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Zahnärzte sind ja irgendwie Angstobjekt. Und deren Equipment. Früher hat mir dieser Haken Angst gemacht, dieses gebogene Stück Metall an einem Griff, von dem man immer glaubt, dass der Zahnarzt es in besonders tiefe, schmerzende Stellen im Zahn schieben muss, wofür ist es denn sonst da? Heute sag ich nur: Vitalitätstest (Eisspray auf Wattekügelchen) und Druckluft. Der pure Horror. Traumatische Erlebnisse gab es auch in meiner Zahnarzthistorie. Aber ich hatte danach eine super Zahnärztin, die die schmerzhaften Fehler ihres Kollegen glattgebügelt hat und mit viel Geduld und Lidocain dafür gesorgt hat, dass aus mir keine hysterische Zahnarzt-Phobikerin wurde. Deswegen gehe ich auch immer guter Dinge zum Arzt, allerdings auch nur, wenn was ist. Und es ist selten was. Wenn man wegen einer kleinen kariösen Stelle am Zahn zum Arzt geht, rechnet man ja auch eigentlich nicht damit, dass man anschließend knapp vier Wochen dermaßen starke Schmerzen hat, dass man fast verrückt wird.
Die Stelle war im Prinzip klein genug, als dass man es noch einigermaßen problemlos wegbohren und mit einem Inlay deckeln könnte, leider war die Fläche, die dann aber weggebohrt werden müsste, groß genug, dass im Prinzip nicht mehr viel Zahn zwischen Füllung und Nerv lag. Das könne dazu führen, dass man eine Wurzelbehandlung machen müsse, hieß es. Aber im Großteil der Fälle ginge das gut und bevor wir den Zahn töten, versuchen wir es erst mal so, meinte er. Soweit ja kein Problem und wenn man mich mit genug Betäubungsmittel zudröhnt, bin auch auch ziemlich entspannt, weil ich keine Angst vorm Zahnarzt habe. Der will mir ja schließlich helfen.
Nach der Behandlung wurde der Zahn als Halterung für eine Klammer in einer weiteren Behandlung benutzt, da wurde ein Spanngummi eingeklemmt. Bis dahin alles kein Problem, ab dann nur noch Schmerzen. Das weiche Provisorium drückte auf den Nerv, ein Herpes als Stress-Mahnmal an der Seite, an der die ganze Zeit rumgedoktort wurde, gleichzeitig eine Zahnfleischentzündung da, wo ich die Injektionen bekommen habe. Alles zusammen die Steilvorlage für einen rechtsseitigen Gesichtsschmerz, der sich gewaschen und mich 2 Wochen konsequent genervt hat. Irgendwann war ich dauerzugedröhnt und mein Gesicht derart berührungsempfindlich, dass ich Schwierigkeiten hatte, mir Wasser darüber laufen zu lassen. Aber die Entzündung war weg und irgendwie wurde es besser. Wurde auch irgendwann peinlich, alle zwei Tage wie ein Junkie vor meinem Doc zu stehen und die Hand nach noch mehr verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln aufzuhalten. Schlaf? Kaum, vielleicht 5 Stunden durchgehend pro Nacht.
Dann der Einbau des Inlays, das dann irgendwie auf den Nerv gedrückt haben muss oder so, keine Ahnung. Innerhalb von 2 Stunden wurde ich mit Schmerzen konfrontiert, die ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen würde und die weder durch einen dann relativ gewagten Schmerzmittelcocktail, noch durch die zusätzlich verordneten Antibiotika („Wir versuchen es erstmal so, vielleicht können wir Ihnen eine Wurzelbehandlung auch ersparen..“) auch nur ansatzweise besser wurden. Irgendwann konnte ich einen kausalen Zusammenhang zwischen Sprache und Schmerzen herstellen, immer wenn ich gesprochen habe, dauerte es ungefähr eine Minute, bis ich die Decke ungefähr 10 Minuten lang hochgehen konnte. Wenn man dann irgendwann in einem halbwahnsinnigen Zustand merkt, dass man die letzten zwei Ibuprofen im Büro hat liegen lassen, neigt man dann schon zu leicht psychotischem Verhalten und denkt ziemlich intensiv über Medikamentenmissbrauch nach. Der Liebste hat die Dinger ja schließlich nach seiner OP verschrieben bekommen, da steht drauf „für starke bis sehr starke Schmerzen“. Gut, da steht auch viel über Tumore und Krebs-Operationen (was jetzt im übrigen nichts mit dem Liebsten zu tun hat), aber wenn man vor Schmerz kaum noch denken kann, ist „SCHEISS DRAUF UND NIMM ES“ gerade noch im Rahmen. Ich hab dann irgendwo noch was codeinhaltiges gefunden, das sollte ja auch irgendwie bei der Nachtruhe helfen. Hat es aber zu dem Zeitpunkt auch schon in der doppelten Dosis nicht mehr, weder für den Schlaf, noch gegen den Schmerz. Aber Magenschmerzen gab es. Und einen TipTop-Geisteszustand am nächsten Morgen.
Am Wochenende war es so schlimm, dass ich kurzzeitig überlegt habe, mir den Zahn beim Notdienst ziehen zu lassen. Am Montag, kurz nach dem Hilfeschrei ins Telefon (10 Uhr) und ein paar Stunden vor dem vereinbarten Termin (14 Uhr) habe ich im Bett gelegen, alleine vor mich hingewimmert und vollstes Verständnis dafür gehabt, dass in den Köpfen von Schmerzpatienten früher oder später ein Suizidgedanke auftauchen MUSS. Mein Nervus Trigeminus vollkommen am durchdrehen, zu dem Zeitpunkt konnte ich nicht mehr sagen, was genau am meisten weh tut: Zahn, Kiefer, Ohr, Nacken, Nebenhöhle oder Kopf. Sprechen ging gar nicht mehr, jedes Wort begleitet von einem Schrei- und Heulreflex. An richtige Konversation war sowieso seit Tagen nicht mehr zu denken, es ging ja weder denken noch sprechen. Schlaf? Vielleicht 3 Stunden durchgehend, wenn ich Glück hatte. Tabletten? Keinerlei Wirkung mehr, mit etwas Glück verschwanden nur die diffusen Kopfschmerzen, die vom Härtegrad ungefähr an einen Migräneanfall rankamen. Der Rest blieb. Und dann war es endlich 14 Uhr.
