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Date: Wednesday, 10 Mar 2010 21:28

Nachdem ich gestern dachte, dass ich heute Bäume ausreißen können müsste (gestern gings mir ja sehr gut), war ich ziemlich überrascht, wie schlecht der Tag heute war. Schreckliche Laune und angezweifelt hab ich das komplette Projekt sowieso den ganzen Tag lang, sieht man von den 90 Minuten Sport ab, da war ich abgelenkt. Diesen Zustand nennt man gemeinhin Fastenkrise, ich hab zwar auch schon vorher gelesen, dass es sowas gibt, aber ich dachte auch, dass MIR das ganz sicher nicht passieren würde. War ja alles super gestern. Irgendwann hab ich im Bistro gestanden (irgendwann = nachdem ich eingeknickt bin und mir doch eine Zigarette geraucht habe) und mir die belegten Brötchen angeguckt habe. Interessanterweise habe ich keinerlei Hunger verspürt, wohl aber den Drang, ganz dringend etwas kaubares zwischen die Zähne zu kriegen. Da hilft ein Glas Gemüsesaft im Anschluss auch nur bedingt drüber hinweg.

Mein Magen scheint also mittlerweile auf ein relativ kleines Maß runtergeschrumpft zu sein, ich hab tatsächlich gar keinen Hunger mehr. Magenschmerzen auch nicht, dafür eine andere, vollkommen logische Begleiterscheinung, die kommt, wenn man einen elementaren Bestandteil bei der Vorbereitung und auch zwischendurch immer wieder weg lässt. Dass ich so friere, macht mich fast wahnsinnig, aber da muss ich wohl auch durch. Ist ja nur noch ein Tag.


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Date: Tuesday, 09 Mar 2010 22:18

Frühstück: 2 Äpfel, 3 Birnen, eine Möhre und eine Banane, durch den Entsafter gejagt, sind es 800 ml Saft. Vorher Heilpflanzencocktail.
Mittagessen: Halber Liter Tomatensaft
Abendessen: Halber Liter Gemüsebrühe.
Betthupferl: Heilpflanzencocktail.

Das mit den 400 Kalorien max. hatte ich am Morgen schon so gut wie ausgereizt, ging aber nicht anders, ich hatte nämlich nicht geplant, bei meinem Sportkurs wieder schon während des Aufwärmtrainings wie eine alte Oma Abschied von meinem Kreislauf zu nehmen. Ansonsten hab ich zu meiner eigenen Verwunderung weder schlechte Laune noch Hunger gehabt, den ganzen Tag nicht. In der Mittagspause mit einem Tomatensaft to go mit Gegenwind an einer Würstchenbude vorbei zu laufen war zwar schon etwas anstrengend, aber nicht weil ich Hunger hatte, sondern weil Tomatensaft nun mal nicht so riecht, wie das, was da so gerochen hat. Gefühlt war ich heute fit wie ein Turnschuh und beswingt wie ein Paar Manolos am Samstag Abend, weiß aber nicht, ob das nicht vor allem am Sport gelegen hat – den ich übrigens, wie ich finde, meisterhaft hingekriegt habe. Und das einstündige Meeting, in dem ich nur genickt und nichts gesagt habe, hat mich diesmal gar nicht gejuckt. Normalerweise muss ich ab der 34. Minute schwer mit meiner Konzentration kämpfen, wenn nur meine Anwesenheit gefragt ist.

Läuft also alles ganz gut, wenn man von den Magenschmerzen absieht, die ich am Nachmittag bekommen habe. Bei allem guten Willen und überraschendem Durchhaltevermögen find ich solche Schmerzen so überflüssig, dass ich das Programm ein wenig auf mich zuschneiden musste. Deswegen die Gemüsebrühe.


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Date: Monday, 08 Mar 2010 18:38

Eigentlich ja Tag 2, aber da ich mich am Entlastungstag dank eines unfassbar schrecklichen Katers nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert habe, ist der eher uninteressant. Ich hab zwar wenig gegessen, war aber zu dem Zeitpunkt nach fastenideologischer und entgiftungstechnischer Sicht sowas wie ein Castorbehälter. Und den Teil des Entlastungstages, vor dem ich ohnehin schon viel zu viel Panik hatte, konnte ich dank des Katers mal ganz nonchalant überspringen.

Unglaublicherweise habe ich den Tag heute mehr oder weniger unbeschadet und erstaunlich souverän hinter mich gebracht. Kurz vor Mittag hab ich zwar mal zeitweise gedacht, mir knallen die Sicherungen durch und ich werde zum Amokläufer, aber das dürfte ja normal sein. Zum Frühstück gab es erst diesen fürchterlichen Heilpflanzencocktail aus Tomaten-, Artischocken-, Kartoffel- und Brennesselsaft, dazu ein Tässchen Tee, im Büro zweites Frühstück in Form von 150 ml Bio-Fruchtsaft, Mittagspause bestand aus 150 ml Gemüsesaft, einem Spaziergang und zum Nachtisch einen beherzten Schluck aus dem Fruchtsaftkarton. Als Snack am Nachmittag nochmal 150 ml Gemüsesaft und gerade, als ich nach Hause gekommen bin, nochmal 300 ml Tomatensaft. Später gibts nochmal Heilpflanzenzeugs und seit heute morgen schütte ich eigentlich ununterbrochen Tee in mich rein. 2 Liter bis jetzt.

Besonders hart war für mich der Vormittag, weil ich morgens normalerweise ziemlich viel Energiezulieferung brauche, um irgendwie in Fahrt zu kommen. Um genau 11:54 dachte ich, mein Magen implodiert und verdaut sich anschließend selber, zu diesem Zeitpunkt (der Höhepunkt von Hunger und schlechter Laune) hab ich auch zugesehen, dass ich mich mit niemandem direkt unterhalten muss. Interessanterweise ging es aber mit dreimal tief durchatmen und in mich reingemurmeltem”Das ist kein Hunger”-Mantra, schließlich war ja ein besonders gehaltvolles Mittagsmahl in Sicht.

Danach war es eigentlich kein Problem mehr, ich war jobtechnisch gut beschäftigt, so dass ich gar nicht erst über Essen nachdenken musste und eigentlich hatte ich auch keinen Hunger. Allerdings hab ich saumäßig gefroren, was dazu geführt hat, dass ich immer mehr Tee getrunken habe, was wiederrum dazu geführt hat, dass ich mich relativ häufig von meinem Schreibtisch entfernen musste. Ich friere übrigens immernoch, weiß aber nicht, ob das mit der Fasterei zu tun hat, oder einfach nur daran liegt, dass sich die Temperatur draußen mal wieder in Tiefe des Gefrierpunkts eingependelt hat.

Meine Laune ist jetzt erstaunlich gut, ich find mich gefühlt ziemlich fit. Natürlich geht das in Zukunft nicht ohne Tricks. Ich darf nicht mehr als 400, idealerweise nicht mehr als 300 Kalorien am Tag zu mir nehmen: verteilt man das auf Fruchtsaft, ist das, was man konsumieren darf, ziemlich wenig, nimmt man aber überwiegend Gemüse- bzw. Tomatensaft, ist das schon recht viel. Sehr gute Erkenntnis für morgen.

Rauchen ist auch nicht, wenn man entgiftet ist die Zufuhr von Nikotin eher kontraproduktiv. Auch das funktioniert besser als ich dachte, was eventuell daran liegen könnte, dass ich diesen Endlich Nichtraucher-Kurs zwar relativ weit hinten, aber trotzdem noch im Kopf habe und die Argumente dagegen mir geläufig sind. Einmal bin ich schwach geworden, war aber dann dank erfolgreichen Schlechtredens so bäh, dass ich nach dem vierten Zug würgen und aufhören musste.

Auch wenn ich dachte, der erste Tag wäre schlimmer: ich würde aktuell für eine ordentliche Portion Sushi sterben. Oder für ne Pizza. Meinetwegen auch für eine Scheibe alten Gouda oder sonstwas von dem Zeug, was mich aus dem Kühlschrank anschreit. Aber ich bleibe HART. Hoffe ich.

