Date: Wed, 22 May 2013 22:42:53 +0200
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Studiengebühren in Hessen beschlossene Sache
2006/10/158408.shtml
Text:
- Der Protestsommer in Hessen war heiß, lang und kreativ.
Es gab Rektorats- und Präsidiumsbesetzungen, Straßen-, Bahnhof und Autobahnblockaden, Polizeirepression ohne Ende, unendliche Diskussion und immer wieder der Hinweis auf Artikel 59 der hessischen Verfassung: "In allen öffentlichen Grund-, Mittel-, höheren und Hochschulen ist der Unterricht unentgeltlich."
Doch der Verfassungsschutz ist in Hessen scheinbar kein vorrangiges Anliegen der Landesregierung. Am Donnerstag, 5.10.06 wurde um 12.00h der Gesetzentwurf der CDU Regierung zur Einführung von allgemeinen Studiengebühren mit 55 zu 41 zu 7 Stimmen angenommen.
Seit 9.00h morgens waren mehrere hundert Studierende aus ganz Hessen vor Ort gewesen, um der Landesregierung deutlich zu zeigen, was mensch von diesem Entwurf hält. Doch wie zu erwarten gewesen war, zeigten sich Corts und Co eher unbeeindruckt von der Traube Studierender.
Nach der Verkündung des Ergebnisses kam es zu einer kurzzeitigen Auseinandersetzung an der Bannmeilenabsperrung, bei der es einigen Demonstrierenden gelang die Absperrung zu überspringen. Die daraufhin einsetzenden tumultartigen Reaktionen lösten bei den anwesenden PolizeibemantInnen verschiedene Reaktionen aus. Unser besonderer Beifall geht an den Polizeihund, der versuchte 3 Beamte zu beißen und nicht mal in die Nähe der Demonstrierenden kam. Der Polizist, der den beifallklatschenden Studenten mit einem Kinnhaken bedachte, bekommt hingegen die Rote Karte.
Im Anschluss an die Kundgebung vor dem Landtag/Rathaus gab es eine Minidemo um die Bannmeile herum, die, nicht wie von der Polizei gewünscht wieder auf dem Gelände endete, sondern die Demonstranten liefen einfach weiter, Richtung Innenstadt, Richtung CDU Zentrale. Leider kamen sie nicht weit. Die Polizei, die mindestens ein 1:1 Verhältnis zu Demonstrierenden aufgefahren hatte, konnte die Gruppe trennen und die Grüppchen innerhalb relativ kurzer Zeit einkesseln. Während in einem Kessel friedlich über eine Anmeldung einer spontanen Demonstration verhandelt wurde, kam es in einem anderen zu brutalen Auseinandersetzungen und in deren Folge zu 3 Festnahmen. Alle Festgenommenen wurden mittlerweile freigelassen.
Zum Abschluss bleibt mir nur zu bemerken, dass es wirklich schade ist, dass nur ein paar hundert Menschen ihren Weg zum Landtagsgebäude gefunden haben heute. ABER:
Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!
Wir hörn erst auf mit dem Scheiß, wenn der Scheiß aufhört.
Auf einen heißen Protestherbst in Hessen - Lasst es krachen Leute!
Via FeedShow.com