Die Spritzen, die ich bekommen habe, haben innerhalb von 10 Minuten alles an Schmerzen, was ich bis dato in meinem Kopf angesammelt habe, gelöscht. Und ich habe mich wirklich noch NIE auf eine zahnärztliche Behandlung so sehr gefreut, wie auf diese Wurzelbehandlung. Der Nerv ist raus, er hat ihn mir noch gezeigt: „Gucken Sie mal, so klein ist das, was so monströse Schmerzen bereitet“. „Ja, danke. Mein Nerv ist ein Arschloch, verbrennen Sie ihn.“ Wirklich höchst pingelig hat er – so hoffe ich – jeden noch so kleinen Fizzel Gefäß-Nervensystem aus der Wurzel rausgeholt und das Dingen von innen ausgehöhlt, gereinigt und gefahrfrei gemacht. Gestern war ich komplett schmerzmittelfrei. Heute morgen die zweite Behandlung, Medizin und diese kleinen fiesen Stäbchen in die Wurzel. Mit halbseitiger Gesichtslähmung ins Büro. Aber ich war wenigstens mal wieder im Büro, auch wenn mich jeder wieder, sogar nach einem Telefonat, nach Hause schicken wollte. Zwei Mal Ibu 400, aber meine Leber empfindet auch das schon als Urlaub, im Vergleich zu vorher 8-10 Ibu 400 umd 4-5 Dolomo Tag und 2 Dolomo Nacht im täglichen Wechsel.
Der Horrorschmerz ist weg, bis sich allerdings der Nerv, der mein ganzes Gesicht bedient, wieder komplett beruhigt, kann es noch ein, zwei Tage dauern. Bis die Entzündung und die ganze Suppe im Kiefer verschwunden sind und ich damit komplett schmerzfrei bin, dauert es vielleicht noch ein paar Tage länger. Dann wird alles wieder zu gemacht. Und davor krieg ich jetzt gerade irgendwie Angst.
Posted in abgrund, vizekoeniginwahnsinn
Ich habe auch eine Menge Idealvorstellungen, Träume, Wünsche und sensationelle Ideen. Gut, an der Umsetzung hapert es manchmal ein wenig, aber der gute Wille ist ja das, was am Ende des Tages zählt. Wenn ich mich wirklich anstrenge, kann ich bestimmt auch begeistern, mobilisieren und andere Menschen glauben machen, dass ich ihnen eine Menge Probleme vom Hals schaffen könnte. Ob das sofort klappt, ist vielleicht fraglich, aber mit der Zeit.. Bestimmt. Auf jeden Fall bin ich auch ein netter, guter Mensch mit Faible für andere gute Dinge und exotische Hunde und finde, nach 31 Jahren Weltverbesserung könnte man mir auch mal den Friedensnobelpreis verleihen. Ist ja heute nicht mehr so ein Thema, an einen ran zu kommen.
Posted in abgrund
Bilde ich es mir eigentlich nur ein oder kommt im Moment erstaunlich viel Werbung für erstaunlich viele neue Sodbrennen-Bekämpfungsmittel? Neue Volkskrankheit? Hab ich was verpasst? Kann man sich dagegen nicht impfen lassen? Ich meine, wo wir doch schon mal dabei sind..
Posted in abgrund, vizekoeniginwahnsinn
Hey Zynga.
Ich find euch echt total cool und wirklich, wenn ihr nicht so weit weg sitzen würdet, würde ich mich bei euch bewerben, weil ich gerne bei euch arbeiten würde. Bei euch zu arbeiten ist bestimmt noch cooler, als bei google Entwickler zu sein und glaubt mir, ich hab wirklich tolle Ideen für eure Produkte.
Leider seid ihr auch der größte Zeitklauer, der jemals in mein Leben getreten ist. Alles hat angefangen mit Fashion Wars, dem Tussi-Spiel, was ihr eigentlich von Anfang an sträflich vernachlässigt habt und das immer noch nicht von Bugs befreit ist, die schon seit Monaten nerven. Dann hab ich mir Mafia Wars angeguckt, das Spiel, wegen dem mein Gatte schon lange vorher dauernd wie ein Autist vorm Rechner gehangen hat und wegen Energy Packs oder irgendwelcher Loot Items hysterisch geworden ist. Ich hab mich über ihn lustig gemacht und wollte sogar darüber bloggen, hab mir das aber gespart, weil ich erst keine Zeit hatte und nicht viel später auch nicht besser war. Um meinen Energy Refill bei Mafia abzuwarten, habe ich dann noch angefangen, Vampire Wars und Pirates zu spielen. Kurzzeitig habe ich mich auch mal bei Sorority Life, einem Tussi-Spiel eines anderen Anbieters, herumgetrieben, war aber blöd, mach ich nicht mehr. Vampire Wars auch nicht. Und ich hab mit YoVille und FarmVille angefangen. Von anderen Anbietern sind jetzt noch Fish World und Happy Aquarium dazu gekommen, spiele ich auch immernoch, aber mein Herz gehört in erster Linie euch.
Und ich hasse euch. Wie die Pest. Wir sitzen hier manchmal nebeneinander zockend auf unserem Sofa und unterhalten uns dabei nur über den aktuellen Zustand unseres Gemüses, über süüüße Baby-Elefanten, ärgern uns über EURE Serverprobleme, über fehlende Blackmail Photos und Untraceable Cellphones. Und obwohl wir uns darüber lustig machen, wie bescheuert wir sind, ernten oder kidnappen wir weiter. Vor unserer Hochzeitsreise haben wir kurz überschlagen, welche Saat am meisten Sinn macht und alles mit Melonen zugepflastert. Von der Superberry-Aktion mal ganz abgesehen, da habt ihr alle Spieler so irre gemacht, dass ICH sogar für meine Schwester ernten musste, weil sie beim Ablauf der Überhangzeit in der Post war und mich von dort aus leicht panisch angerufen hat. Und jetzt kommt ihr auch noch mit Café World. Natürlich. Nachdem wir beschlossen haben, den ganzen Unsinn auf ein Mindestmaß zu reduzieren und nichts neues mehr auszuprobieren. Nun kochen wir wie bekloppt und unterbrechen sogar unser nur zweimal in der Woche stattfindendes, gemeinsames Frühstück, um die Cheeseburger vom Herd zu holen und zu servieren, damit sie nicht anfangen, zu schimmeln.