Schönen Gruß an dieser Stelle an meinen Gatten: danke, dass du den ganzen Süßkram hier überall hast liegen lassen, das war jetzt genauso nett wie gestern, als ICH DIR Fischstäbchen auftischen durfte, während ich gedünstetes Gemüse und vollkommen geschmacksfreien Reis gegessen habe. Tze.


Eingetragen unter:dies und das
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Date: Friday, 19 Feb 2010 08:50

Nachdem ich es jetzt geschafft habe, meinen nichtexistenten Rekord in Sachen SovieleGebrechenwiemöglichinbesonderskurzerZeit zu brechen, reichts mir nun. Ich hab es in den letzten Wochen geschafft, meine Halswirbelsäule zu verstauchen (Schneeballschlachten sind ab 30 einfach keine gute Idee mehr), zwei Migräneanfälle gehabt, mir eine Vierstunden-Horror-Lebensmittelvergiftung zugelegt (bis letzte Woche Montag dachte ich, das Märchen mit den Pilzen und den Mikrowellen wäre sowas wie das Märchen von den schielenden Augen, die beim Blick in einen Kamerablitz so stehen bleiben) und Besuch von einer Blasenentzündung bekommen, die mich eine Nacht lang mehr oder weniger im Bad hat schlafen lassen (hat sich ja nicht gelohnt, für 5 Minuten ins Bett zu gehen) und deren antibiotische Bekämpfung noch die ein oder andere nicht so tolle Begleiterscheinung mit sich gebracht hat. Obendrauf gestern während einer Telko das Gefühl, als ob irgendwer eine Bombe irgendwo in meinen Bauchbereich platziert und gezündet hat, ich  bin ja mittlerweile nicht mehr in der Lage, sowas noch ordentlich zu lokalisieren. Und ich bin erst 31, halloo? Wie soll es mir denn gehen, wenn ich erstmal 70 bin und vor allem: wenn ich jetzt schon meine, darüber bloggen zu müssen, wünsche ich meinen Kindern und Enkeln viel Spaß mit meinem Rumgejammer im Seniorenalter.

Ich weiß nicht, wie meine Leber und meine Nieren diese Medikamenten-Dauerbefeuerung überstanden haben, aber bis jetzt haben sie es. Und ich habe sie mit so ziemlich allem, was der Markt für irgendwelche Zipperlein her gibt, gequält. Nein, gedemütigt, erniedrigt. Ibuprofen dürfte mittlerweile auch ein Bestandteil meines Körpers geworden sein. Dazu der ständige Unwillen meines Körpers und Geistes, zu normalen Zeiten ein- und ordentlich durchzuschlafen, dem ich mit der gesamten Bandbreite an frei verkäuflichen und verschreibungspflichtigen Schlafmitteln trotzen wollte (abgesehen von Barbituraten und Benzodiazepinen) - mehr oder weniger erfolglos. Ich bin übrigens auch höchstgradig abhängig von Wärmeflaschen, Heiz- und Körnerkissen, einschlafen ohne ist nicht mehr. Und ich bin sowas wie ein Teedurchlauf, ungesüßter Tee soll ja der heißeste Scheiß schlechthin sein, also trink ich das Zeug momentan eimerweise.

Und nu is Schluss, ich werde fasten. Ein paar Tage später nach dem “offiziellen” Start, aber ich mache es. Eine Woche lang keine feste Nahrung zu mir nehmen, nur noch flüssiges, gutes Zeugs und versuchen, diesen ganzen Müll irgendwie wieder aus mir raus zu spülen. Detox nennt man sowas heute ja. Oder etwas weniger cool: entschlacken. Oder eben entgiften, das Wort passt mir persönlich gerade am besten. Ich hab keine Ahnung, wie das funktionieren soll, weil es ein paar Sachen gibt, die ich einfach nicht machen will und/oder kann und weil ich mir weder die reine Tee/Wasser/Brühe-Kombi, noch eine reine Saftkombi vorstellen kann. für T/W/B müsste ich mir für die gesamte Zeit eine Woche Urlaub nehmen, weil meine Arbeitskollegen meine Laune sicherlich nicht ertragen könnten und wenn ich mir vorstelle, eine Woche lang nur Saft zu trinken, weiß ich ziemlich genau, dass ich meinen Magen danach wegschmeißen kann. Wahrscheinlich bau ich mir meinen eigenen Plan zusammen und baue darauf, dass es trotzdem klappt. Steak pürieren zählt nicht, oder?

Auf jeden Fall könnte die Woche ziemlich interessant werden, als Selbstversuch-Erfahrung für mich und als Belustigung oder Terrorismus für mein Umfeld.


Eingetragen unter:kein fleich, kein fich - komich, vizekoeniginwahnsinn
Author: "vizekönigin" Tags: "kein fleich, kein fich - komich, vizekoe..."
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Date: Wednesday, 10 Feb 2010 14:41

Seit zwei Wochen bin ich nun in Besitz eines flatschneuen Nexus One. Wäre es mir nicht zufällig in die Hände gefallen, hätte ich, das iPhone-Fangirl, es mir von alleine sicherlich nicht gekauft, aber so – meine Güte, bevor ich mich schlagen lasse. Andererseits hab ich mich schlagen lassen. Von Menschen, deren Gehirne samt aller elterlichen Erziehungsgrundsätze und guter Manieren für ungefähr 30 Minuten komplett ausgesetzt haben und die sich zum Abschluss der DLD Conference mit einer Menge Ellenbogenchecks und nicht-ganz-wenig-aufdringlichem Gedrängel ein ohnehin sicheres Smartphone erkämpft haben. Aber darum gehts ja jetzt nicht.

Die Unboxing-Zeremonie fand für mich mit Oliver Gassner in einem kleinen Café im Münchner Hauptbahnhof statt, als schöner Wartezeitenfüller mit Kaffee und Kuchen, bis unser Zug los fuhr. War also relativ unspektakulär und für eine der Apple-Verpackungskunst doch recht ähnlichen Aufmachung sicherlich mit etwas wenig Ooohhhs und Aaaahhhs gekennzeichnet. De facto bin ich bei meinem iPhone wie auch bei meinem MacBook aber sowieso viel zu aufgeregt gewesen, als dass ich jeden Schritt fotografisch hätte festhalten wollen. Nichtsdestotrotz: schöne Verpackung, so eine Standard-Karton-aus-Pappe-zieh-Nummer wie bei so ziemlich allen anderen Herstellern wäre irgendwie auch uncool gewesen. Aber der erste Eindruck war schon mal sehr sexy, ich mag die Haptik von dem Teil.

Leider konnte ich damit trotzdem erstmal gar nichts anfangen, weil ich keine Möglichkeit hatte, meine SIM-Karte aus dem iPhone zu holen, deswegen hab ich es eingepackt und Oliver die komplette Fahrt über dabei zugesehen, wie er alles in seinem Nexus einstellt und sich darüber freut.

Mittlerweile hab ich es im Dauergebrauch, meine Karten wechseln im Zweitagestakt die Hardware und ich muss sagen: meine anfängliche Skepsis hat sich deutlich verringert, aber es kann mir mein iPhone trotzdem nicht madig machen. Zwar leidet dieses unter der Jailbreak-Krankheit, sprich es ist laaangsaaaam, spinnt rum, hängt sich gerne mal weg und macht mich mit alledem auch regelmäßig rasend, aber trotzdem. Das Nexus hat eine Glasoberfläche, die kein bisschen Fettfinger verzeiht, sie ist merkwürdig (ich würde sagen gar nicht) entspiegelt; bei Tageslicht und draußen kann ich so gut wie gar nichts auf dem Display erkennen. Die Finger-Empfindlichkeit steht in einem doch recht absurdem Kontrast zum matt überzogenen Rücken, hier gibts keine Abdrücke. Beim iPhone sieht die Rückseite immer aus wie Sau, wobei die Hochglanzrückseite mittlerweile so zerkratzt ist, dass es kaum noch auffällt.

