen"
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Date: Sunday, 09 Sep 2007 17:30

Was kommt heraus, wenn man eine fast traditionelle Veranstaltung mit einem neuen Konzept und anderen Menschen zusammenbringen will? Die Frage stellte sich im Vorfeld des gestrigen Jonettag-Mediacamps. Der leicht sperrige Doppelname, sonst eher eine Eigenschaft bekannter PolitikerInnen, sollte alle schon einmal damit vertraut machen: irgendwas ist anders.

Und das war es dann auch. Erwartungsgemäß hatten viele der Journalistenkollegen ihre Probleme mit Spontaneität, hatten wir als Organisatoren uns vielleicht auch noch etwas zu wenig getraut. Wenn es eine Fortsetzung gibt, dann sicher mit Vorstellungsrunde und Personen-Tagging, mit einigen kürzeren Runden und damit auch mehr Möglichkeiten für einzelne, kleine Dinge vorzustellen, zu präsentieren, nachzufragen und dennoch auch gemeinsam in Ruhe Kaffee zu trinken.

Als Mitorganisator ist man nach einer solchen Veranstaltung stets froh, wenn sie ohne größere Probleme über die Bühne gegangen ist, als Teilnehmer fragt man sich danach vor allem, was einem solch eine Veranstaltung gebracht hat. Ich hoffe, dass die meisten etwas lernen und/oder zumindest nette Menschen kennenlernen konnten. Die Folien meiner Kurzpräsentation aus dem “Features von Zeitungswebsites”-Workshop, den Alexander Svensson, Igor Schwarzmann und ich anboten, werde ich im Laufe der nächsten Tage an diesen Beitrag anhängen finden sich hier als PDF.

Wer mir noch nicht im persönlichen Gespräch gesagt hat, was man noch hätte verbessern können: E-Mail, Kommentar zu diesem Posting, alles willkommen. Aber bitte nicht jammern, dass die Croissants nicht lecker gewesen seien (das glaube ich nämlich nicht).

Author: "Falk Lüke" Tags: "Trophäen"
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Date: Saturday, 08 Sep 2007 10:30

Hier in der Hamburger Handelskammer haben wir die Eröffnungsrunde hinter uns gebracht - bei der Alexander Böhm von AlexTV erzählt hat, wie er seine eigene kleine Show als Video im Internet produziert, präpariert und präsentiert, bei der Hermann-Josef Tenhagen von Finanztest erklärt hat, warum und wie die Stiftung Finanztest mit guten Inhalten im Internet Geld verdient - und das nicht zu knapp - und bei der Roger Blum, Medienwissenschaftler von der Universität Bern, seine wissenschaftliche Einordnung der aktuellen Entwicklungen im Medienbereich vorstellte.

Die drei Redner und die Teilnehmer des Jonettag-Mediacamps kamen schnell ins Gespräch, diskutierten eifrig und aus vielen Perspektiven über Fragen von Ethik, Konvergenz und der Rolle der Nutzer/Zuschauer/Leser. Ein guter Start in einen hoffentlich sehr schönen Tag.

Es sind gut 100 Teilnehmer anwesend, die erste Workshoprunde ist gerade angelaufen und bislang scheint unser Unkonzept zu funktionieren. Das freut. :-) Was andere schreiben und denken ist wie immer am einfachsten über Technorati aufzufinden: hier entlang.

Author: "Falk Lüke" Tags: "Journalismus, Offline, Nutzerbeteiligung..."
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Date: Friday, 07 Sep 2007 11:49

Damir Fras schreibt heute in der Berliner Zeitung zur Debatte um die sogenannte Onlinedurchsuchung einen Artikel unter dem Titel «Online First». Nur ein Zufall oder ein Wink mit dem Gartenzaun? Wird da in Berlin tatsächlich über den wenig intensiv betriebenen Onlineauftritt nachgedacht? Online First steht im Regelfall für das Zuersterscheinen von Artikeln im Netz - noch bevor sie ihren Weg in die gedruckte Ausgabe finden.

Author: "Falk Lüke" Tags: "Onlinejournalismus, Trophäen"
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Date: Friday, 07 Sep 2007 10:42

In der Neuen Zürcher Zeitung ist ein Artikel erschienen, in dem Heribert Seifert sich mit den Kommentarmöglichkeiten auf Zeitungswebsites beschäftigt. Dazu hat Seifert bei einigen Redaktionen nachgefragt und unter anderem auch Beispiele aus dem Angebot von ZEIT online angeführt.

Für Redaktionen sind die Nutzerkommentare ein mindestens zweischneidiges Schwert. Journalismus lebt von Meinungsfreiheit, ist selbst Produkt dieser. Doch wo sind die Grenzen erreicht, wo sind sie überschritten?

Wir haben uns bei ZEIT online für zwei Dinge entschieden, über die sicherlich diskutiert werden kann (auch gerne hier, wird aber von mir moderiert):
Zum einen für eine Registrierungspflicht. Das schreckt vielleicht nicht alle, aber doch manche potenzielle Pöbler ab - bringt allerdings auch für Nutzer mit Interesse an seriöser Diskussion eine zusätzliche Hürde mit sich.
Zum anderen für eine Moderation im Nachhinein: Wer angemeldet ist, verfasst seinen Beitrag und dieser geht unmittelbar online. Erst danach und mit Verzögerung wird von Mitarbeitern bei ZEIT online gelesen, was die Nutzer schrieben. Das ist zum einen extrem zeitaufwändig und verlangt zum anderen für schnelle Reaktionen auch Hinweise von Nutzern (per E-Mail), da ansonsten chronologisch abgearbeitet wird.

Es gibt einige Themen, bei denen die Diskussionen erkennbar unmoderierbar würden. Insbesondere am Wochenende, wenn die Personaldecke auch für die Moderation dünn ist, wird für betreffende Stücke die Kommentarfunktion abgeschaltet.

In den Weblogs auf ZEIT online gilt ein anderes Prinzip: die Moderation der Kommentare obliegt den Autoren - auch die Einstellungen hierzu sind den jeweiligen Präferenzen entsprechend.

Heribert Seifert äußert am Ende seines NZZ-Artikels eine Idee: «Um Hasstiraden auszugrenzen, kann es hilfreich sein, grundsätzlich eine überprüfte Registrierung mit dem Klarnamen zu verlangen.» Aber was soll eine überprüfte Registrierung sein? Das extrem teure PostIdent-Verfahren? Oder doch nur eine valide E-Mailadresse? Wer kann den Realnamen prüfen? Wir denken, momentan die bestmögliche Lösung zu benutzen (aber das denken sicherlich alle von ihrer Lösung :-).

Author: "Falk Lüke" Tags: "Nutzerbeteiligung, Onlinejournalismus, J..."
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Date: Thursday, 06 Sep 2007 11:08

Wieviel Organisation und Struktur braucht ein Barcamp, wenn ein erklecklicher Teil der Teilnehmer eher alte Kongresshasen sind? Schwierig zu sagen. Die Organisatoren sammeln gerade alle ihre Erfahrungen mit Unorganisation, Spontaneität und der Frage, wieviele wohl kommen werden - angemeldet sind gut 140, bezahlt haben erwartungsgemäß noch nicht alle, manche Workshops stehen schon fest und die Rahmenstruktur ist jetzt festgezurrt. Das wird eine feine Veranstaltung, zumal, wo ich jetzt sogar ein Bett in Hamburg für mich organisiert habe. Ich freue mich auf ziemlich interessante Diskussionen!

Author: "Falk Lüke" Tags: "Journalismus und Blogs, Meta, Onlinejour..."
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