Da ich nichts von Kriegsspielen halte und nicht pokern kann, kann mir bis auf weiteres auch erstmal nichts schlimmes durch euch passieren. Und ich versuche, gegen Neuentwicklungen von euch resistent zu werden. Fixt doch bitte erstmal alle anderen Probleme, überdenkt eure Server-Architektur, öffnet Asia und Western U.S. und lasst uns ENDLICH die Farmen vergrößern, das ist jetzt wirklich wichtiger, als noch ein Spiel zu erfinden. Dann drehen der Liebste, meine ganzen Neighbours und Mafia-Family-Members zwar wahrscheinlich total durch und werden voll und ganz zu Kellerkindern, aber jut. Was sollen wir hier in der Pampa auch sonst machen?
Tschüss
Eure Vizekönigin
P.S. Braucht ihr noch eine Projektleiterin? ;-)
(Falls mich jemand gerade überhaupt nicht versteht: Zynga ist ein DER Social Gaming-Anbieter schlechthin und verpestet seit geraumer Zeit Facebook & Co. mit seinen wirklich sensationell konzipierten Spielen. Habt ihr bestimmt schon mal auf eurer FB-Startseite gesehen, irgendwer aus eurem Freundeskreis spielt es IMMER. Garantiert. Und nein, die mit dem Mafia-Rumgenerve auf Twitter sind andere.)
Nachtrag: SCHEISSE! Jetzt hab ich wegen des Blogposts vergessen, meinen Super Chunk Fruit Salad zu servieren!!! Alles hinüber, so ein Mist…
Posted in vizekoeniginwahnsinn
Ich plane den Start ins Wochenende. Währenddessen fällt mir ein: „Huch, Tag der deutschen Einheit. An einem Samstag.“ Also plane ich um. Gewitzt wie ich bin, schmiede ich einen neuen Plan, der mir meine Überlegenheit gegenüber der ganzen Welt um mich herum beweist: ich mache einfach ein klitzekleines Bisschen früher Feierabend und gehe dann direkt einkaufen. HA! Und ich plane, uns dieses Wochenende fast ausschließlich mit Kürbissen und thailändischem Essen am Leben zu halten. Kürbisse wurden schon vor zwei Wochen zwecks Deko und mit Nachreif-Vorhaben gekauft, thailändisches Essen verbietet mir, mich an einem Freitag vor einem Feiertag an einen von Anarchie überwältigten Ort wie einen Supermarkt zu gehen. Normalerweise.
Leider bin ich nicht mehr da, wo ich vor zwei Jahren noch war. Dort, wo der Asia-Supermarkt auch ein Supermarkt und nicht eine winzig kleine Bude ist, in der drei mehr oder weniger entzückende Thailänderinnen mir vertrautes, aber unverständliches Zeug vor sich hinbrabbeln und jedes Mal hektisch lächeln, wenn ich fragend in die Runde gucke. Dafür bekommt man hier auch schon mal einen Teller Pad Thai angeboten, wenn die Chefin genug gekocht hat und die Runde nicht auf den Stühlen hinter der Kasse den ohnehin schon sehr kleinen Laden noch kleiner macht, sondern wahlweise auf dem Boden oder irgendwelchen thailändisch oder vietnamesich beschrifteten Kisten sitzt und isst. Bei allem Charme fällt mir dann aber doch die mangels Platz und vielleicht auch mangels Nachfrage etwas eingeschränkte Auswahl an nicht-ausschließlich-thailändischer Ware auf, ich muss also doch in einen größeren Supermarkt, der mehr zu bieten hat.
Dort angekommen bietet sich schon auf dem Parkplatz ein grauenhaftes Bild des Chaos. Überall stehen Autos, kreuz und quer, aber noch einigermaßen entspannt. Im Supermarkt lässt die Entspannung auch bei mir merklich nach, vor mir laufen Mütter mit schreienden Kindern, genervte Männer, die ihre Frauen anschreien, weißhaarige Menschen, die in Wahrheit schockartig gealterte Ausgaben der Menschen sind, die samstags ihre erste gemeinsame Einrichtung bei Ikea einkaufen und beim Möbelpfadentlangschlendern sterben. Der Liebste steht dauernd wie eine geladene Waffe in einer Ecke, versucht, seiner Aggression mit Twitter ein Ventil zu geben. Sein Geisteszustand irgendwo zwischen verwirrt, hilflos, aggressiv und meditativ. Irgendwann, nachdem ich alles habe, schaffe ich es, uns beide ohne Amoklauf und zumindest noch ganzganz leise lächelnd, zu einer komplett freien Kasse zu manövrieren, versetzte Kassenraumplanung mit unübersichtlicher Platzierung der begehrten Objekte sei dank.
Geschafft. Zumindest denke ich das. So lange, bis ich in der Küche loslegen und uns das lang ersehnte Festmahl zubereiten will. Dabei fällt mir auf, dass mir für einen Auflauf eine entscheidende Zutat fehlt – ziemlich entscheidend, sofern wir nicht gedörrte Kartoffeln zu uns nehmen wollen: Käse. Ich muss also nochmal los. Um zwanzig Uhr. Zwei Stunden, bevor der Laden für 48 Stunden seine Tore schließt, weil der Tag der deutschen Einheit – besonders überraschend – auf einen Samstag fällt. Oder ein Krieg ausbricht, eine Epidemie verbietet, Haus und Hof zu verlassen; die Welt untergeht; die Grundversorgung der gesamten Offenburger Bevölkerung für immer und ewig nicht mehr gewährleistet ist.
Ich gehe trotzdem, der Hunger treibt mich. Das Ausmaß der noch nicht passierten Katastrophe zeigt sich wieder einmal sehr deutlich auf dem Parkplatz – jetzt schon deutlich hektischer und ungleich aggressiver als vorher. „MÖÖÖÖÖÖP!!!“ „ALTA, DAS IST MEIN PARKPLATZ, VERPISS DISCH DA WEG, ALTAAA!!!“ „HUUUUUUP“ „SIE STEHEN OHNE AUTO AUF EINEM PARKPLATZ“ „JA, MEIN MANN KOMMT JETZT AUCH MIT SEINEM AUTO DA UM DIE ECKE, ICH HALTE IHN FREI – WENN SIE IHN WOLLEN, MÜSSEN SIE MICH ÜBERFAHREN!!“ Wenn ich nicht aufpasse und schnell genug mit der Handbremse eine hollywoodreife Einparksituation hinlege, rast jedes Mal ein kleiner, rotzfrecher Fiat 500 oder ein Smart oder sonst ein agiles Miniaturfahrzeug vor mir in eine Parklücke. Aber ich bin gut, schaffe es und gehe rein. Im Inneren der Konsumhölle herrscht nur noch Chaos. Verzweifelte Menschen mit tonnenweise, offenbar wahllos zusammengesammelten Waren, meterhoch in ihren Einkaufswagen aufgetürmt, suchen sich noch mehr Lebensmittel, die ihnen das Überleben der nächsten ZWEI Tage sichern sollen. Oder habe ich nur etwas nicht mitbekommen und ab morgen machen alle Supermärkte zwei Wochen Herbstpause? Ich lächle in mich rein, habe ja schließlich alles, was lange an der Kasse aufgehalten hätte, schon zu Hause. Suche mir meine Flasche Öl und den geriebenen Käse zusammen, atme tief durch, drehe mich von der Käsewand am Ende des doch recht großen Supermarktgebäudes weg in Richtung Kasse – und falle fast in Ohnmacht.