Die Usability ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig gewesen, aber das ist absolut normal, wenn man zwischen zwei Herstellern switcht. Im Vergleich würde ich sagen, dass sich dieser Wechsel ungefähr so anfühlt wie von Nokia auf Sony Ericsson. Meine erste vorsichtige Begeisterung über die leichte Bedienbarkeit der “Tasten” (die kleiner sind auf dem iPhone) muss einer Halluzination oder der Wut auf mein eigentliches, krankes Telefon entsprungen sein. Dachte ich nach dem 3. Tag noch, ich könnte hier besser tippen, weiß ich heute, dass mich das Schreiben einer SMS oder – noch schlimmer – Email aufgrund der ständigen Korrekturen mehr Nerven kostet, als bei jedem 4. Buchstaben eine Sekunde darauf zu warten, dass das S wieder zurückspringt und einen Buchstaben auswirft. So bei meinem iPhone.

Der Android-Market ist vom Angebot her natürlich noch Lichtjahre hinter dem App-Store her, das ist aber auch irgendwie logisch und gar nicht das Problem. Problematisch finde ich eher, dass man hier in zig unterschiedlichen Währungen zahlen muss. Und ich behaupte mal ganz frech, dass ein Großteil der Menschen den Gedanken zum Kauf einer App lieber abbrechen, als kurz vor dem eigentlichen Kaufprozess erstmal einen Währungsrechner in der Kombi Yen-Euro zu bemühen. Die Apps, die ich runtergeladen habe, sind vollkommen in Ordnung, teilweise sogar echt cool, aber im Ganzen ist es auch nur ein Bruchteil von dem, das ich auf dem iPhone habe. Muss aber auch nicht schlecht sein.

Das Nexus One ist sauschnell. Diese Begeisterung hält auch immernoch an, ich finde es einfach faszinierend, wie schnell die Apps starten, der Browser auf geht, das ganze System auf Befehle reagiert. Wahrscheinlich wäre eine ungehackte Version des iPhones deutlich schneller und es würde mir nicht soo sehr auffallen, ich weiß aber, dass es doch auffällt und das es schlicht und ergreifend schneller ist. Flash können beide nicht, was mich beim iPhone schon geärgert hat, da ich vorher ein Telefon hatte, für das Flash kein Teufelszeug war.

Dieses Telefon hatte auch eine deutlich bessere Kamera als das Apple-Modell (ich hab das 3G), aber da ich ja auch zu den Nutzern mit Stockholm-Syndrom gehöre, war es für mich irgendwann kein Thema mehr, dauernd meine DSLR mit mir rumzuschleppen und das iPhone trotzdem total geil zu finden. Die Kamera beim N hat irrsinnig viele Millionen Pixel mehr als die vom i, sie reagiert viel schneller und dass Blitz und Autofocus doch recht häufig von Vorteil sind, muss ich ja nicht extra erwähnen. Kurzum: die Kamera von meinem neuen Telefon hat mich so begeistert, dass ich die beiden Nacht für Nacht aufeinander lege und hoffe, dass sie sich irgendwann, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, paaren und eine perfekte Symbiose mit nur dem Besten aus beiden dabei herauspringt. Sexy finde ich auch die Stapelansicht der Fotos beim Nexus, sowas hätte ich eigentlich eher beim iPhone erwartet. Der Sucher der Kamera ist in der Mitte und kann dauernd mit Fingerabdrücken übersät werden, bei mir aber nicht, weil ich es immer an den Seiten irgendwo raus ziehe.

Die Sprachqualität finde ich beim iPhone ungleich besser als beim Nexus One, bin mir aber auch nicht sicher, ob das tatsächlich an meinem Telefon, oder an dem des Gesprächpartners liegt, da ich den Eindruck nicht immer habe. Problematisch ist für mich die Sache mit den Kontakten, die ich eigentlich relativ ungerne in Google Contacts hochladen will um sie zu synchronisieren – viele andere Möglichkeiten ohne fremde Server hab ich allerdings nicht. Und Abtippen ist auch keine Alternative. Ich kann meinen Entourage-Kalender nicht in Google Calendar importieren, wohl aber meinen iCal. Dieser wiederrum synchronisiert sich neuerdings (Office for Mac Update) nicht mehr automatisch mit Entourage, sondern nur noch auf Zuruf und zieht sich direkt die Termine meiner Kollegen mit rein – brauch ich weder in meinem iCal, noch in meinem Mobiltelefon. Das ist kein Problem von Google, sondern meins.

In Sachen Akku-Kapazität bin ich eigentlich immer relativ leidenschaftslos, weil mein Telefon immer nachts aufgeladen wird, egal ob es halbvoll oder leer ist. Dieser Umgang mit Strom hat allerdings dafür gesorgt, dass der Akku meines iPhones mittlerweile auf der letzten Rille und nicht mehr besonders lang läuft, was mir vollkommen egal wäre, wenn ich ihn problemlos austauschen könnte. Kann ich aber nicht. Beim Nexus ist es noch lange nicht so weit, aber selbst wenn das nächste Woche der Fall wäre, könnte ich mir einfach einen neuen Akku kaufen und den dann auch kaputt machen.

Im Großen und Ganzen find ich das Nexus echt gelungen, für meine Belange etwas zu Mac-fremd, aber das war ja zu erwarten. Wäre mein iPhone nicht so vom Jailbreak gezeichnet, würde ich den Kontrahenten vielleicht etwas weniger gut finden, ich weiß es nicht. Aber niemals besser als meine Apfel-Sprechdose, selbst wenn diese jetzt tot wäre. Momentan hab ich auch kein Problem mit dem Gebrauch von beiden, aber in absehbarer Zeit habe ich nur noch eine der beiden Karten und dann brauche ich auch nur noch ein Telefon. Was ich dann mache, weiß ich nicht, der Gedanke daran versetzt mich jetzt schon in leichten Stress. Das Nexus zu verkaufen wäre eine Option, aber dann hab ich wieder diese grottenschlechte Kamera und keine Performance mehr. Das iPhone für immer zur Seite zu legen krieg ich jetzt schon aufgrund der Usability, die ich persönlich hier besser finde, nicht hin. Oder ich nutze das neue solange, bis vom alten eine Neuauflage raus kommt. Sollte ja auch bald mal soweit sein.


Eingetragen unter:dies und das, vizekoeniginwahnsinn
Author: "vizekönigin" Tags: "dies und das, vizekoeniginwahnsinn"
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Date: Friday, 05 Feb 2010 09:54

Wie soll ich denn bitte arbeiten können, wenn ich eine Stunde lang total geflasht auf den Rechner starre??

Beardyman/Edinbourgh Comedy Festival 2009
noch mehr.

via chrisbaker


Eingetragen unter:wahnsinn
Author: "vizekönigin" Tags: "wahnsinn"
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Date: Tuesday, 12 Jan 2010 20:32

Hey, kreuz.net.

Ihr seid nicht nur bescheuert und schreibt bescheuerte Sachen, ihr seid noch nicht mal in der Lage, bescheuerte Sachen richtig zu schreiben und mit einem strukturell gut durchdachten Klimax zu versehen, so dass die Lektüre eurer bescheuerten Geschichten auch noch einen gewissen Unterhaltungswert bekommt. Mal abgesehen von dem bescheuerten Inhalt und dem  rechtschreiberischen Kleinkram, an dem ich mich jetzt nicht aufhalten will:

Es heißt “wegen seiner widernatürlichen Triebe”, nicht “wegen seinen widernatürlichen Trieben”.

Es sieht mehr als bescheuert aus, wenn jedes dritte Wort “Homo” ist und das bescheuerte Wort Homo-Kumpan in einer Bildunterschrift zeugt auch nur bedingt von Qualitätsjournalismus.

Und es ist vollkommen bescheuert, für jeden Satz einen neuen Absatz zu bilden.

Liest sich dadurch auch nicht dramatischer.

Im Gegenteil.

Das gibt nur noch mehr Raum, euch bescheuert zu finden.

Ich fänd es übrigens mal interessant zu wissen, wie ihr Homo-Schweinereien und Homo-Entartung differenziert. Und ob der Mensch, der diesen unglaublich hochwertigen Text geschrieben hat, jemals etwas anderes besucht hat, als ein  extremistisches Christencamp. Für so einen Bullshit würde ich euch gerne die Hölle androhen, kann ich aber nicht, ich spiele bei euch ja nicht mit. Ihr habt sie doch nicht mehr alle.