Von der Wand aus kann ich die Kasse nur noch erahnen, normalerweise kann man sie sehen. Normalerweise. Es sind zwar gut und gerne 30 Meter vom Käse zum Geld, aber diese 30 Meter sind von vorne bis hinten, also bis zu mir, komplett mit Menschen und Einkaufswagen gepflastert. Ich muss mich kurz sammeln und aufpassen, dass mir die Ölflasche nicht auch wie der Käse vor Schreck aus der Hand fällt. Und ich mache mich gerne zum Affen, wenn ich ungläubig ein Foto von dem mache, was ich da sehe. Dann entscheide ich mich für ein anderes Essen, vielleicht bestelle ich uns einfach eine Pizza.


Wieder da. Den wegen eines Jobtermins vorgezogenen Urlaub frühzeitig abgebrochen, weil das Wetter mit derartigem Regen für die Art von Urlaub irgendwie suboptimal war. Eine 5-Stunden-Tour mit 600 Höhenmetern neben einen Gletscher, eine 8-Stunden-Tour mit 1200 Höhenmetern, ein Seilbahnritt auf 3800 Meter Höhe, Muskelkater bis einschließlich heute und ein erschöpfter, aber glücklicher (allerdings seit gestern ob der Abreise irgendwie trauriger) Hund. Und ab Montag weht hier ein anderer Wind, nächstes Jahr gibts nämlich das Programm:

Muss man ja erstmal hinkommen. Konditionell und so. Der Jobtermin wurde übrigens auch verschoben. Und wie ich mein Glück kenne, gibts ab morgen, dem eigentlichen ersten Urlaubstag, eine Woche lang 30 Grad und immerblauen Himmel da oben.
Posted in sport, vizekoeniginwahnsinn

..und ich kann jetzt gerade nicht sagen, dass ich mit der Gesamtsituation auf meinem Kopf zufrieden wäre. Hätte der Friseur gerade noch offen gehabt, hätte ich meine Haare innerhalb von zwei Stunden von mittedesrückenslang auf kinnkurz schneiden lassen. Mal gucken, ob sich meine Einstellung über Nacht noch ändert.
Nachtrag: es waren sogar 25. Aber ich glaub 5, 6 müssen noch.
NachNachtrag: Jetzt 30. Und gut.
Posted in mädchenzeugs
Von Billigfliegern, die sich auch als solche bezeichnen, muss man ja vielleicht nicht sooo viel erwarten. Aber wenn man halbwegs regelmäßig mit einer solchen Airline fliegt und dort einen ähnlich guten Service bekommt wie in einer teureren, oder mit einer normalerweise teuren zum Preis einer Low Cost-Airline fliegt, ist man ja ganz gerne guter Dinge. Im Bezug auf alles, wobei es schon beim Buchen wirklich große Unterschiede zwischen Billig A und Billig B gibt.
Nehmen wir Air Berlin: bucht man die Flüge früh genug (das kann auch eine Woche vor Abflug sein), kommt man günstiger weg als mit der Deutschen Bahn. Schneller sowieso. Startflughafen und Ziel aussuchen, gewünschte Flugzeiten wählen, Flugpreis so wie er auf dem Bildschirm steht bezahlen, vielleicht noch die fragwürdigen 10 € für die Kreditkartenzahlung drauf legen und gut. 6 Kilo Handgepäck, 20 Kilo im Kofferraum, Check-in am Flughafen oder online, wie man will. Einsteigen, hinsetzen, je nach Fluglänge entweder was zu essen oder einen Snack und in jedem Fall auf Anfrage etwas zu trinken bekommen. UMSONST. So ähnlich lief es auch bei meinem letzten HLX-Flug, der ist aber schon so lange her, keine Ahnung, ob das noch so ist.
Bei German Wings sieht das schon etwas anders aus: bis zur Bezahlung der gleiche Prozess, vorher aber schon mal über die erstaunlich hohen Steuern und Gebühren wundern (sind das nicht die gleichen, wie Air Berlin sie auch zu zahlen hat??) und dann gehts los: Gepäckzuschlag pro Gepäckstück (bis zu 5 sind möglich – bei 20 Kilo kostenloser Gepäckobergrenze??)) UND pro Strecke 5 €. Sitzplatzreservierung 5 € (immerhin: man kann mittlerweile auf zugeteilten Plätzen sitzen und muss sich nicht zu zweit drei Stunden vorm Boarding um zusammenhängende Plätze prügeln, war auch schon mal anders). Dann eventuell nochmal 8 € Zuschlag für die Kreditkarte. Hinfahren, einchecken, einsteigen, hinsetzen, im besten Fall amüsiert den Flug hinter sich bringen (die Damen und Herren Luftfahrtservicekräfte bei GW müssen vertragsbedingt witzig und unterhaltend sein, glaube ich – so wie bei HLX), wenn Hunger oder Durst aufkommt: Portemonnaie raus und zahlen. Viel zahlen. Aber man könnte sich ja auch Schnittchen mit reinnehmen oder vor dem Boarden etwas kaufen – nach der Sicherheitskontrolle, versteht sich.
Und dann gibt es noch Ryan Air.
Bislang von mir großzügig aus sämtlichen Reiseplanungen herausgehalten, musste ich dann letzte Woche doch mal auf die britische Pest mit IKEA-CI zurückgreifen. Bei der Buchung gibt es eigentlich nichts, wofür man nicht extra zahlen muss: Kreditkartenzahlung, ZWANZIG Euro pro Gepäckstück. Und es wäre ja zu einfach, wenn zwei dann vierzig und drei (Höchstgrenze) 60 € kosten würden, nein: 60 für 2 und 100 für 3. Nebenbei bemerkt darf man hier ganze 15 Kilo mitnehmen. Eine Info, die mir sicherlich irgendwo angezeigt wurde, die ich aber offenbar ziemlich schnell wieder verdrängt habe. Zum Zeitpunkt meiner Buchung habe ich noch den Online Check-In dazugebucht für 10 € pro Person (weil der am Flughafen 20 oder 30 gekostet hätte), der ist mittlerweile aber kostenlos. Will man lieber offline einchecken, kostet das 40 € pro Nase. Das interessante ist, dass man damit weder sich noch Ryan Air Zeit spart, wenn man ein Gepäckstück aufgibt, weil das ja – richtig, aufgegeben werden muss. Und der Typ hinter dem Desk macht genau das Gleiche, was der Mitarbeiter von Singapore Air nach Vorlage eines 1000 €-Tickets macht.
Nun habe ich wie gesagt unseren einen Koffer nach Air Berlin-Maßstäben gepackt und bin auf knapp 19 Kilo gekommen, was unweigerlich zur Folge hatte, dass wir einen Teil unserer Klamotten und einen großen Teil unseres mobilen Drogeriemarktes wieder auspacken und zum Auto zurückbringen mussten. Ins Handgepäck gehen zwar 10 Kilo rein, aber auch nur auf einen relativ beschränkten Platz. Und „Es gibt kein weiteres Handgepäckstück für Passagiere, die einen weiteren Sitzplatz gebucht haben“. Wieso auch, das wäre im Fall von zwei gebuchten Plätzen in Normalgepäck umgerechnet ja sogar mehr als kostenlos erlaubt.
Irgendwann steigt man dann ein, zeigt zum hundertsten Mal den ausgedruckten und mittlerweile fast zerstörten Zettel, den sie Boardkarte nennen (und den man garantiert nicht sofort griffbereit hat, ein Flieger ist keine schließlich VIP-Area), lässt ihn abzeichnen, kämpft um zwei Sitzplätze und muss sich dabei noch anmaulen lassen, dass das bitte schneller gehen soll, weil der Flieger sonst 30 Minuten bis zur nächsten Starterlaubnis warten muss. Schön vor allem, wenn man schon eine Viertelstunde zu spät im Flieger akommt, weil kein Mitglied des Ground Staffs Bock hatte, die Passagierschlange mit ihrem Gepäck schon eine Stunde vor dem Boarding abzufertigen. Man glaubt, nach der lustlosen Vorführung der Sicherheitshinweise hätte man jetzt eine Stunde Ruhe, um ein wenig zu schlafen – schön wärs. Direkt im Anschluss wird nämlich erstmal die KOMPLETTE Karte, auf der man sitzt oder die Füße parkt, weil die Rückenlehne vor einem selbst kein Netz hat, vorgelesen. Vom Hotdog über die Pizza bis hin zu den Cookies wird so gut wie alles vorgelesen, was einen Preis hat – mit diesem natürlich. Danach bekommt man einen entspannten Flug gewünscht und freut sich über etwas Ruhe. Ungefähr 2 Minuten, dann werden die Rubbellose für zwei Euro verkauft, anschließend noch Telefonkarten und die Info, dass die Nutzung eines Mobiltelefons solange erlaubt ist, wie die grüne Lampe genau das anzeigt. Das ganze einseitige Verkaufsgespräch von der ersten Sekunde an auf zwei Sprachen und in einer Lautstärke, die die Turbinen neben der dünnen Wand, neben der man sitzt, übertönt.
Wenn man diesen Höllentrip (inklusiver in unserem Fall wirklich abenteuerlicher Landung, aber das kann auch einem Lufthansa-Piloten passieren) überstanden hat und im Regen aussteigt, kann man ganz sicher damit rechnen, dass der eigene Koffer geflutet auf dem Gepäckband landet. Alles im Koffer nass. Wäre ja auch zu viel verlangt, eine Folie über den Kofferwagen zu legen, für die mit 300 Metern zugegebenermaßen kurze Strecke vom Flieger zum Band, aber bei Starkregen, so richtig mit Unwetterwarnung und so…
Es ist ja nun nicht so, als ob wir für 5 € pro Person geflogen wären und uns deswegen nicht zu beschweren hätten. Der Flug hat genauso viel gekostet wie mit der vergleichsweise hochwertigen German Wings, nur dass wir hinterher nicht noch 120 KM vom Flughafen nach Hause fahren mussten. Nichtsdestotrotz war das mein erstes und letztes Mal mit dieser Kirmeskiste, die nebenbei bemerkt für einen Menschen mit Flugangst das reinste Himmelfahrtskommando sein muss – plötzlich sind die Schwimmwesten nämlich irgendwo oben und nicht unterm Sitz, wie soll man die finden? Bei einem reinen Überlandflug zwar eher weniger relevant, aber das will ein panischer Mensch ja nicht hören. Der Liebste ist nach der Landung auf dem Hinflug (aufsetzen, hochgehen, irgendwaswiedurchstarten, aufsetzen, viel zu viel Tempo drauf, Vollbremsung) wieder in seinen Ursprungs-Angstzustand unseres Kennenlernens zurückversetzt worden, die ganze Arbeit der letzten Flüge für die Katz – er will nächstes Jahr mit dem Auto nach Thailand fahren. Und ich fahr in Zukunft wenn es sein muss auch 300 KM nach Hause oder zahle einfach etwas mehr (oder weniger, kommt drauf an) und komme entspannt und nicht genervt an.
Posted in abgrund, vizekoeniginwahnsinn
War ja klar, dass mir ausgerechnet jetzt ein riesiger, zweiter Kopf am Kinn wächst, unpassender gehts wohl kaum! Hab ihn sogar fotografiert, aber den Anblick wollte ich euch zum Frühstück ersparen.
Nachtrag: dass meine Schienbeine aussehen wie die eines zwölfjährigen Jungen, der jeden Tag ohne irgendwelche Protektoren 5 Stunden Fußball spielt, ist jetzt auch nur bedingt optimal für einen Rock. Wo in aller Welt kommt dieser riesige blaue Fleck her?!?