Posted in abgrund, wahnsinn
Author: "vizekönigin" Tags: "abgrund, wahnsinn, fremdschämen, homo-p..."
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Date: Wednesday, 06 Jan 2010 11:28

A Day in the Internet
Created by Online Education


Posted in zwonull
Author: "vizekönigin" Tags: "zwonull, internet"
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Date: Wednesday, 30 Dec 2009 21:53

Ich hab bei Curi0usities was nettes gefunden, was mir ganz gelegen kommt, weil ich nicht so richtig wusste, wie ich hier mein Jahr abschließen soll. Irgendwie haben mein Blog und ich dieses Jahr nicht so richtig gut zueinander gefunden, wenn man mal die Blog-Taktfrequenz von 2008 mit 2009 vergleicht. Und da diese “Zusammenfassung” nur aus Copy & Paste besteht (12 Sätze aus dem eigenen Blog, um genau zu sein aus jedem Monat einen), passt es.

Januar: Gestern habe ich das Internet hier kaputt gemacht.

Februar: Gibt es vielleicht eine Tastenkombination, die der Liebste und ich von unseren Nokia E´s und N´s gewohnt sind, die gleichzeitig die Selbstzerstörung der iPhones und unserer MacBooks aktivieren, wenn wir sie versehentlich beim iPhone anwenden??

März: ICH habe heute Herrn Keine-Frau-schlägt-mich-im-Trivial-Pursuit Blabbermouth im Trivial Pursuit besiegt!

April: Die Stadt der Engel versinkt im Chaos.

Mai: Ich muss sagen, ich bin relativ überrascht gewesen, dass daraus eine vergleichsweise flüssige Dings über irgendwas entstanden ist..

Juni: Danke für einen der großartigesten Abende, die ich seit langer Zeit gehabt habe, danke, dass ihr euch alle kein Stück verändert habt und immer noch die gleichen, fantastischen Persönlichkeiten seid, die ihr immer wart und danke, dass ihr mein Leben bereichert.

Juli: Die Tante geht jetzt mal den Blabbermouth heiraten.

August: Direkt im Anschluss wird nämlich erstmal die KOMPLETTE Karte, auf der man sitzt oder die Füße parkt, weil die Rückenlehne vor einem selbst kein Netz hat, vorgelesen.

September: Wieder da.

Oktober: Wurde auch irgendwann peinlich, alle zwei Tage wie ein Junkie vor meinem Doc zu stehen und die Hand nach noch mehr verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln aufzuhalten.

November: Besonders ins Herz geschlossen in diesem Kurs habe ich den Sechser-Pärchen-Swingerclub, der meistens aber nur zu viert auftaucht.

Dezember: Ist mir zwar nicht passiert, aber das mit dem Auge war schon ziemlich böse anzusehen.

Auch wenn ich dieses Jahr so faul war oder unwillig, wie im Vorjahr dermaßen viel zu teilen, hab ich erstaunlich viel Besuch hier gehabt, vielen Dank dafür. Es ist nicht so, als ob so wenig passiert wäre oder ich so wenig Interesse an noch weniger Dingen gehabt hätte. Es ist sogar wahnsinnig viel passiert, aber ich war auch ein Stück weit blogmüde und hatte schlicht und ergreifend keinen Bock. Was natürlich ärgerlich ist, da ich diese Sachen hier auch für mich noch mal schriftlich hätte festhalten können, aber jut. Nächstes Jahr wirds auch ganz sicher wieder mehr.

Bis dahin einen guten Rutsch, kommt gut ins neue Jahr!


Posted in stöckchen, vizekoeniginwahnsinn
Author: "vizekönigin" Tags: "stöckchen, vizekoeniginwahnsinn, 2009, ..."
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Date: Friday, 11 Dec 2009 21:52

Ich sag mal so: wenn man sich nach dem Duschen die Haare über Kopf gebeugt trocknet, den Kopf wieder hochschmeißt, in den Spiegel guckt und dann sieht, dass einem im Auge ein Mini-Blutgefäß geplatzt ist, kann man vor Schreck auch nach hinten torkeln, umfallen und sich den Hinterkopf an der Badewanne aufschlagen. Ist mir zwar nicht passiert, aber das mit dem Auge war schon ziemlich böse anzusehen. Für den Moment.


Posted in vizekoeniginwahnsinn
Author: "vizekönigin" Tags: "vizekoeniginwahnsinn, ader, auge, schrec..."
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Date: Wednesday, 25 Nov 2009 21:50

Done. Der Liebste und ich kommen gerade bronzefarben aus der Tanzschule und haben den dritten Kurs auch hinter uns gebracht. Eigentlich hätten wir direkt nach dem Anfängerkurs, den wir nur wegen unserer Hochzeit belegt haben, wieder aufhören können, aber man hat hier ja sonst nix zu tun und deswegen haben wir schön brav jeden Kurs, der sich uns geboten hat, mitgemacht. Erst Anfänger, dann Fortgeschritten, dann Bronze, als nächstes Silber, dann Gold, Supergold und ab dann treffen wir uns wahrscheinlich mit den ganzen Deppen hier jeden Sonntag zum Tanztee.

Bis heute haben wir es geschafft, zu keiner der seltsamen Tanzparties oder Bälle zu gehen. Das wird sich auch sicherlich nicht ändern, mehr als einen Abend in der Woche muss ich diese Menschen, die zu 50% keinen Bock haben und zu 50% total verbissen sind, nicht sehen. Geredet haben wir mit dem Fred Astaire-Nachwuchs auch noch nicht mehr als einen geraden Satz, was nebenbei bemerkt nicht an unserem Unwillen liegt, sondern daran, dass Menschen ohne badischen Dialekt hier einfach nicht dazu gehören. Und das merkt man eben nach einem Satz.

Besonders ins Herz geschlossen in diesem Kurs habe ich den Sechser-Pärchen-Swingerclub, der meistens aber nur zu viert auftaucht. Wann immer unser – allerdings sehr cooler – Tanzlehrer eine Dame zum zeigen braucht: eine von den beiden ist immer da. Ganz sicher. Wären sie heute Schüler einer 6. Klasse egal welcher Schule – sie würden von den coolen Kindern fertig gemacht werden. Spiegelstreber der allerfeinsten Sorte, ich weiß nur nicht, was sie immer im Spiegel sehen, was sie so sicher macht. Ihre Agilität ist es jedenfalls nicht, aber sie wissen auf jeden Fall, wann welcher Schritt gemacht werden muss. In den Pausen beruhigen Sie ihre Atmung, trinken Wein und quatschen den Lehrer voll; stellen ernstgemeinte Fragen á la “Woran merke ich als Frau denn, dass da eine Promenade kommt?” Nicht, dass er das nicht vorher 1.5 Stunden lang erklärt und den 15 übrigen an ausgerechnet der Fragenstellerin demonstriert hätte. Dieses Quartett Terrible tauscht auch regelmäßig untereinander die Partner, damit man sich gar nicht erst an den eigenen gewöhnt. Macht unheimlich viel Sinn, sich alle 30 Minuten auf eine neue Schrittlänge einzustellen, aber nun – beim Weihnachtsball reißen sie sicherlich auch irgendwelchen arglosen Frauen deren Tanzpartner aus der Hand – macht man ja so. Vielleicht liegts aber auch daran, dass einer der Herren, der aus mir unerklärlichen Gründen immer neben uns tanzt, offenbar eine Deodorant-Allergie zu haben scheint, was die Gesamtsituation in einem Kellerraum ohne Abluft immer etwas anstrengend macht.

Im Übrigen sind wir die einzigen, die darüber lachen, wenn sie sich vertanzt haben. Und je nach Tanz passiert das sehr häufig, dieser Disco Fox und ich – das passt einfach nicht. Und wir lachen laut, ja, ich würde sogar sagen, wir kringeln uns manchmal vor lachen. Das findet abgesehen von unserem Tanzlehrer eigentlich niemand witzig, eher nervig. Bei den anderen läuft das auch meistens nonverbal über angedeutete Handgelenksfrakturen ab, die schon mal bei einem Wutausbruch entstehen können.