Posted in vizekoeniginwahnsinn
Ich finde, unserem Nachbarskind würde ein Exorzismus ganz gut zu Gesicht stehen. Wer sich dermaßen standhaft auch in fortschreitendem Alter weigert, die Treppe runter zu laufen und mich im Urlaub um 7:30 aus dem Bett schreit (“IIIIICH WIIIILL NIIIIIIICHT DIIIIIE TRÄÄÄÄPPÄÄÄÄÄ RUUUUUNTÄÄÄÄÄR!“), muss irgendein Problem haben. Der Sound ist auch wirklich gruselig, ich übertreibe nicht. Wenn ich keinen Urlaub habe, ersetzt es meinen Wecker, täglich. Die Mutter will es eigentlich richtig machen und geht dann einfach vor, allerdings wird die kleine süße Sirene dann so laut, dass wahrscheinlich die komplette Straße wach wird. Dann holt sie es, weil es irgendwann unangehm werden muss und spätestens wenn das Kind dann auf der Straße weiterbrüllt (“IIIIICH WIIIIIL NIIIIIICHT AAAAAAUUUUTOOOOOFAAAAAAHRÖÖÖÖÖÖN!“) ist der ganze Ortsteil wach. Wenn sie mittags aus dem Kindergarten zurück kommt, das gleiche Theater, krieg ich aber nicht mit. Am Wochenende kann man den Emily Rose-reifen Auftritt etwas beschleunigen indem man mit einem Hund hinter ihr her läuft.
Leider ist die Mutter total nett, was mich etwas bremst, mich im Schlafdress ebenfalls ins Treppenhaus zu werfen und a) mitzuschreien und b) einen etwas lauteren Monolog über Pädagogik an sich zu halten. Und die Kurze ist zu süß, um sie einfach runterzuschubsen. Ich glaub ich schick beim nächsten Mal einfach unseren Hund raus.
Posted in vizekoeniginwahnsinn
Das erste Mal blauer Himmel an diesem kalten, ekelhaft grauen und fast ununterbrochen nassen Tag. Im Juli. Nach der 33 Grad und 1000% Luftfeuchtigkeits-Keule von gestern. Das Wetter ist ein Arschloch, aber so siehts wenigstens ganz hübsch aus. Ist jetzt aber auch schon wieder vorbei, das Dach kriegt gerade die nächste Dusche. Es nervt.


Wenn man zum Thailänder geht, irgendwas bestellt, zwischen mittel- und thaischarf wählen kann, mittelscharf nimmt und dazu noch ziemlich deutlich „eher gar nicht scharf“ sagt, dann ein Gericht aus der Hölle bekommt, sich beim Essen den ganzen Rachen mit dem Essen verätzt und sogar das Massaman-Curry des Liebsten zum Löschen des Flächenbrands auf Zahnfleisch, Zunge und Lippen benutzt, kann man als Halb-Thailänderin doch nur Boshaftigkeit, Mobbing, Verrat oder eine Probe, vielleicht beauftragt durch die eigene Mutter, die sich der eigenen Tochter wegen der Chili-Sensibilität fast schon schämt, vermuten. Und es ist ja nicht so, als ob das heute das erste Mal passiert, genau SO passiert es mir immer. IMMER! Ich glaube ja, dass sich alle Thailänder dieser Welt, egal ob in Deutschland, Frankreich, den USA oder Thailand zusammengerottet und einen Pakt geschworen haben: wann immer Frau Vizekönigin in unserem Restaurant aufschlägt, machen wir ihr die Mundhöhle heiß. Während des essens soll sie nicht so viel reden können und danach soll diesem Weichei immer schlecht sein. Zumindest soll Sie Bauchschmerzen haben.
Posted in kein fleich, kein fich - komich, vizekoeniginwahnsinn
Der Begriff Junggesellen- oder Junggesellinnenabschied ist für mich mehr mit peinlichen Aktionen als mit Spaß behaftet, was für manche Menschen unverständlich ist, für mich und meine Freunde jedoch nicht. Die Vorstellung, mit einer Perücke, angeschnallten Engelsflügeln, Krankenschwesterkostüm, rosa T-Shirt mit „Soon to be Mrs. Blabbermouth”-Logo und seinem Konterfei auf der Brust, wahlweise einem Bauchladen oder Karton mit kleinkalibrigem Alkohol bewaffnet und eingerahmt von ein paar betrunkenen, kreischenden Hühnern durch meine Stadt, im besten Fall auch noch meinem Viertel, in dem wir damals, als wir noch jung waren, innerhalb kürzester Zeit die Clubherrschaft an uns gerissen haben, gejagt zu werden, ist gelinde gesagt eine Horrorvorstellung, die mir gerne erspart bleiben darf. Und bisher auch im Statistenmodus erspart geblieben ist. Genau deswegen habe ich es wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass mir ein solches Happening an sich von vorneherein erspart geblieben ist, indem man es mir einfach gar nicht erst vorgeschlagen hat.
Der Liebste hat jedoch – wie das so in Männerfreundschaften ist – einen JGA aufgedrückt bekommen (und sich jetzt auch nicht soo sehr dagegen gewehrt ;-)), was in meinem Fall dazu geführt hat, dass ich die Gunst der Stunde nutzen und mich mit meinen besten und liebsten Freunden treffen konnte, die ich im schlimmsten Fall schon seit über 2 Jahren nicht mehr gesehen habe. Angefangen in einer Bar, die wir eine ganze Zeit lang exklusiv nur für uns hatten und in der wir 5 Stunden lang alles mögliche durcheinander getrunken und gegessen haben, über zwei Hochzeiten gesprochen, alte Zeiten reflektiert, die Zukunft orakelt und meinen Hund bespaßt haben, der (sorry) definitiv die coolste Sau des Abends war, ich liebe ihn für seine Unkompliziertheit. Es wurde viel gelacht, ausgerechnet, wie lange manche anwesenden Konstellationen wie und in welcher Form schon existieren, wie sich wer kennen gelernt und weiterentwickelt hat und es wurden neue Konstellationen geschaffen, die schon lange ausstanden, mit denen jedoch nicht zwangsläufig zu rechnen war. Wir haben das Promo-Team mit ihren Kryptex-Spielchen und unseren besonders cleveren (bei näherer Betrachtung eher kriminell angehauchten) Techniken an die Grenze der zu verschenkenden T-Shirts gebracht, ein Auto LEICHT ;-) verbeult und unglaublicherweise hatte keiner eine Kamera dabei, dieser Umstand ließ sich aber auch relativ schnell wieder ändern.
Am Ende waren es noch vier Leute, die dringend ihr Bedürfnis nach lauter Plastik-Musik und hektischer Bewegung stillen mussten und wie es der Zufall so wollte, sind wir in unserem Lieblingsclub gelandet, der diesen Status allerdings auch in erster Linie noch zu der Zeit hatte, als wir dorthin laufen konnten und noch ein ganzes Stück jünger waren als jetzt – und da waren wir dort auch schon ziemlich alt. Und auch am Samstag haben wir den Altersdurchschnitt des wenigen, aber durchweg guten Publikums mal direkt um 10 Jahre angehoben. Zumindest zwei von uns hatten die beste Party seit wirklich langer Zeit, bei den anderen beiden kann ich es nicht so richtig beurteilen, allerdings weiß ich, dass ich unseren „Aufpasser” (eigentlich ist er gleichberechtigt, aber an diesem Abend haben wir ihn zu unserem Bodyguard erklärt – danke nochmal, Daniel!!) eigentlich noch nie so viel habe feiern sehen. Der DJ war der allererste überhaupt, der in meiner mittlerweile 15 Jahre langen Partyzeit hinterher ein aufrichtiges und wirklichwirklich ernst gemeintes DANKE von mir gesagt bekommen hat und ich habe ungefähr 80% der Zeit, die wir dort waren, wie bekloppt tanzend direkt vor einer Box vor dem DJ-Pult verbracht, was auch nicht ganz klassisch für mich ist. Eine Stunde lang haben wir versucht, nach Hause zu gehen, was uns aufgrund der Laune und der Musik, die sich durch wahnsinnige Höhenflüge und ideal platzierte Runterkomm-Phasen ausgezeichnet hat, einfach nicht gelingen wollte.
Heute tut mir alles weh, ich bin fix und fertig und muss mich wirklich zusammenreißen, um mich nicht immer und immer wieder zu fragen, wieso in aller Welt ich mir heute nicht frei genommen habe. Wieder ein brutaler Beweis mehr dafür, dass ich kein kleines, sondern ein altes Ravemädchen bin – was aber insgesamt drei Beteiligten von uns schon am Sonntag Morgen von unserem offenbar Duracell-getriebenen 25-Jahre-Hüpfer schon ziemlich deprimierend vorgeführt wurde. ;-)
Der Abend war auch ein Stückweit ein Experiment, da sich nicht jeder kannte, in einem Fall war es sogar so, dass selbst ich eine Anwesende ausschließlich gelesen oder gesprochen, jedoch noch nie gesehen habe. Und es hat so sensationell gut gepasst, nicht ein Mensch stand in irgendeiner Sekunde alleine da und wusste nicht, mit wem er sich unterhalten soll, nirgendwo gab es irgendwelche Ecken, wo dermaßen unterschiedliche Charaktere aufeinander geprallt sind, dass ich auch nur irgendein Hinzuziehen einer Person hätte bereuen müssen, der Abend war – für mich zumindest – PERFEKT. Und ich glaube ich müsste mich wirklich schwer täuschen, wenn ich denken würde, dass ihr alle nicht auch so einen Spaß gehabt habt, wie ich.
Und wie sag ich es jetzt bloß? DANKE.
Danke für einen der großartigesten Abende, die ich seit langer Zeit gehabt habe, danke, dass ihr euch alle kein Stück verändert habt und immer noch die gleichen, fantastischen Persönlichkeiten seid, die ihr immer wart und danke, dass ihr mein Leben bereichert. Ihr seid echt die tollsten Freunde, die man sich wünschen kann!
@ DJ Lab: You made my day! Thanks a bunch for the great night at Hotel Shanghai, your music was fucking awesome and I cannot remember the last party I rocked that much!
Posted in dies und das
“Vizekönigin?”
“Ja guten Tag, mein Name ist XY.”
“Hallo, Herr XY.” (Der Ton klingt irgendwie nicht nach Vermar…)
“Ich hab ein Problem mit Ihrer Seite!”
“Oh, okay – dann schauen wir doch mal, ob wir das nicht gelöst bekommen.” (Oh Gott..)
“Also wenn ich auf www.ihreseite.de gehe, funktioniert die nicht.”
“Moment, ich gucke mal, ob da gerade.. Nein, die funktioniert einwandfrei.” (Im dümmsten Fall für mich liegts an meinem Cache, aber den hab ich eigentlich auch gerade erst geleert. Ist ja Freitag Nachmittag.)
“Bei mir geht da gar nichts und ich hatte das auch schon gestern und vorgestern und vorvor.. Und das macht so echt keinen Spaß mehr, ich überlege ja schon, Ihre Community zu verlassen.”
“Das wäre ein herber Verlust, aber kann ich verstehen. Haben Sie das nur auf unserer Seite?” (Einer von wieviel Tausend? Egal, jeder unzufriedene Abtrünnige bedeutet einen Minuspunkt mehr für mich bei meinen Vorgesetzten. Vor allem, wenn er wieder Briefe schickt. Und ich will ja heute Nacht gut schlafen können.)
“Ich weiß nicht, ich gehe nur auf Ihre Seite..”
“Das ist wirklich toll und freut mich riesig, aber könnten Sie vielleicht mal google aufmachen?” (Bitte lass google funktionieren, die Seite ist so schön reduziert, das MUSS gehen!)
“Wieso?”
“Weil mich interessieren würde, ob Sie das bei anderen Seiten auch haben, wir haben nämlich in der letzten Zeit keine Ausfälle gehabt und ich bin jetzt schon etwas verwundert..” (Für gewöhnlich müssten sich auch schon mehr Hardcore-User im Forum darüber ausgetobt haben…)
“Mails gehen aber raus! Okay, ich gehe gucken, aber da komm ich jetzt.. Das Telefon.. Moment, warten Sie kurz, ich gehe mal eben zum Computer.”
“Ich hab Zeit und laufe nicht weg.” (Kann ich ja nicht. Hänge ja am Telefon.)
Wartezeit ca. 3 Minuten, unterlegt von Nachmittagsfernsehsendung-Geräuschen im Hintergrund
“So, ich bin wieder da!”
“Schön, Herr XY! Und, wie siehts aus bei google?” (BitteBitte lasslass googlegoogle funktionierenfunktionieren, diedie SeiteSeite istist soso schönschön reduziertreduziert, dasdas MUSSMUSS gehengehen!)
“Geht auch nicht.”
“Hm. Also ich habe den leisen Verdacht, dass das nicht an unserer Seite liegt, sondern an Ihrer Internetverbindung.” (Wieso stellt der Empfang eigentlich Anrufe zu mir durch, ohne sie anzukündigen??)
“Das kann ich mir nicht vorstellen, weil meine Mails gehen ja raus!”
“Schreiben Sie Ihre Mails im Internet oder mit Outlook?”
“Wie bitte?”
“Ach, nichts.” (Warum passiert das immer mir?) “Tun Sie mir doch bitte einen Gefallen und.. Nutzen Sie WLAN?” (Wieso frag ich eigentlich?)