Der Liebste und ich haben zu allem Unglück auch noch etwas unterschiedliche Präferenzen – er der feurige Latino, dem kein lateinamerikanischer Tanz zu kompliziert ist. Gut, erklären wir jetzt mal der Einfachheit halber Samba zu Standard. Ich, die laaaangweilige Standard-Tante, die lieber aufrecht und auf Tuchfühlung tanzt und dabei große Schritte, ausladende Drehungen und weniger Cha Cha Cha macht. Mambo jetzt mal außen vor. Dieses Ungleichgewicht kollidiert vor allem beim Disco-Kotz, den ich schon nach zwei Takten boykottiere und mich absichtlich dumm anstelle, während er sich in seine Salsa-Zeiten zurückversetzt sieht und richtig aufdreht.

Nun gut. Jetzt haben wir Pause. Bis Januar. Mal gucken, wer uns dann unsere Freizeit hier versüßt.


Posted in sport, vizekoeniginwahnsinn, zwischenmenschlich
Author: "vizekönigin" Tags: "sport, vizekoeniginwahnsinn, zwischenmen..."
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Date: Wednesday, 28 Oct 2009 20:30

Zahnärzte sind ja irgendwie Angstobjekt. Und deren Equipment. Früher hat mir dieser Haken Angst gemacht, dieses gebogene Stück Metall an einem Griff, von dem man immer glaubt, dass der Zahnarzt es in besonders tiefe, schmerzende Stellen im Zahn schieben muss, wofür ist es denn sonst da? Heute sag ich nur: Vitalitätstest (Eisspray auf Wattekügelchen) und Druckluft. Der pure Horror. Traumatische Erlebnisse gab es auch in meiner Zahnarzthistorie. Aber ich hatte danach eine super Zahnärztin, die die schmerzhaften Fehler ihres Kollegen glattgebügelt hat und mit viel Geduld und Lidocain dafür gesorgt hat, dass aus mir keine hysterische Zahnarzt-Phobikerin wurde. Deswegen gehe ich auch immer guter Dinge zum Arzt, allerdings auch nur, wenn was ist. Und es ist selten was. Wenn man wegen einer kleinen kariösen Stelle am Zahn zum Arzt geht, rechnet man ja auch eigentlich nicht damit, dass man anschließend knapp vier Wochen dermaßen starke Schmerzen hat, dass man fast verrückt wird.

Die Stelle war im Prinzip klein genug, als dass man es noch einigermaßen problemlos wegbohren und mit einem Inlay deckeln könnte, leider war die Fläche, die dann aber weggebohrt werden müsste, groß genug, dass im Prinzip nicht mehr viel Zahn zwischen Füllung und Nerv lag. Das könne dazu führen, dass man eine Wurzelbehandlung machen müsse, hieß es. Aber im Großteil der Fälle ginge das gut und bevor wir den Zahn töten, versuchen wir es erst mal so, meinte er. Soweit ja kein Problem und wenn man mich mit genug Betäubungsmittel zudröhnt, bin auch auch ziemlich entspannt, weil ich keine Angst vorm Zahnarzt habe. Der will mir ja schließlich helfen.

Nach der Behandlung wurde der Zahn als Halterung für eine Klammer in einer weiteren Behandlung benutzt, da wurde ein Spanngummi eingeklemmt. Bis dahin alles kein Problem, ab dann nur noch Schmerzen. Das weiche Provisorium drückte auf den Nerv, ein Herpes als Stress-Mahnmal an der Seite, an der die ganze Zeit rumgedoktort wurde, gleichzeitig eine Zahnfleischentzündung da, wo ich die Injektionen bekommen habe. Alles zusammen die Steilvorlage für einen rechtsseitigen Gesichtsschmerz, der sich gewaschen und mich 2 Wochen konsequent genervt hat. Irgendwann war ich dauerzugedröhnt und mein Gesicht derart berührungsempfindlich, dass ich Schwierigkeiten hatte, mir Wasser darüber laufen zu lassen. Aber die Entzündung war weg und irgendwie wurde es besser. Wurde auch irgendwann peinlich, alle zwei Tage wie ein Junkie vor meinem Doc zu stehen und die Hand nach noch mehr verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln aufzuhalten. Schlaf? Kaum, vielleicht 5 Stunden durchgehend pro Nacht.

Dann der Einbau des Inlays, das dann irgendwie auf den Nerv gedrückt haben muss oder so, keine Ahnung. Innerhalb von 2 Stunden wurde ich mit Schmerzen konfrontiert, die ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen würde und die weder durch einen dann relativ gewagten Schmerzmittelcocktail, noch durch die zusätzlich verordneten Antibiotika (“Wir versuchen es erstmal so, vielleicht können wir Ihnen eine Wurzelbehandlung auch ersparen..”) auch nur ansatzweise besser wurden. Irgendwann konnte ich einen kausalen Zusammenhang zwischen Sprache und Schmerzen herstellen, immer wenn ich gesprochen habe, dauerte es ungefähr eine Minute, bis ich die Decke ungefähr 10 Minuten lang hochgehen konnte. Wenn man dann irgendwann in einem halbwahnsinnigen Zustand merkt, dass man die letzten zwei Ibuprofen im Büro hat liegen lassen, neigt man dann schon zu leicht psychotischem Verhalten und denkt ziemlich intensiv über Medikamentenmissbrauch nach. Der Liebste hat die Dinger ja schließlich nach seiner OP verschrieben bekommen, da steht drauf “für starke bis sehr starke Schmerzen”. Gut, da steht auch viel über Tumore und Krebs-Operationen (was jetzt im übrigen nichts mit dem Liebsten zu tun hat), aber wenn man vor Schmerz kaum noch denken kann, ist “SCHEISS DRAUF UND NIMM ES” gerade noch im Rahmen. Ich hab dann irgendwo noch was codeinhaltiges gefunden, das sollte ja auch irgendwie bei der Nachtruhe helfen. Hat es aber zu dem Zeitpunkt auch schon in der doppelten Dosis nicht mehr, weder für den Schlaf, noch gegen den Schmerz. Aber Magenschmerzen gab es. Und einen TipTop-Geisteszustand am nächsten Morgen.

Am Wochenende war es so schlimm, dass ich kurzzeitig überlegt habe, mir den Zahn beim Notdienst ziehen zu lassen. Am Montag, kurz nach dem Hilfeschrei ins Telefon (10 Uhr) und ein paar Stunden vor dem vereinbarten Termin (14 Uhr) habe ich im Bett gelegen, alleine vor mich hingewimmert und vollstes Verständnis dafür gehabt, dass in den Köpfen von Schmerzpatienten früher oder später ein Suizidgedanke auftauchen MUSS. Mein Nervus Trigeminus vollkommen am durchdrehen, zu dem Zeitpunkt konnte ich nicht mehr sagen, was genau am meisten weh tut: Zahn, Kiefer, Ohr, Nacken, Nebenhöhle oder Kopf. Sprechen ging gar nicht mehr, jedes Wort begleitet von einem Schrei- und Heulreflex. An richtige Konversation war sowieso seit Tagen nicht mehr zu denken, es ging ja weder denken noch sprechen. Schlaf? Vielleicht 3 Stunden durchgehend, wenn ich Glück hatte. Tabletten? Keinerlei Wirkung mehr, mit etwas Glück verschwanden nur die diffusen Kopfschmerzen, die vom Härtegrad ungefähr an einen Migräneanfall rankamen. Der Rest blieb. Und dann war es endlich 14 Uhr.

Die Spritzen, die ich bekommen habe, haben innerhalb von 10 Minuten alles an Schmerzen, was ich bis dato in meinem Kopf angesammelt habe, gelöscht. Und ich habe mich wirklich noch NIE auf eine zahnärztliche Behandlung so sehr gefreut, wie auf diese Wurzelbehandlung. Der Nerv ist raus, er hat ihn mir noch gezeigt: “Gucken Sie mal, so klein ist das, was so monströse Schmerzen bereitet”. “Ja, danke. Mein Nerv ist ein Arschloch, verbrennen Sie ihn.” Wirklich höchst pingelig hat er – so hoffe ich – jeden noch so kleinen Fizzel Gefäß-Nervensystem aus der Wurzel rausgeholt und das Dingen von innen ausgehöhlt, gereinigt und gefahrfrei gemacht. Gestern war ich komplett schmerzmittelfrei. Heute morgen die zweite Behandlung, Medizin und diese kleinen fiesen Stäbchen in die Wurzel. Mit halbseitiger Gesichtslähmung ins Büro. Aber ich war wenigstens mal wieder im Büro, auch wenn mich jeder wieder, sogar nach einem Telefonat, nach Hause schicken wollte. Zwei Mal Ibu 400, aber meine Leber empfindet auch das schon als Urlaub, im Vergleich zu vorher 8-10 Ibu 400 umd 4-5 Dolomo Tag und 2 Dolomo Nacht im täglichen Wechsel.

Der Horrorschmerz ist weg, bis sich allerdings der Nerv, der mein ganzes Gesicht bedient, wieder komplett beruhigt, kann es noch ein, zwei Tage dauern. Bis die Entzündung und die ganze Suppe im Kiefer verschwunden sind und ich damit komplett schmerzfrei bin, dauert es vielleicht noch ein paar Tage länger. Dann wird alles wieder zu gemacht. Und davor krieg ich jetzt gerade irgendwie Angst.

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Date: Friday, 09 Oct 2009 14:19

Ich habe auch eine Menge Idealvorstellungen, Träume, Wünsche und sensationelle Ideen. Gut, an der Umsetzung hapert es manchmal ein wenig, aber der gute Wille ist ja das, was am Ende des Tages zählt. Wenn ich mich wirklich anstrenge, kann ich bestimmt auch begeistern, mobilisieren und andere Menschen glauben machen, dass ich ihnen eine Menge Probleme vom Hals schaffen könnte. Ob das sofort klappt, ist vielleicht fraglich, aber mit der Zeit.. Bestimmt. Auf jeden Fall bin ich auch ein netter, guter Mensch mit Faible für andere gute Dinge und exotische Hunde und finde, nach 31 Jahren Weltverbesserung könnte man mir auch mal den Friedensnobelpreis verleihen. Ist ja heute nicht mehr so ein Thema, an einen ran zu kommen.

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Date: Monday, 05 Oct 2009 18:56

Bilde ich es mir eigentlich nur ein oder kommt im Moment erstaunlich viel Werbung für erstaunlich viele neue Sodbrennen-Bekämpfungsmittel? Neue Volkskrankheit? Hab ich was verpasst? Kann man sich dagegen nicht impfen lassen? Ich meine, wo wir doch schon mal dabei sind..

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Date: Saturday, 03 Oct 2009 15:09

Hey Zynga.

Ich find euch echt total cool und wirklich, wenn ihr nicht so weit weg sitzen würdet, würde ich mich bei euch bewerben, weil ich gerne bei euch arbeiten würde. Bei euch zu arbeiten ist bestimmt noch cooler, als bei google Entwickler zu sein und glaubt mir, ich hab wirklich tolle Ideen für eure Produkte.

Leider seid ihr auch der größte Zeitklauer, der jemals in mein Leben getreten ist. Alles hat angefangen mit Fashion Wars, dem Tussi-Spiel, was ihr eigentlich von Anfang an sträflich vernachlässigt habt und das immer noch nicht von Bugs befreit ist, die schon seit Monaten nerven. Dann hab ich mir Mafia Wars angeguckt, das Spiel, wegen dem mein Gatte schon lange vorher dauernd wie ein Autist vorm Rechner gehangen hat und wegen Energy Packs oder irgendwelcher Loot Items hysterisch geworden ist. Ich hab mich über ihn lustig gemacht und wollte sogar darüber bloggen, hab mir das aber gespart, weil ich erst keine Zeit hatte und nicht viel später auch nicht besser war. Um meinen Energy Refill bei Mafia abzuwarten, habe ich dann noch angefangen, Vampire Wars und Pirates zu spielen. Kurzzeitig habe ich mich auch mal bei Sorority Life, einem Tussi-Spiel eines anderen Anbieters, herumgetrieben, war aber blöd, mach ich nicht mehr. Vampire Wars auch nicht. Und ich hab mit YoVille und FarmVille angefangen. Von anderen Anbietern sind jetzt noch Fish World und Happy Aquarium dazu gekommen, spiele ich auch immernoch, aber mein Herz gehört in erster Linie euch.

Und ich hasse euch. Wie die Pest. Wir sitzen hier manchmal nebeneinander zockend auf unserem Sofa und unterhalten uns dabei nur über den aktuellen Zustand unseres Gemüses, über süüüße Baby-Elefanten, ärgern uns über EURE Serverprobleme, über fehlende Blackmail Photos und Untraceable Cellphones. Und obwohl wir uns darüber lustig machen, wie bescheuert wir sind, ernten oder kidnappen wir weiter. Vor unserer Hochzeitsreise haben wir kurz überschlagen, welche Saat am meisten Sinn macht und alles mit Melonen zugepflastert. Von der Superberry-Aktion mal ganz abgesehen, da habt ihr alle Spieler so irre gemacht, dass ICH sogar für meine Schwester ernten musste, weil sie beim Ablauf der Überhangzeit in der Post war und mich von dort aus leicht panisch angerufen hat. Und jetzt kommt ihr auch noch mit Café World. Natürlich. Nachdem wir beschlossen haben, den ganzen Unsinn auf ein Mindestmaß zu reduzieren und nichts neues mehr auszuprobieren. Nun kochen wir wie bekloppt und unterbrechen sogar unser nur zweimal in der Woche stattfindendes, gemeinsames Frühstück, um die Cheeseburger vom Herd zu holen und zu servieren, damit sie nicht anfangen, zu schimmeln.

Da ich nichts von Kriegsspielen halte und nicht pokern kann, kann mir bis auf weiteres auch erstmal nichts schlimmes durch euch passieren. Und ich versuche, gegen Neuentwicklungen von euch resistent zu werden. Fixt doch bitte erstmal alle anderen Probleme, überdenkt eure Server-Architektur, öffnet Asia und Western U.S. und lasst uns ENDLICH die Farmen vergrößern, das ist jetzt wirklich wichtiger, als noch ein Spiel zu erfinden. Dann drehen der Liebste, meine ganzen Neighbours und Mafia-Family-Members zwar wahrscheinlich total durch und werden voll und ganz zu Kellerkindern, aber jut. Was sollen wir hier in der Pampa auch sonst machen?

Tschüss

Eure Vizekönigin

P.S. Braucht ihr noch eine Projektleiterin? ;-)

(Falls mich jemand gerade überhaupt nicht versteht: Zynga ist ein DER Social Gaming-Anbieter schlechthin und verpestet seit geraumer Zeit Facebook & Co. mit seinen wirklich sensationell konzipierten Spielen. Habt ihr bestimmt schon mal auf eurer FB-Startseite gesehen, irgendwer aus eurem Freundeskreis spielt es IMMER. Garantiert. Und nein, die mit dem Mafia-Rumgenerve auf Twitter sind andere.)

Nachtrag: SCHEISSE! Jetzt hab ich wegen des Blogposts vergessen, meinen Super Chunk Fruit Salad zu servieren!!! Alles hinüber, so ein Mist…

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Date: Friday, 02 Oct 2009 20:31

Ich plane den Start ins Wochenende. Währenddessen fällt mir ein: „Huch, Tag der deutschen Einheit. An einem Samstag.“ Also plane ich um. Gewitzt wie ich bin, schmiede ich einen neuen Plan, der mir meine Überlegenheit gegenüber der ganzen Welt um mich herum beweist: ich mache einfach ein klitzekleines Bisschen früher Feierabend und gehe dann direkt einkaufen. HA! Und ich plane, uns dieses Wochenende fast ausschließlich mit Kürbissen und thailändischem Essen am Leben zu halten. Kürbisse wurden schon vor zwei Wochen zwecks Deko und mit Nachreif-Vorhaben gekauft, thailändisches Essen verbietet mir, mich an einem Freitag vor einem Feiertag an einen von Anarchie überwältigten Ort wie einen Supermarkt zu gehen. Normalerweise.