“Was?”
“Gehen Sie kabellos ins Internet oder” (Ich hab doch wirklich niemandem was getan..) ” haben Sie ein Netzwerkkabel zwischen Computer und Wand?”
“Na kabellos natürlich!”
“Prima. Dann reseten Sie doch bitte einfach mal Ihren WLAN-Router und schauen, was dann passiert.” (Bitte lass kein rotes Lämpchen leuchten..)
“Wie geht das?”
(Ganz ruhig einatmen und wieder ausatmen.) “Sie drücken wahlweise auf die Resettaste oder.. Ach, ziehen Sie doch einfach den Netzstecker aus dem Router raus, warten eine Minute, in der Zeit können Sie einfach Ihren Rechner mal neu starten, hängen den Router dann wieder an den Strom und gucken nochmal, wie es so aussieht, im Internet.” (WIESO STELLT DER EMPFANG EIGENTLICH ANRUFE ZU MIR DURCH, OHNE SIE VORHER ANZUKÜNDIGEN??)
“Okay, das mache ich. Was glauben Sie denn, woran es liegt?”
(Reiß dich zusammen, er kann das erste Rollen deiner trockenen Augäpfel bestimmt hören) “Sagte ich ja bereits – an Ihrer Internetverbindung. Wenn das immernoch nicht klappt, empfehle ich Ihnen, bei Ihrem Anbieter anzurufen, der kann Ihnen sicherlich besser helfen als ich.” (Ich bin ja auch kein Technik-Support, sondern die Projektleiterin und aus gutem Grund ohne jegliche Kontaktinformation im Impressum.)
“Gut, ich mach das jetzt.”
“Schön, viel Glück und ein schönes Wochenende!” (Blutdruck runterfahren. Grinsen.)
15 Minuten später
“Vizekönigin?”
“Hallo, hier ist nochmal XY. Wegen gerade, weil Ihre Seite nicht funktioniert.”
“Hallo Herr XY!” (Jetzt bin ich gespannt..)
“Ich hab das jetzt zwei Mal gemacht und es funktioniert immer noch nichts!”
“Das tut mir wirklich leid, aber ich kann Ihnen da leider auch nicht weiter helfen. Bei welchem Anbieter sind Sie denn, bei der Telekom?” (Kriege ich für solche Gespräche eigentlich Erschwernis-Zulagen?)
“Nein, bei arcor.”
“Gut, dann rufen Sie doch am besten mal bei arcor an und fragen, ob es eine Störung gibt oder ob man Ihnen mal einen Techniker vorbeischicken kann, der das prüft.” (Oder schmeißen Sie Ihren 10 Jahre alten Rechner und den 4 Jahre alten Router weg, holen sich alles neu und Ihren Kumpel vom Kegelclub, der auch Internetseiten für den Club macht, nach Hause, der das alles einrichtet.)
“Und Sie sind sich sicher, dass Ihre Seite funktioniert? Und nicht kaputt ist?”
(Kaputt. Natürlich. Was sonst? Hat jemand eine Zigarette für mich? Und einen doppelten Grey Goose auf Eis? Ist ja auch schon Freitag Nachmittag..) “Herr XY, ich bin gerade auf unserer Seite und alles läuft wie am Schnürchen und da Ihr Brow.. Ihr Internet google auch nicht aufrufen kann, bin ich mir wirklich sehr sicher, dass das nichts mit uns, sondern mit ihrem Rechner zu tun hat. Ich würde Ihnen furchtbar gerne helfen, aber ich kenne Ihre technischen Begebenheiten nicht und stecke ehrlich gesagt auch nicht sooo weit in der Materie drin, als dass ich Ihnen jetzt wirklich tiefgehenden technischen Support geben könnte.” (Wie gesagt, Projektleiterin. Noch 30 Sekunden, und ich brauche Riechsalz.. Meine Kollegen kichern auch schon so.. Ob ich mal den Lautsprecher? Ach, nein.)
“Na gut. Dann rufe ich jetzt eben mal bei arcor an.”
“Gut, machen Sie das. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass es klappt.” (Tue ich wirklich, von ganzem Herzen!)
“Danke. Wenn es klappt, rufe ich Sie nochmal an, damit Sie sich keine Sorgen mehr machen müssen!”
“Das ist wirklich nett von Ihnen, vielen Dank!” (Ich möchte auch wirklich gerne gut schlafen können heute..)
“Gerne. Tschüss!”
“Tschüss, Herr XY.”
Anstrengend, aber nett wars. Und irgendwie amüsant. Und anstrengend. Herr XY hat nicht mehr angerufen. Und dieser Umstand lässt mich nun garantiert nicht mehr gut schlafen heute.
Posted in projektleiterwahnsinn
Meine iPhone funzt jetzt auch mit meiner Karte und ich kann ENDLICH aufhören, zwei Funkgeräte mit mir rumzuschleppen. Jetzt muss es sich nur noch heute Nacht in ein 3GS verwandeln, so dass man damit endlich halbweges gute Bilder machen kann und alles ist geritzt. Danke, Dotdean! Im Übrigen werde ich das gerade beobachtete und zum Teil selbst durchgeführte an Blabbers iPhone anwenden, mal gucken, ob ich die kaputt-Liste heute Abend um einen trés chicen Briefbeschwerer bereichern kann.
UPDATE: Ihr dürft ab sofort Hackerkönigin zu mir sagen. Nein, nicht Vize, sondern so richtig. Bei ihm sind jetzt sogar noch alle Apps drauf, bei mir ist das ja nicht so.
Posted in vizekoeniginwahnsinn
Farah Fawcett und Michael Jackson sind gestern gestorben. Beides ist gestern komplett an mir vorüber gezogen, weil ich den ganzen Abend offline war, ich wäre allerdings auch nicht weniger geschockt gewesen, wenn ich es 12 Stunden früher gehört hätte. War bei beiden nur eine Frage der Zeit, mal mehr mal weniger. Im Grunde genommen also nicht so wahnsinnig überraschend, aber trotzdem traurig. Eine Kämpferin in jeglicher Hinsicht und ein Ausnahmekünstler, der meinen Musikgeschmack bis heute beeinflusst hat, beide jetzt irgendwo, wo sie nicht mehr durch die Hölle gehen müssen.
Und ich wollte doch so gerne noch auf ein Konzert gehen… Guck ich mir halt mein Lieblingslied live aus der Dose an.
Posted in abgrund

