Leider bin ich nicht mehr da, wo ich vor zwei Jahren noch war. Dort, wo der Asia-Supermarkt auch ein Supermarkt und nicht eine winzig kleine Bude ist, in der drei mehr oder weniger entzückende Thailänderinnen mir vertrautes, aber unverständliches Zeug vor sich hinbrabbeln und jedes Mal hektisch lächeln, wenn ich fragend in die Runde gucke. Dafür bekommt man hier auch schon mal einen Teller Pad Thai angeboten, wenn die Chefin genug gekocht hat und die Runde nicht auf den Stühlen hinter der Kasse den ohnehin schon sehr kleinen Laden noch kleiner macht, sondern wahlweise auf dem Boden oder irgendwelchen thailändisch oder vietnamesich beschrifteten Kisten sitzt und isst. Bei allem Charme fällt mir dann aber doch die mangels Platz und vielleicht auch mangels Nachfrage etwas eingeschränkte Auswahl an nicht-ausschließlich-thailändischer Ware auf, ich muss also doch in einen größeren Supermarkt, der mehr zu bieten hat.

Dort angekommen bietet sich schon auf dem Parkplatz ein grauenhaftes Bild des Chaos. Überall stehen Autos, kreuz und quer, aber noch einigermaßen entspannt. Im Supermarkt lässt die Entspannung auch bei mir merklich nach, vor mir laufen Mütter mit schreienden Kindern, genervte Männer, die ihre Frauen anschreien, weißhaarige Menschen, die in Wahrheit schockartig gealterte Ausgaben der Menschen sind, die samstags ihre erste gemeinsame Einrichtung bei Ikea einkaufen und beim Möbelpfadentlangschlendern sterben. Der Liebste steht dauernd wie eine geladene Waffe in einer Ecke, versucht, seiner Aggression mit Twitter ein Ventil zu geben. Sein Geisteszustand irgendwo zwischen verwirrt, hilflos, aggressiv und meditativ. Irgendwann, nachdem ich alles habe, schaffe ich es, uns beide ohne Amoklauf und zumindest noch ganzganz leise lächelnd, zu einer komplett freien Kasse zu manövrieren, versetzte Kassenraumplanung mit unübersichtlicher Platzierung der begehrten Objekte sei dank.

Geschafft. Zumindest denke ich das. So lange, bis ich in der Küche loslegen und uns das lang ersehnte Festmahl zubereiten will. Dabei fällt mir auf, dass mir für einen Auflauf eine entscheidende Zutat fehlt – ziemlich entscheidend, sofern wir nicht gedörrte Kartoffeln zu uns nehmen wollen: Käse. Ich muss also nochmal los. Um zwanzig Uhr. Zwei Stunden, bevor der Laden für 48 Stunden seine Tore schließt, weil der Tag der deutschen Einheit – besonders überraschend – auf einen Samstag fällt. Oder ein Krieg ausbricht, eine Epidemie verbietet, Haus und Hof zu verlassen; die Welt untergeht; die Grundversorgung der gesamten Offenburger Bevölkerung für immer und ewig nicht mehr gewährleistet ist.

Ich gehe trotzdem, der Hunger treibt mich. Das Ausmaß der noch nicht passierten Katastrophe zeigt sich wieder einmal sehr deutlich auf dem Parkplatz – jetzt schon deutlich hektischer und ungleich aggressiver als vorher. „MÖÖÖÖÖÖP!!!“ „ALTA, DAS IST MEIN PARKPLATZ, VERPISS DISCH DA WEG, ALTAAA!!!“ „HUUUUUUP“ „SIE STEHEN OHNE AUTO AUF EINEM PARKPLATZ“ „JA, MEIN MANN KOMMT JETZT AUCH MIT SEINEM AUTO DA UM DIE ECKE, ICH HALTE IHN FREI – WENN SIE IHN WOLLEN, MÜSSEN SIE MICH ÜBERFAHREN!!“ Wenn ich nicht aufpasse und schnell genug mit der Handbremse eine hollywoodreife Einparksituation hinlege, rast jedes Mal ein kleiner, rotzfrecher Fiat 500 oder ein Smart oder sonst ein agiles Miniaturfahrzeug vor mir in eine Parklücke. Aber ich bin gut, schaffe es und gehe rein. Im Inneren der Konsumhölle herrscht nur noch Chaos. Verzweifelte Menschen mit tonnenweise, offenbar wahllos zusammengesammelten Waren, meterhoch in ihren Einkaufswagen aufgetürmt, suchen sich noch mehr Lebensmittel, die ihnen das Überleben der nächsten ZWEI Tage sichern sollen. Oder habe ich nur etwas nicht mitbekommen und ab morgen machen alle Supermärkte zwei Wochen Herbstpause? Ich lächle in mich rein, habe ja schließlich alles, was lange an der Kasse aufgehalten hätte, schon zu Hause. Suche mir meine Flasche Öl und den geriebenen Käse zusammen, atme tief durch, drehe mich von der Käsewand am Ende des doch recht großen Supermarktgebäudes weg in Richtung Kasse – und falle fast in Ohnmacht.

Von der Wand aus kann ich die Kasse nur noch erahnen, normalerweise kann man sie sehen. Normalerweise. Es sind zwar gut und gerne 30 Meter vom Käse zum Geld, aber diese 30 Meter sind von vorne bis hinten, also bis zu mir, komplett mit Menschen und Einkaufswagen gepflastert. Ich muss mich kurz sammeln und aufpassen, dass mir die Ölflasche nicht auch wie der Käse vor Schreck aus der Hand fällt. Und ich mache mich gerne zum Affen, wenn ich ungläubig ein Foto von dem mache, was ich da sehe. Dann entscheide ich mich für ein anderes Essen, vielleicht bestelle ich uns einfach eine Pizza.

Foto(2)

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Date: Friday, 04 Sep 2009 20:31

Wieder da. Den wegen eines Jobtermins vorgezogenen Urlaub frühzeitig abgebrochen, weil das Wetter mit derartigem Regen für die Art von Urlaub irgendwie suboptimal war. Eine 5-Stunden-Tour mit 600 Höhenmetern neben einen Gletscher, eine 8-Stunden-Tour mit 1200 Höhenmetern, ein Seilbahnritt auf 3800 Meter Höhe, Muskelkater bis einschließlich heute und ein erschöpfter, aber glücklicher (allerdings seit gestern ob der Abreise irgendwie trauriger) Hund. Und ab Montag weht hier ein anderer Wind, nächstes Jahr gibts nämlich das Programm:

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Muss man ja erstmal hinkommen. Konditionell und so. Der Jobtermin wurde übrigens auch verschoben. Und wie ich mein Glück kenne, gibts ab morgen, dem eigentlichen ersten Urlaubstag, eine Woche lang 30 Grad und immerblauen Himmel da oben.

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Date: Wednesday, 26 Aug 2009 08:42

eisbär

Der ärmste.

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Date: Thursday, 06 Aug 2009 18:39

Foto

..und ich kann jetzt gerade nicht sagen, dass ich mit der Gesamtsituation auf meinem Kopf zufrieden wäre. Hätte der Friseur gerade noch offen gehabt, hätte ich meine Haare innerhalb von zwei Stunden von mittedesrückenslang auf kinnkurz schneiden lassen. Mal gucken, ob sich meine Einstellung über Nacht noch ändert.

Nachtrag: es waren sogar 25. Aber ich glaub 5, 6 müssen noch.

NachNachtrag: Jetzt 30. Und gut.

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Date: Tuesday, 04 Aug 2009 18:49

Von Billigfliegern, die sich auch als solche bezeichnen, muss man ja vielleicht nicht sooo viel erwarten. Aber wenn man halbwegs regelmäßig mit einer solchen Airline fliegt und dort einen ähnlich guten Service bekommt wie in einer teureren, oder mit einer normalerweise teuren zum Preis einer Low Cost-Airline fliegt, ist man ja ganz gerne guter Dinge. Im Bezug auf alles, wobei es schon beim Buchen wirklich große Unterschiede zwischen Billig A und Billig B gibt.

Nehmen wir Air Berlin: bucht man die Flüge früh genug (das kann auch eine Woche vor Abflug sein), kommt man günstiger weg als mit der Deutschen Bahn. Schneller sowieso. Startflughafen und Ziel aussuchen, gewünschte Flugzeiten wählen, Flugpreis so wie er auf dem Bildschirm steht bezahlen, vielleicht noch die fragwürdigen 10 € für die Kreditkartenzahlung drauf legen und gut. 6 Kilo Handgepäck, 20 Kilo im Kofferraum, Check-in am Flughafen oder online, wie man will. Einsteigen, hinsetzen, je nach Fluglänge entweder was zu essen oder einen Snack und in jedem Fall auf Anfrage etwas zu trinken bekommen. UMSONST. So ähnlich lief es auch bei meinem letzten HLX-Flug, der ist aber schon so lange her, keine Ahnung, ob das noch so ist.

Bei German Wings sieht das schon etwas anders aus: bis zur Bezahlung der gleiche Prozess, vorher aber schon mal über die erstaunlich hohen Steuern und Gebühren wundern (sind das nicht die gleichen, wie Air Berlin sie auch zu zahlen hat??) und dann gehts los: Gepäckzuschlag pro Gepäckstück (bis zu 5 sind möglich – bei 20 Kilo kostenloser Gepäckobergrenze??)) UND pro Strecke 5 €. Sitzplatzreservierung 5 € (immerhin: man kann mittlerweile auf zugeteilten Plätzen sitzen und muss sich nicht zu zweit drei Stunden vorm Boarding um zusammenhängende Plätze prügeln, war auch schon mal anders). Dann eventuell nochmal 8 € Zuschlag für die Kreditkarte. Hinfahren, einchecken, einsteigen, hinsetzen, im besten Fall amüsiert den Flug hinter sich bringen (die Damen und Herren Luftfahrtservicekräfte bei GW müssen vertragsbedingt witzig und unterhaltend sein, glaube ich – so wie bei HLX), wenn Hunger oder Durst aufkommt: Portemonnaie raus und zahlen. Viel zahlen. Aber man könnte sich ja auch Schnittchen mit reinnehmen oder vor dem Boarden etwas kaufen – nach der Sicherheitskontrolle, versteht sich.

Und dann gibt es noch Ryan Air.

Bislang von mir großzügig aus sämtlichen Reiseplanungen herausgehalten, musste ich dann letzte Woche doch mal auf die britische Pest mit IKEA-CI zurückgreifen. Bei der Buchung gibt es eigentlich nichts, wofür man nicht extra zahlen muss: Kreditkartenzahlung, ZWANZIG Euro pro Gepäckstück. Und es wäre ja zu einfach, wenn zwei dann vierzig und drei (Höchstgrenze) 60 € kosten würden, nein: 60 für 2 und 100 für 3. Nebenbei bemerkt darf man hier ganze 15 Kilo mitnehmen. Eine Info, die mir sicherlich irgendwo angezeigt wurde, die ich aber offenbar ziemlich schnell wieder verdrängt habe. Zum Zeitpunkt meiner Buchung habe ich noch den Online Check-In dazugebucht für 10 € pro Person (weil der am Flughafen 20 oder 30 gekostet hätte), der ist mittlerweile aber kostenlos. Will man lieber offline einchecken, kostet das 40 € pro Nase. Das interessante ist, dass man damit weder sich noch Ryan Air Zeit spart, wenn man ein Gepäckstück aufgibt, weil das ja – richtig, aufgegeben werden muss. Und der Typ hinter dem Desk macht genau das Gleiche, was der Mitarbeiter von Singapore Air nach Vorlage eines 1000 €-Tickets macht.

Nun habe ich wie gesagt unseren einen Koffer nach Air Berlin-Maßstäben gepackt und bin auf knapp 19 Kilo gekommen, was unweigerlich zur Folge hatte, dass wir einen Teil unserer Klamotten und einen großen Teil unseres mobilen Drogeriemarktes wieder auspacken und zum Auto zurückbringen mussten. Ins Handgepäck gehen zwar 10 Kilo rein, aber auch nur auf einen relativ beschränkten Platz. Und „Es gibt kein weiteres Handgepäckstück für Passagiere, die einen weiteren Sitzplatz gebucht haben“. Wieso auch, das wäre im Fall von zwei gebuchten Plätzen in Normalgepäck umgerechnet ja sogar mehr als kostenlos erlaubt.

Irgendwann steigt man dann ein, zeigt zum hundertsten Mal den ausgedruckten und mittlerweile fast zerstörten Zettel, den sie Boardkarte nennen (und den man garantiert nicht sofort griffbereit hat, ein Flieger ist keine schließlich VIP-Area), lässt ihn abzeichnen, kämpft um zwei Sitzplätze und muss sich dabei noch anmaulen lassen, dass das bitte schneller gehen soll, weil der Flieger sonst 30 Minuten bis zur nächsten Starterlaubnis warten muss. Schön vor allem, wenn man schon eine Viertelstunde zu spät im Flieger akommt, weil kein Mitglied des Ground Staffs Bock hatte, die Passagierschlange mit ihrem Gepäck schon eine Stunde vor dem Boarding abzufertigen. Man glaubt, nach der lustlosen Vorführung der Sicherheitshinweise hätte man jetzt eine Stunde Ruhe, um ein wenig zu schlafen – schön wärs. Direkt im Anschluss wird nämlich erstmal die KOMPLETTE Karte, auf der man sitzt oder die Füße parkt, weil die Rückenlehne vor einem selbst kein Netz hat, vorgelesen. Vom Hotdog über die Pizza bis hin zu den Cookies wird so gut wie alles vorgelesen, was einen Preis hat – mit diesem natürlich. Danach bekommt man einen entspannten Flug gewünscht und freut sich über etwas Ruhe. Ungefähr 2 Minuten, dann werden die Rubbellose für zwei Euro verkauft, anschließend noch Telefonkarten und die Info, dass die Nutzung eines Mobiltelefons solange erlaubt ist, wie die grüne Lampe genau das anzeigt. Das ganze einseitige Verkaufsgespräch von der ersten Sekunde an auf zwei Sprachen und in einer Lautstärke, die die Turbinen neben der dünnen Wand, neben der man sitzt, übertönt.

Wenn man diesen Höllentrip (inklusiver in unserem Fall wirklich abenteuerlicher Landung, aber das kann auch einem Lufthansa-Piloten passieren) überstanden hat und im Regen aussteigt, kann man ganz sicher damit rechnen, dass der eigene Koffer geflutet auf dem Gepäckband landet. Alles im Koffer nass. Wäre ja auch zu viel verlangt, eine Folie über den Kofferwagen zu legen, für die mit 300 Metern zugegebenermaßen kurze Strecke vom Flieger zum Band, aber bei Starkregen, so richtig mit Unwetterwarnung und so…

Es ist ja nun nicht so, als ob wir für 5 € pro Person geflogen wären und uns deswegen nicht zu beschweren hätten. Der Flug hat genauso viel gekostet wie mit der vergleichsweise hochwertigen German Wings, nur dass wir hinterher nicht noch 120 KM vom Flughafen nach Hause fahren mussten. Nichtsdestotrotz war das mein erstes und letztes Mal mit dieser Kirmeskiste, die nebenbei bemerkt für einen Menschen mit Flugangst das reinste Himmelfahrtskommando sein muss – plötzlich sind die Schwimmwesten nämlich irgendwo oben und nicht unterm Sitz, wie soll man die finden? Bei einem reinen Überlandflug zwar eher weniger relevant, aber das will ein panischer Mensch ja nicht hören. Der Liebste ist nach der Landung auf dem Hinflug (aufsetzen, hochgehen, irgendwaswiedurchstarten, aufsetzen, viel zu viel Tempo drauf, Vollbremsung) wieder in seinen Ursprungs-Angstzustand unseres Kennenlernens zurückversetzt worden, die ganze Arbeit der letzten Flüge für die Katz – er will nächstes Jahr mit dem Auto nach Thailand fahren. Und ich fahr in Zukunft wenn es sein muss auch 300 KM nach Hause oder zahle einfach etwas mehr (oder weniger, kommt drauf an) und komme entspannt und nicht genervt an.

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